Typische Designelemente der Vorgängerversion blieben erhalten, wie zum Beispiel die charakteristischen Rückleuchten.
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Der coole Kasten aus Korea geht in die zweite Generation: Nur vier Jahre nach seinem Debüt bringt Kia jetzt den neuen Soul an den Start. In der Form nahezu unverändert, aber dafür im neuem Format ein bisschen größer, geräumiger und vor allem beim Fahren deutlich erwachsener, rückt der wie ein Würfel auf Rädern gezeichnete Cross-Over technisch näher an den cee'd und übernimmt große Teile seiner Plattform. Weil er in Deutschland zu Schätzpreisen ab etwa 16.000 Euro erst im Frühjahr in die Showrooms kommt und den USA schon bei den Händlern steht, führt die erste Testfahrt nicht nach Leipzig oder Ludwigsburg, sondern durch Los Angeles und Laguna Beach.
Ein Fahrwerk zum Cruisen
Das verbesserte Fahrwerk lädt zum Cruisen ein.
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Das passt – nicht nur, weil rund 90 Prozent der Soul-Produktion ohnehin in die Staaten verkauft werden. Sondern auch, weil man auf den schartigen Highways und den ruppigen Byways an der kalifornischen Küste am besten spürt, was sich beim Generationswechsel verändert hat. Denn das ist nicht das Design oder der Antrieb, sondern das Fahrwerk: Eine gelassenere Federung mit längeren Wegen, eine steifere Karosse, zwei Zentimeter mehr Radstand und eine präzisere Lenkung mit verstellbarem Charakter, die nicht mehr so viele Stöße nach innen weitergibt – so wirkt der Soul richtig erwachsen und cruist deshalb viel gelassener die Pazifikküste entlang.
Der Zweiliter-Benziner ist ein wenig schwach auf der Brust
Kräftige, gleichmäßige Linienführung macht den kleinen Koreaner optisch zum Aushilfs-SUV.
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Diese Gelassenheit schadet auch dem Fahrer nicht. Zum einen, weil der Soul auch nach dem Generationswechsel eine coole Kiste bleibt, in der man sich selbst von der Hektik der Millionenmetropole Los Angeles nicht anstecken lässt. Und zum anderen, weil einem die in Amerika gebräuchlichste Antriebskombination gar keine andere Wahl lässt. Mag der 2,0-Liter-Benziner noch so leise laufen und auf dem Papier mit seinen 164 PS und 205 Nm noch so kräftig sein. Zumindest in Kombination mit der sechsstufigen Automatik bleibt davon in der Praxis nicht viel übrig. 120, allenfalls 140 PS traut man dem Direkteinspritzer zu, wenn man den Gasfuß schwer macht und drauf wartet, dass endlich was voran geht. Nicht umsonst braucht der Vierzylinder 7,2 Sekunden auf Tempo 100 und eine kleine Ewigkeit, bis die Nadel bei rund 200 Sachen partout nicht mehr weiter will. Gut, dass den Europäern diese Paarung erspart bleibt und es den Soul bei uns weiter mit den beiden vertrauten 1,6-Liter-Maschinen geben wird.Vertraut – so umschreibt man am besten auch das Design des neuen Soul. Zwar haben sich die Kreativen im Kia-Studio in Kalifornien bei der zweiten Auflage stark von der Studie Track’ster aus dem Jahr 2012 inspirieren lassen. Deshalb wirkt der Kasten aus Korea jetzt nicht mehr ganz so verspielt und ein zugleich ein bisschen sportlicher. Aber typische Merkmale wie die aufrechte, selbstbewusste Haltung , die breiten Schultern, die charakteristische Fenstergrafik, die hoch gerückten Rückleuchten sowie die souveräne Bodenfreiheit im Stil eines Geländewagens bleiben erhalten.
Klavierlack und Ledersitze – der Innenraum überzeugt
Innen überzeugt der neue Soul mit vielen Extras.
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Dazu gibt es einen neuen Innenraum, der deutlich vornehmer ausgeschlagen ist als früher, sowie ein Cockpit, das sich stärker dem Fahrer zuwendet. Softtouch-Oberflächen, Klavierlack, zweifarbiges Leder und hochauflösende Displays – die Zeiten, in denen Kleinwagen der Verzicht auf Rädern waren, sind längst vorbei. Das merkt man nicht zuletzt auch an der Liste mit den Ausstattungsoptionen. So kommt der Soul nicht nur mit neuen Sicherheitsfeatures, sondern auch mit Komfortextras wie einem gewärmten Lenkrad und klimatisierten Sitzen in der ersten sowie beheizten Polstern in der zweiten Reihe, einem Internetradio und dem Online-Zugriff auf Datenbanken für Spritpreise und Sonderziele. Außerdem wachsen Bein-, Schulter- und Kopffreiheit auf allen Plätzen und der Kofferraum fasst nun samt des großen Ablagefachs im Wagenboden bis zu 354 Liter.
Ab Herbst 2014 auch elektrisch
AUTO BILD-Autor Thomas Geiger hat den Kia Soul getestet. Sein Fazit: "Der Kia Soul wird wieder zum 'King of Cool' unter den Kleinwagen."
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Das Format ist neu, die Form gereift und die Ausstattung erweitert – nur unter der Haube bleibt alles beim Alten. Denn wie bisher gibt es den Soul bei uns wahlweise mit einem Benzin-Direkteinspritzer oder einem Turbodiesel. Beide Motoren haben 1,6 Liter Hubraum, wurden vom Vorgänger übernommen und dürften deshalb auch ganz ähnliche Eckdaten haben. Für den Benziner wären das 140 PS, 170 Nm, 180 km/h Spitze und ein Normverbrauch von 6,4 Litern. Beim Diesel müssten etwa 130 PS, 260 Nm, ebenfalls 180 km/h und knappe fünf Liter im Datenblatt stehen. Dass die Antriebsentwicklung aber nicht ganz untätig war, wollen die Koreaner im nächsten Herbst beweisen. Dann gibt es den Soul als ersten Kia außerhalb Koreas auch mit Elektroantrieb.