KGM Torres EVX: Fahrbericht
Korea setzt die SUV-Szene unter Strom: erste Fahrt im KGM Torres EVX
Aus SsangYong wird KGM. Erstes Fahrzeug unter neuem Namen ist der Torres EVX, ein Stromer mit 207 PS und zehn Jahren Akku-Garantie. Erster Fahrbericht.
Bild: KG Mobility
SsangYong ist ein echter Überlebenskünstler: zwei Insolvenzen (2009 und 2020) und zwei Konkurse des Deutschlandimporteurs (1999 und 2003), umstrittene Designs in den Nuller-Jahren – wie überlebt man das alles? Mit Preiswürdigkeit und Robustheit. Das Geländewagen-Fachblatt "Auto Off" urteilte 1996 über den ersten bei uns erhältlichen SsangYong: "Ein voll konkurrenzfähiges Fahrzeug zum konkurrenzlos günstigen Preis." Auch der 2019 präsentierte Korando gilt als Auto ohne signifikante Schwachstellen.
Wann immer es Turbulenzen gab bei SsangYong: An den Autos lag es nie. Nach einer längeren Phase unter Mahindra-Ägide ist Ssang-Yong nun unter das Konzerndach des südkoreanischen Stahl- und Chemieriesen KG Group geschlüpft. Und der wollte einen frischen Start, benennt die Marke nun um: Aus SsangYong wird KGM (Kürzel für KG Mobility). Der Torres EVX ist der erste KGM, die anderen SsangYong-Modelle werden sukzessive umgelabelt.
Torres EVX mit typischem Stromer-Design
Der Torres sollte ursprünglich nur als Stromer kommen; KGM lässt dem Kunden nun doch die Wahl. Während der Verbrenner von vorn verdächtig nach Jeep aussieht, wurde die Front des EVX in Richtung futuristisch abgewandelt. Beide Torres-Varianten basieren auf dem bewährten Korando, übernehmen auch dessen Radstand von 2,68 Metern.

Die Front des neuen Torres zeigt sich modern gestylt und weitgehend geschlossen – typisch Elektro-Auto eben.
Bild: KG Mobility
Auch bei SsangYong endet mit dem EVX die Ära des einphasigen Bordladers und des schnarchigen Ladens – der Korando e-Motion lud mit nur 80 kW. Für den Torres hat KGM den Zulieferer der Unterflur-Batterie gewechselt: BYD (China) statt LG. Der Neue lädt mit maximal 140 kW. Der 73,4-kWh-Akku soll am Schnelllader in 37 Minuten von zehn auf 80 Prozent gefüllt sein und an der 11-kW-Wallbox neun Stunden brauchen. Ein Thermomanagement des Akkus ist Serie.
Der Fontantrieb arbeitet unaufgeregt
Der Name Torres ist abgeleitet von Torres del Paine, einer abenteuerlichen Gegend Patagoniens – für die wir den Rexton aus gleichem Hause bevorzugen würden. Zum einen begrenzen lange, tiefe Überhänge die Kletterkünste, vor allem aber ist der Torres stets nur frontgetrieben. Spätestens an einem Hang mit losem Untergrund gibt's Traktionsprobleme.

Licht und Schatten: Mit 8,1 Sekunden bis Tempo 100 ist der Torres EVX zügig unterwegs. Die Serienbereifung überzeugt uns nicht so sehr.
Bild: KG Mobility
Die der EVX auch auf Asphalt zeigt: Die Nexen-Roadian-Reifen sind gar nicht gripstark – eine Erstausstattung, die KGM überdenken sollte. Mit 207 PS und 339 Nm Drehmoment ist der EVX nicht gerade ein Schwächling, die angegebenen 8,1 Sekunden für den 0-100-km/h-Spurt erscheinen glaubhaft.
Fahrzeugdaten
Modell | KGM Torres EVX |
|---|---|
Motor | Synchron-Elektromotor, vorn |
Leistung | 152 kW (207 PS) |
max. Drehmoment | 339 Nm |
Antrieb | Front |
Länge/Breite/Höhe | 4715/1890/1725 mm |
Leergewicht | 1915 kg |
Zuladung | 495 kg |
Zuglast gebremst | 1500 kg |
Kofferraum | 703–1662 l |
0–100 km/h | 8,1 s |
Vmax | 175 km/h |
Verbrauch* | 18,7 kWh/100 km |
Reichweite* | 462 km |
Preis | ca. 46.000 Euro |
Das Cockpit wirkt sehr clean
Bedienung und Fahrerlebnis sind stromertypisch: komplett leergeräumtes Cockpit, echte Tasten nur noch im Lenkrad (hier arg klein geraten). Da auf der Korando-Basis nun eine viel voluminösere Karosse sitzt und der Wagen 1,9 Tonnen wiegt (für Elektro-SUV-Verhältnisse aber im Rahmen), schiebt er in zu schnell gefahrenen Kurven leicht nach außen, um dann von der Assistenz etwas grobmotorisch eingefangen zu werden.

Typisches Stromer-Cockpit: luftig, aber ablenkende Bedienung. Arg fitzelige Tasten im Lenkrad.
Bild: KG Mobility
Der EVX bleibt aber stets fahrsicher. Das Ermahnungs-Gebimmel bei Müdigkeitsanzeichen oder Tempolimitüberschreitung ist ähnlich lästig wie etwa in aktuellen Hyundai-Modellen. Die Federung gibt sich weniger harsch als die des Korando, auch die Lenkung erscheint gelungen: indirekt, aber mit ausgewogener Handkraft und durchaus angenehm.
Marktstart in Deutschland Ende Mai 2024
In einer Zeit rapide verfallender Stromer-Restwerte versucht KGM mit einer Garantie von zehn Jahren oder einer Million Kilometer auf den Akku Vertrauen zu schaffen, ebenso mit sieben Jahren/150.000 km Garantie aufs Fahrzeug.

Für den vielseitigen Torres EVX mit 703 bis 1662 Liter großem Laderaum dürften rund 46.000 Euro fällig werden.
Bild: KG Mobility
Eine Wärmepumpe kostet Aufpreis (Serie beim Titanium). Start bei uns ab Ende Mai 2024, Preise noch unbekannt. Unter 46.000 Euro dürfte sich aber wenig abspielen.
Diese Reise wurde unterstützt von KG Mobility. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.
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