Licht aus, Spot an! So fing, die Älteren werden sich erinnern, damals "Disco" an, die legendäre Musikshow. Dieses Intro könnten wir uns gut vorstellen zur Begrüßung des neuen Land Rover Discovery Sport, den wir einfach mal Disco nennen. Und der ist nicht etwa die Sportversion des weiter gebauten Discovery, sondern der Nachfolger des Freelander. In genau dieser Klasse trifft er auf den frischen Mercedes GLC. Bleibt die Frage: Wer von beiden zieht hier die größere Show ab?

Seine Familienzugehörigkeit zeigt der Discovery Sport deutlich

Land Rover Discovery Sport
Klares Statement: Mit seiner bulligen Optik zeigt sich der Discovery Sport als typischer Land Rover.
Den bulligeren Auftritt hat erst mal der Disco mit seinem massigen Range-Rover-Design, das auf den ersten Blick Stärke, Noblesse und Stehvermögen verspricht. Der Benz tritt vergleichsweise zurückhaltend auf, im aktuellen Mercedes-Stil weich und fast rundlich gezeichnet. Innen wirkt der GLC wie eine aktuelle C-Klasse, also edel, vornehm und auf alle Fälle sehr limousinenhaft. Der Disco macht das ganz anders. Die Einrichtung vermittelt ein Gefühl von Klarheit, Robustheit, Durchhaltevermögen. Einen Hauch von Abenteuer. Vorn hat überraschend der Benz mehr Platz, dafür ist der Fond im neuen Landy geräumiger. Hier lässt sich die Bank geteilt längs (um 16 Zentimeter, Serie ab Ausstattung SE) verschieben und die Lehnenneigung verstellen. Für 1300 Euro extra baut Land Rover noch zwei zusätzliche Sitze ganz hinten ein – die wir aber nur für die lieben Kleinen empfehlen.
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Bei den Fahrleistungen liegt der Mercedes GLC deutlich vorn

Mercedes GLC 250 d
Viel spritziger als der Konkurrent: Der Mercedes GLS spurtet schneller und ist deutlich agiler.
Angetrieben wird der Disco vom neuen 2,0-Liter-Diesel mit180 PS. Ein stämmiger, kräftiger Typ, der mit der Neunstufenautomatik von ZF freundlich-prächtig harmoniert. Der Landy bringt über zwei Tonnen auf die Waage (2088 Kilo), und die spürt man dann. Also nicht zu hastig, bitte, dann ist er würdevoll-gelassen unterwegs, gemütlich und leicht schaukelig. Der Benz, auch kein Leichtgewicht, wiegt über 100 Kilogramm weniger. Sein 2,1-Liter-Diesel tritt mit 204 PS energischer an, die etwas nervöse Neunstufenautomatik schaltet eifrig – das Resultat sind deutlich bessere Fahrleistungen. Der GLC ist geschmeidiger unterwegs als der Disco, federt sehr komfortabel. Billig ist der Spaß bei beiden nicht. Der Disco in der höchsten Ausstattungsstufe HSE Luxury kostet 53.150 Euro, kommt noch das Automatikgetriebe für 2350 Euro dazu, macht zusammen 55.500 Euro. Der Mercedes steht mit Testausstattung allerdings auch mit 54.235 Euro in der Liste. Eine teure Show.
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Fazit

Vielleicht kein Partykracher, dieser Discovery Sport, aber ein sympathischer Typ. Kein Blender, sondern einer mit Klasse-Design, viel Platz, hoher Praxistauglichkeit und einem kräftigen Motor. Und er verfügt über etwas, was selten geworden ist: Charakter. Der GLC fährt sehr geschliffen und komfortabel, er ist geräumig, hochwertig eingerichtet, mit souveränem Antrieb. Ein Siegertyp.