Vergessen wir für einen Moment den SUV-Boom. Kia tut es nämlich auch. Mit dem neuen K4 bringen die Koreaner einen klassischen Kompakten, der den eigenen Bestseller Ceed beerbt und dabei mutig gegen den Strom schwimmt. Flache Silhouette (nur 1,43 Meter hoch) statt hoher Sitzposition, Kolben und Zylinder statt Rotor und Stator.

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Kennzeichnung für einen externen LinkKIA PV5 Passenger

KIA PV5 Passenger

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Optisch ist der 4,44 Meter lange Mexikaner – er läuft im Werk Pesqueria vom Band – futuristisch. Das Design setzt auf breite Schultern und ein fast schwebendes Dach – und erinnert stark an einen Sportkombi.

Kia K4: schicke Schale, praktischer Kern

Im Inneraum räumt Kia auf, ohne die Bedienbarkeit zu opfern. Das Connected Car Navigation Cockpit mit zwei 12,3-Zoll-Displays sieht spacig aus, doch zum Glück gibt es auch noch echte Tasten für die wichtigsten Funktionen – inklusive einer frei belegbaren. Danke, Kia! Einzig der klobige Wählhebel der Automatik wirkt etwas fehl am Platz. Apropos Platz: Dank 2,72 Meter Radstand ist dieser reichlich vorhanden; der Kofferraum schluckt solide 438 bis 1217 Liter.
Kia K4 im Fahrbericht
Der Kia K4 setzt auf flache Linie statt SUV‑Wucht und wirkt fast wie ein Sportkombi.
Bild: Kia
Wir schnappen uns das Topmodell. Während der 1,0-Liter-Basis-Dreizylinder mit 115 PS eher gemütlich agiert, arbeiten unter dieser Haube 180 PS. Der 1,6-Liter-Turbo-Vierzylinder drückt in seiner stärkeren Ausbaustufe 265 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Das reicht für wenig beeindruckende 210 km/h Spitze und einen Sprint auf Tempo 100 in 8,4 Sekunden.

Schwerer als ein Golf

Warum? Ein Blick ins Datenblatt offenbart: Der K4 ist kein Leichtgewicht. Leer mindestens 1,5 Tonnen schwer, schleppt er ordentlich was mit sich herum. Zum Vergleich: Ein ähnlich starker VW Golf 2.0 TSI (190 PS) bringt gut 60 bis 100 Kilo weniger auf die Waage; der 150-PS-Golf ist sogar fast 140 Kilo leichter. Dieses Mehrgewicht macht sich beim Cruisen zwar wenig bemerkbar, aber es treibt den Verbrauch und drückt die Agilität.

Strammes Fahrwerk, gute Laune

Auf der Landstraße kaschiert der K4 seine Pfunde dank strammer Waden recht ordentlich. Die Lenkung ist okay, das Fahrwerk verbindlich abgestimmt. Während bei ruhiger Gangart Abrollgeräusche dominieren, hält das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe den Vierzylinder im Sportmodus in höheren Drehzahlbereichen. Akustisch ist er dann präsent – klingt jedoch wenig sportlich.
Kia K4 im Fahrbericht
Schicke Hülle, praktischer Kern: Der Innenraum wirkt modern, bleibt aber angenehm unkompliziert.
Bild: Kia
Elektronisch ist der K4 auf der Höhe: Updates kommen Over-the-Air, das Handy dient als Schlüssel. Wer die 180 PS will, muss mindestens zur Ausstattungslinie Spirit greifen, die ab 36.890 Euro startet. Darunter rangiert noch eine 150-PS-Variante des 1,6-Liter-Motors sowie der erwähnte Dreizylinder. Dieses Antriebstrio ist sicher das größte Manko des K4, der weder als Diesel noch als Plug-in-Hybrid zu haben ist.
Fahrzeugdaten: Kia K4 1.6 T-GDI (132 kW)
  • Motor: Vierzylinder-Turbo, vorn quer
  • Hubraum: 1598 cm³
  • Leistung: 132 kW (180 PS) bei 6000/min
  • Max. Drehmoment: 265 Nm bei 1500–4500/min
  • Antrieb: Vorderrad/7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
  • L/B/H: 4440/1850/1435 mm
  • Leergewicht: 1500–1591 kg
  • Kofferraum: 438–1217 l
  • 0–100 km/h: 8,4 s
  • Spitze: 210 km/h
  • Verbrauch: 6,9 l S/100 km
  • Abgas CO₂: 155 g/km
  • Preis: ab 36.890 Euro