Ein Auto, viele Mythen: Dieser einzigartige Koenigsegg One:1 ist so etwas wie eine automobile Berühmtheit. Seit Monaten gibt es immer wieder neue Gerüchte zu dem 1360 PS starken Hypercar. Jetzt ist klar, der Koenigsegg wird bald versteigert!
Das renommierte Auktionshaus RM Sotheby's bietet den Koenigsegg One:1 aus vermeintlich prominentem Vorbesitz bei der Tegernsee-Auktion am 4. Juli 2026 an. Mit nur 4233 Kilometern auf dem Tacho ist der Schätzpreis bei acht bis zehn Millionen Euro. Eine eher konservative Prognose – zumindest laut Internet-Gerüchten: Dort wird für den One:1 mit der Chassisnummer 7108 bereits ein Wert von über 20 Millionen Euro gehandelt.

Jeder Koenigsegg ist besonders

Nach dem Blick auf den möglichen Preis geht es nun um die bewegte Historie dieses ganz besonderen Koenigsegg, der in den vergangenen Monaten immer wieder auf Social Media diskutiert wurde. Eines ist klar: Die Hypercars von Christian von Koenigsegg sind extrem stark, extrem schnell, extrem teuer und extrem exklusiv – egal ob CC8S, Agera, Regera oder Jesko.
Koenigsegg One:1
Der doppelt aufgeladene V8 leistet 1000 kW, also ein Megawatt. Aus diesem einfachen Grund wurde der Koenigsegg One:1 zum ersten Megacar.
Bild: Stephan Bauer ©2026 Courtesy of RM Sotheby's
Der auf dem Autosalon Genf 2014 vorgestellte One:1 ist jedoch auch in der Koenigsegg-Welt eine Art Einhorn. Er basiert zwar auf dem Agera, wurde jedoch aufwendig optimiert. So leistet der selbst entwickelte 5,0-Liter-V8-Biturbo unglaubliche 1360 PS (ein Megawatt), die auf gerade einmal 1360 Kilo treffen. Das entspricht einem Leistungsgewicht von 1 kg/PS – daher auch der Name One:1.

Es gibt nur sechs One:1-Kundenfahrzeuge

Nur sechs One:1-Kundenfahrzeuge und ein Prototyp – inzwischen ebenfalls in Privatbesitz – wurden gebaut. Der damalige Neupreis lag bei rund 3,3 Millionen Euro. Chassis 7108 ist das mutmaßlich dritte ausgelieferte Kundenfahrzeug. Der Erstbesitzer, dessen Kürzel "JC" sich mehrfach auf dem Auto wiederfinden, entschied sich für eine einzigartige Konfiguration: Sichtcarbon-Karosserie kombiniert mit pinken Akzenten. Nicht jedermanns Geschmack, aber definitiv ein Hingucker – und passend zum Pagani Zonda 760 JC, den er offenbar noch heute besitzt.

Der Fall Sutil

Laut RM Sotheby's wurde der Koenigsegg am 4. April 2015 ausgeliefert, auf eine deutsche Firma zugelassen und anschließend kaum bewegt. Danach wird die Historie jedoch unklar. Gerüchten zufolge gelangte der One:1 über Umwege in den Besitz des ehemaligen Formel-1-Fahrers Adrian Sutil. Ob ihm das Hypercar tatsächlich gehörte, ist nicht belegt. Fest steht: Sutil wurde mehrfach mit dem auffälligen Koenigsegg gesehen.
Koenigsegg One:1
Auch der One:1 verfügt über die chrakteristischen Dihedral-Türen.
Bild: Stephan Bauer ©2026 Courtesy of RM Sotheby's
Laut Medienberichten sitzt Adrian Sutil seit Ende 2025 in Untersuchungshaft. Ihm werden Betrug und Unterschlagung im Zusammenhang mit Leasinggeschäften vorgeworfen. Besonders heikel: Besonders heikel: Im Zuge der Ermittlungen kursierte zeitweise das Gerücht, dass mehrere Männer – nach eigenen Angaben Mitglieder der russischen Söldnergruppe Wagner – unter Gewaltandrohung die Herausgabe von sechs Autos erzwungen haben. Darunter auch der One:1.
Fortan galt der mehrere Millionen Euro teure Koenigsegg in der Szene als gestohlen. Ein Trugschluss: Mehrere Monate später tauchte das Hypercar bei einer Leasingfirma in München wieder auf.
Koenigsegg One:1
Pinke Akzente auch im Innenraum, allerdings sehr zurückhaltend eingesetzt.
Bild: Stephan Bauer ©2026 Courtesy of RM Sotheby's
Schon bald kommt der Koenigsegg mit bewegter Historie unter den Hammer – ganz legal. Laut RM Sotheby's erhält das Auto aktuell eine deutsche Zulassung. Die Fotos zeigen: Der One:1 befindet sich in einem hervorragenden Zustand – angesichts von nur 4233 Kilometern Laufleistung wenig überraschend. Zudem wurde das Auto regelmäßig gewartet, zuletzt im Vorfeld der Auktion.

Schätzpreis von acht bis zehn Millionen Euro

RM Sotheby's gibt den Schätzwert mit acht bis zehn Millionen Euro an. Im Netz werden jedoch deutlich höhere Summen gehandelt: Teilweise ist von bis zu 22 Millionen Euro die Rede. Entsprechend spannend dürfte werden, zu welchem Preis der One:1 am Ende den Besitzer wechselt.
Fest steht: Der einst rund 3,3 Millionen Euro teure One:1 dürfte heute für ein Vielfaches seines Neupreises versteigert werden. Mit dem Zuschlag könnten dann auch die vielen Mythen rund um den Koenigsegg One:1 mit der Chassisnummer 7108 ein Ende finden – vielleicht.