KTM X-Bow GT-XR: Test
Heckantrieb und 500 PS: KTM-Racer mit Straßenzulassung

Puristisch, anders, ultraschnell: Mit dem X-Bow GT-XR haben die Österreicher von KTM einen echten Racer mit Straßenzulassung geschaffen.
Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
Was haben ABT und KTM gemeinsam? Beide haben einen GT2-Rennwagen zum Straßenauto umgebaut. Und beide vertrauen auf Technik aus Ingolstadt. Das war es aber auch schon, denn der KTM GT-XR ist quasi die Fahrmaschine vor dem Herrn.
Aber reden wir erst mal von der Optik: Zwei Wochen war dieser Ösi-Jet letztes Jahr bei mir zum Supertest zu Besuch. Glauben Sie es mir, in der Straße, wo ich wohne, war regelmäßig Stau, zum Glück gab es keine Auffahrunfälle. Teenager reisten mit ihren Papas an, Handys klickten nonstop. Sogar der benachbarte Kindergarten machte extra einen Ausflug zum parkenden Auto. Kein Wunder, das Ding ist einfach außerirdisch, Batmobil beinahe untertrieben. Noch krasser war es, als ich dann mal die Rakete zündete. Allein wenn die Jetfighter-Kanzel elektrisch auf- und zuschwingt, mehr geht nicht.
Die besten 2023: KTM X-Bow GT-XR

Spätestens wenn man dieses Lenkrad aufsteckt, begibt man sich in eine andere Welt.
Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
Und dann schwingt man sich mehr oder minder elegant über das nackte Carbon ins Cockpit, schnappt sich das abnehmbare Lenkrad, zurrt die Vierpunktgurte fest und realisiert, dass man in nichts Geringerem als einem Rennwagen sitzt. Nicht anders muss es sich anfühlen, wenn man in einem Hypercar in Le Mans fährt.
Der Fünfzylinder im Heck macht Laune
Und so geht man auch subjektiv ganz anders heran ans Fahren. Auf Landstraße und Autobahn, na ja, sind wir höflich, man kommt vorwärts. Es ist laut, man sieht wenig bis gar nichts in den Spiegel-Displays, der Fünfzylinder im Heck macht Laune, es schiebt an, mehr aber auch nicht.

Heckantrieb und 500 PS, riecht nach quer. Nichts da, hinten ruhig, vorn lebendig.
Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
Der GT-XR gehört einfach auf die Rennstrecke. Und am Sachsenring machte der Ösi auch wirklich eine gute Figur. Dennoch bei den Rundenzeiten weit weg von dem, was man mit so einer Optik erwartet. Ja, es gibt Autos, die sind für teilweise deutlich weniger Geld schneller und alltagstauglicher zugleich. Egal, wir feiern diese Kreatur – "Dankscheen, vergelt's Gott", liebe KTM-Macher Pierer und Trunkenpolz.
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