Bereits produzierte Verbrenner haben sicher eine bessere Klimabilanz als ein neues E-Auto, das erst hergestellt werden muss, oder? Dies Argument hört man häufig bei der Diskussion um die CO2-Bilanz von E-Autos. Es wird immer wieder angeführt, um gegen den Tausch eines Verbrenners gegen ein elektrisch angetriebenes Auto zu plädieren. Unglücklich nur: Das Argument zieht in den allermeisten Fällen nicht.
Denn die dahinter stehende Annahme ist falsch, wonach es besser ist, den alten Verbrenner einfach immer weiterzufahren. Das Problem: Je weiter ein Verbrenner fährt, ob Diesel oder Benziner, desto mehr CO₂ bläst er raus. Das hat die kürzlich mit einem Update versehene Ifeu-Studie (Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg) ergeben.

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In die Studie flossen aktuelle Daten zum aktuellen Strommix in Deutschland – aktuell sind über 62 Prozent Grünstrom – ein, dazu die Klimawerte für die Herstellung, die Nutzungsphase sowie die Entsorgung von Pkw auf Basis von 220.000 Kilometer. Problematisch: Schon nach übersichtlicher Fahrstrecke überwiegt der CO₂-Ausstoß für den Betrieb des Autos. Damit fällt das beim Verbrennen fossilen Diesels und Benzins ausgestoßene Klimagas ausschlaggebend ins Gewicht, beim Benziner nach 40.000 Kilometern, beim Diesel schon nach 25.000 Kilometern. Umgekehrt rückt der Klimagas-Rucksack der E-Auto-Batterie mit zunehmender Laufleistung in den Hintergrund.
Übersicht über CO2-Ausstoß bedingt durch Kraftstoff beim E-Auto, Diesel, Benziner und PHEV
Der Knackpunkt beim Verbrenner-Fahren: Je mehr man fährt, desto größer ist der CO₂-Abdruck.
Bild: IFEU
Das zeigt die Kurve der Klimabilanz (je nach Antrieb) im Verhältnis zur gefahrenen Strecke. Im Gegenteil: Je länger ein Verbrenner oder auch der Plug-in-Hybrid fährt, desto höher ist der Ausstoß von Emissionen während der Nutzungsphase. Und desto stärker fällt der Kraftstoff-Anteil im Verhältnis zu Produktion und Recycling des Fahrzeugs ins Gewicht.
Somit geht der Mythos flöten, wonach sich Autos mit Verbrennungsmotor bei längerer Nutzungszeit als klimafreundlicher erweisen als neue Elektroautos. Tatsächlich gilt diese Rechnung nur für ein einziges Nutzungsszenario: Nur wer seinen Verbrenner im Jahr unter 3000 Kilometer bewegt, für den lohnt sich aus Umweltsicht der Tausch gegen ein neues E-Auto nicht.