Knaus Live Traveller im Dauertest

Knaus Live Traveller: Dauertest

Ein Alkoven für alle?

Früher waren sie Standard, heute sind sie etwas aus der Mode gekommen: Alkoven-Wohnmobile. Bei AUTO BILD REISEMOBIL kann der neue Knaus Live Traveller im Dauertest zeigen, was in ihm steckt.
Das ist eine Premiere im Dauertest-Fuhrpark von AUTO BILD REISEMOBIL: Nach zahlreichen Kastenwagen, Teil- und Vollintegrierten stressen wir nun erstmals einen klassischen Alkoven. Aber nicht irgendeinen, sondern das neueste Wohnmobil von Knaus. Sein Name: Live Traveller. Moment mal – Traveller? Da klingelt es doch! Stimmt, der Name ist altbekannt: Mit dem Alkovenmodell Traveller stieg die Wohnwagenmarke Knaus 1988 ins Reisemobilgeschäft ein. Seitdem ist der Traveller auch als Gebrauchter ein beliebter Klassiker. Für das Modelljahr 2018 ließ Knaus eine umfassende Renovierung springen, mit dem Vornamen Live soll er wieder mehr Einsteiger ansprechen. Und da diese jüngeren Camper vor allem übers Leihgeschäft kommen, bietet Knaus den Live Traveller mit speziellen Ausstattungen an. Genau so ein Vermieter-Mobil haben wir uns ausgesucht.

Ausreichend Platz auch für vier Erwachsene

Wir wollen wissen, was ihn vom Endkunden-Modell unterscheidet. Ist er praktischer, solider, müheloser bedienbar? Sollte man sich so einen als jungen Gebrauchten schnappen? Die ersten Reaktionen der Kollegen sind schon mal positiv. Beim Betreten nimmt der kompakte Knaus mit großzügigem Raumgefühl für sich ein. Selbst wenn sich vier Erwachsene im Auto aufhalten, kommt kein Völlegefühl auf. Klasse fanden bisher alle Benutzer die seitliche Serviceklappe, von der aus alle Auslässe und der Stromanschluss zentral zu bedienen sind. Apropos Bedienung: Die zahlreichen Erklär-Aufkleber freuen nicht nur Camping-Novizen. So hat der Fahrer links oben in der Windschutzscheibe sofort die wichtigsten Maße des Mobils im Blick. Ebenfalls clever: Der Frischwasser-Einfüllstutzen steckt im Gaskasten – damit ihn keiner mit dem Kraftstoff-Stutzen verwechselt. Alles ganz easy? Fast: So ist trotz Vermieterpaket nur ein einfaches Radio verbaut. Kein Navi, keine Rückfahrkamera – wir kennen nicht wenige Familien, denen das die große Reise vermiesen würde. Auch wenn das Rangieren bei 6,50 Meter Länge und dank des kleinen Wendekreises kein Drama ist.

Technische Daten
Motorisierung Fiat MultiJet II 150
Leistung 110 kW (150 PS) bei 3600/min
Hubraum 2287 cm3
Drehmoment 380 Nm bei 1500/min
Höchstgeschwindigkeit 145 km/h
Getriebe/Antrieb Sechsgang manuell/Vorderrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 90 l/Diesel
Länge/Breite/Höhe 6500/2340/3190 mm
Radstand/Bereifung 3450 mm/225/75 R 16 C
Leergew. fahrbereit/Zuladung (Testmobil) 3083/417 kg
Anhängelast (gebremst/ungebremst) 2000/750 kg
Material Wand/Dach/Boden Alu/GFK/Holz
Stärke Wand/Dach/Boden 31 mm/32 mm/40 mm
Isolierung Wand/Dach/Boden EPS/EPS/EPS
Liegefläche Front L x B 2015 x 1565 mm
Liegefläche Mitte L x B 1750 x 1220-1030 mm
Liegefläche Heck L x B 2115 x 735 und 1940 x 745 mm
Kühlschrankvolumen/Gefrierfach 184/35 l
Herd 3 Flammen
Bordbatterie 80 Ah
Frisch-/Abwassertank 124/101 l
Gasvorrat/Heizung 2 x 11 kg/Truma Combi 6
Preis/Testwagenpreis ab 52.490 Euro/71.093 Euro
Testverbrauch 12,4 l/100 km
Kilometerstand bei Testbeginn 32 km

Reagiert sensibel auf Seitenwind

Im Slalom lupft der Knaus rechts ganz kurz die Räder. Zum Glück gibt es ESP.

Typisch Alkoven ist die Seitenwindanfälligkeit. Und auch auf der Teststrecke zeigt sich, dass die Bauart keine Fahrdynamik-Wunder möglich macht: Im Slalom hebt der Knaus für einen kurzen Moment rechts beide Beine. Zum Glück greift das ESP dann kräftig ein und hält das Reisemobil sicher auf Kurs. Das sollte man beim Reisetempo berücksichtigen, gerade mit dem 150-PS-Motor (1790 Euro), der Dauertempo 120 bis 130 km/h ohne Mühe möglich macht. Auch vom Grundriss her ist der Live Traveller ein typisches Vermietfahrzeug mit vier festen und zwei optionalen Schlafplätzen: Die Erwachsenen nächtigen im hochklappbaren Alkovenbett (599 Euro) mit serienmäßiger Heizung. Weniger gut: Beim Ausweichtest fiel uns die eigentlich elegant im Schacht versteckte Alkovenleiter (399 Euro) bei hochgeklapptem Bett ins Fahrerhaus. Hier sollte Knaus mit einer zusätzlichen Verriegelung nachbessern. Die Kinder schlafen in den Stockbetten im Heck. Das untere klappt bei Bedarf hoch und ermöglicht so mehr Platz in der Heckgarage. Zur Not lässt sich auch die Sitzgruppe schnell umbauen (349 Euro). Für besonders gemütliche Momente gibt es das Cozy-Home-Paket (179 Euro) mit bunten Kissen, farblich passendem Tischläufer und einer Kuscheldecke. Nicht nötig, aber nett. Was den ersten Testern besonders auffällt: Der Bursche ist leise. Kein Vibrieren, kein Scheppern oder Klappern im Aufbau. Klingt gut. Mal sehen, was wir sonst noch Gutes von ihm hören.

Stärken Schwächen
+ Stehhöhe auch für große Menschen - Hohe Seitenwindanfälligkeit
+ Luftiges und großzügiges Raumgefühl - Fehlende Arretierung für Alkovenleiter
+ Angenehme indirekte Beleuchtung - Im hinteren Wohnbereich sehr dunkel
+ Geräumiger Alkoven, Bett klappbar - Aufbau- und Beifahrertür stoßen zusammen
+ Übersichtliche Serviceklappe - Störende Windgeräusche bei Autobahnfahrt

Knaus Live Traveller im Dauertest

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Autor: Helene Schmidt

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