Kostenloses Parken für E-Autos in Bayern
Warum das Geschenk Bayerns an Elektroauto-Fahrer für Streit sorgt

– Fahrer von E-Autos genießen ab 2025 in Bayern landesweit einen handfesten Vorteil. Doch der Plan sorgt für Streit: Städte und Kommunen wehren sich gegen das Vorhaben. Nur: warum? Alle Infos.
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Anstelle staatlicher Förderung für Elektroautos gibt es vereinzelt Prämien der Hersteller, die laufen aber vielfach aus. Auch ist die THG-Prämie zuletzt stark gesunken. Klar, Strom ist günstiger als Sprit, und E-Autos haben niedrigere Wartungskosten – aber viele Menschen überzeugt das nicht. Jetzt plant die bayerische Landesregierung für die Fahrer von Elektroautos einen handfesten Vorteil, der gleich für massiven Streit sorgt. Und bei dem E-Auto-Fahrer eine besondere Bedingung beachten müssen.
Typ-2-Ladekabel im Vergleich
Hier der Beschluss des Landeskabinetts: Wer in Bayern sein Elektroauto, seinen Plug-in-Hybriden oder ein Fahrzeug mit Wasserstoffantrieb parkt, kann landesweit drei Stunden gratis parken. Die Regelung soll für ganz Bayern einschließlich der Landeshauptstadt München gelten. Bisher war beispielsweise in München das Parken schon für zwei Stunden kostenfrei. Diese und weitere Vorteile ermöglicht die bundesweite Straßenverkehrsordnung im Rahmen des E-Kennzeichens. Den Kommunen war bisher freie Hand gelassen worden, allerdings hatten bisher nur wenige davon Gebrauch gemacht.
Kommunen kritisieren pauschale Regelung
Die landesweite Änderung tritt am 1. April 2025 in Kraft und soll als Test bis Ende 2026 gelten. Doch Städte und Kommunen des Alpen-Bundeslands lehnen den Plan ab. "Der Bayerische Städtetag lehnt eine Verpflichtung der Kommunen ab, für Elektrofahrzeuge kostenloses Parken für drei Stunden zu ermöglichen", sagte der Geschäftsführer des Bayerischen Städtetags, Bernd Buckenhofer, gegenüber dem Bayerischen Rundfunk (BR). Buckenhofer plädiert dafür, dass jede Stadt selbst entscheiden dürfe, wie sie die Parkraumbewirtschaftung gestalte. Die Kommunen bräuchten Gestaltungsspielraum, es würden zudem Einnahmeausfälle drohen.
Der Chef der Bayerischen Staatskanzlei, Florian Herrmann (CSU), erinnerte daran, dass Parkraumbewirtschaftung nicht den Zweck habe, Gewinn zu erzielen, sondern den Parkraum zu bewirtschaften. Wer nun gratis in Bayern drei Stunden parken will, muss noch etwas anderes beachten: Das E-Auto muss über ein E-Kennzeichen verfügen, ansonsten gilt das freie Parken nicht. Und noch ein Hinweis ist wichtig: Wenn die Kommune eine Höchstparkdauer von unter drei Stunden festgelegt hat, darf man auch mit E-Auto nur so lange parken. Letztlich gilt das freie Parken auch nur auf öffentlichen Flächen.
Fazit
Frei parken für E-Autos – die Möglichkeit wurde zusammen mit weiteren Privilegien bereits 2015 geschaffen. Viele Kommunen führten kostenlose Parkzonen für Elektroautos ein, manche nahmen das inzwischen wieder zurück. Werden nun mehr Leute Elektroautos kaufen, um drei Stunden kostenlos zu parken, wie in München, wo man bis zu 7,50 Euro für drei Stunden Kurzzeitparken zahlt? Als eine von vielen Maßnahmen würde es sehr wohl etwas bewirken. Parkgebühren sind nicht dazu da, um Stadtkämmerern die Kassen zu füllen – sondern als Steuerungsinstrument. Daher ist die Maßnahme als Test zu begrüßen.
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