Kindersitze: Gruppen
Welche Kindersitz-Typen gibt es?

- Birgit Meier
Babyschalen, also die Sitze der Gruppen 0 und 0+, müssen grundsätzlich gegen die Fahrtrichtung (Reboard) montiert und mit dem Dreipunktgurt gesichert werden. Alternativ können sie auch auf ein Isofix-Gestell montiert werden, ebenfalls entgegen der Fahrtrichtung. Kleinkinder sollten so lange wie möglich rückwärts gerichtet transportiert werden, weil der Kopf im Verhältnis zum Körper sehr schwer ist. Bei einem Frontalaufprall (häufigste Unfallform) wird so die Belastung der Halswirbelsäule gering gehalten. Oftmals haben Eltern frühzeitig das Gefühl, die Babyschale wird für ihren Säugling zu klein. Aber auch wenn die Beinchen schon über die Sitzkante ragen und es seitlich etwas eng wird, ist es wichtig, das Kind so lange wie möglich in Gegenfahrtrichtung zu transportieren.

Sitze, die entgegen der Fahrtrichtung montiert werden, brauchen mehr Gurtband, als in Fahrtrichtung montierte Kindersitze. Babyschalen (Gruppe 0/0+) benötigen in der Regel besonders viel Gurtband. Auf dem Beifahrersitz (wichtig: Airbag deaktivieren!) reicht die Länge meist, im Fond sind die Gurte dagegen häufig zu kurz. Deshalb sollte man zum Kauf eines Kindersitzes immer alle Autos mitnehmen, in denen der Sitz hinterher zum Einsatz kommt, und den Kindersitz probehalber einbauen. Babyschalen, bei denen ein Teil der Gurtführung unterhalb der Schale verläuft, kommen in der Regel mit weniger Gurtband aus. Eine weitere Lösung sind Schalen mit Isofix-Sockel. Nachträglich die Fahrzeuggurte zu verlängern, bieten einige Pkw-Hersteller zwar an, die eingesetzten Gurtverlängerungen lassen sich aber häufig nicht durch die Gurtführungen der Kindersitze ziehen.
Kindersitz-Gruppe 1
In der Gruppe 1 bieten die Hersteller unterschiedliche Rückhaltesysteme an. Am beliebtesten sind Sitze, in denen die Kinder per Hosenträgergurt gesichert werden. Dabei wird der Sitz mit den Fahrzeugdreipunktgurten montiert und das Kind dann mit den Fünfpunktgurten des Kindersitzes angeschnallt. Diese Sitze werden in den allermeisten Fällen in Fahrtrichtung montiert. Wichtig: Die Kinderhaltegurte sollten einfach zu straffen sein. Der Sitz muss absolut fest im Auto angebracht sein. Einige Hersteller bieten Sitze mit Fangkörper an. Dabei werden Sitz und Kind mit den Fahrzeuggurten gesichert. Diese Systeme schneiden in Crashversuchen häufig gut ab. Sie haben aber den Nachteil, dass es keine Liegeposition für das Kleinkind gibt. Viele Kinder fühlen sich zudem durch den Fangtisch eingeengt und schwitzen darunter schnell.
Ebenfalls im Angebot: Sitze, die samt Kind mit dem Dreipunktgurt des Autos gesichert werden. Einfach in der Handhabung, aber für kleine Kinder sind Sitzposition und Gurtführung oftmals nicht optimal. Es gibt keine Liegeposition, und diese Sitze sind in der Regel nicht sehr hoch, was zur Folge hat, dass die Kleinen nicht aus dem Fenster sehen können. Eine weitere Möglichkeit sind Reboard-Systeme. Die sind sehr sicher (siehe Babyschalen), aber stets etwas aufwendiger zu montieren. Manche Modelle beanspruchen zudem viel Platz im Fond. Für alle Sitze der Gruppe 1 gilt: Zu klein ist der Autokindersitz, wenn oberhalb der Rückenlehne der Kopf des Kindes herauszuragen beginnt.
Sitz-Gruppe 2/3

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