Le Mans: Pole für Toyota
Porsche-Titelduell in der GTE-Pro

Toyota holt bei den 24 Stunden von Le Mans zwar die erste Startreihe, doch die Privatteams sind näher dran als erwartet. Das Qualifying.
- Michael Zeitler
Wird das 24-Stundenrennen von Le Mans spannender als erwartet? Toyota sichert sich im Qualifying zwar die ersten beiden Startplätze für das Rennen, das am Samstag um 15 Uhr startet (Eurosport überträgt live). Aber die Privatteams sind näher dran als erwartet!
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Auf der Pole-Position steht der Toyota #7 mit Kamui Kobayashi, José María López und Mike Conway. Das Schwesterauto mit Fernando Alonso wurde geschlagen. Das ist aber verkraftbar: Fernando Alonso, Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima siegten bereits 2018. Und die drei Piloten liegen in der WM klar vorn, würden sogar mit einem zweiten Platz Weltmeister werden. Für sie geht es – zumindest theoretisch – nur ums Ankommen.
Sorgen muss sich Toyota wegen den Privatteams machen. Der Dallara-AER von SMP mit Egor Orudzhev, Stéphane Sarrazin und Sergey Sirotkin am Steuer qualifizierte sich auf Rang drei, mit einem Rückstand von gerade mal 0,662 Sekunden.
Hat Toyota im Rennen also echte Gegner um den Gesamtsieg? Gegenüber dem Vorjahr hat sich SMP Racing damit um über drei Sekunden pro Runde verbessert. Es ging also tatsächlich vorwärts. Allerdings: Noch immer ist Toyota nicht nur einen Tick schneller, sondern wird wie im Vorjahr 14-Runden-Stints fahren können, die Privatteams wohl nur 13 Runden – weil sie keinen Hybridmotor haben, sondern auf konventionelle Sauger setzen. Die Hybridmotoren haben einen Reichweitenvorteil.

Toyota belegt die ersten beiden Plätze
Der Toyota TS050 Hybrid läuft dagegen wie ein Schweizer Uhrwerk. Teamchef Rob Leupen: „Seit wir das einzige Werksteam sind, liegt die Weiterentwicklung zwar nicht auf Eis, fokussiert sich aber auf Fortschritte bei der Zuverlässigkeit und im Detailbereich.“
Trotzdem ist ein Le-Mans-Sieg nie in Stein gemeißelt. Das zeigt die Kollision zwischen Mike Conway und dem LMP2-Fahrer Roberto Gonzalez. Der Toyota war danach Schrott. Passiert so etwas im Rennen, ist das Event gelaufen. Davon abgesehen: Wegen des Crashs brummten die Rennkommissare dem Toyota mit der #7 drei Strafminuten im Rennen auf – aber auf Bewährung.
In der LMP2-Kategorie sicherte sich Graff Racing mit Jonathan Hirschi, Vincent Capillaire und Tristan Gommendy im Oreca-Gibson den besten Startplatz.
Das GTE-Pro-Qualifying entschied Aston Martin mit Nicki Thiim, Darren Turner und Marco Sørensen für sich. Zumindest im Qualifying funktionierte die Balance-of-Performance: Auf den ersten fünf Plätzen landeten fünf verschiedene Marken. Bester Porsche ist der von Earl Bamber, Patrick Pilet und Nick Tandy – direkt vor dem besten BMW.
Die beiden Porsche, deren Fahrer in der WM noch den Titel unter sich ausmachen, liegen dagegen weit zurück. Der in der WM führende Porsche von Michael Christensen und Kevin Estre steht auf Startplatz sieben, der von Gianmaria Bruni und Richard Lietz auf Rang 13.
In der GTE-Amateurwertung startet der Dempsey-Proton-Porsche um Matteo Cairoli, Satoshi Hoshino und Giorgio Roda von Platz eins.
Nach einem schweren Unfall von Tracy Krohn, dem mit 64 Jahren ältesten Fahrer im Feld, gehen nur 61 statt 62 Autos ins Rennen. Krohn erhielt von den Ärzten keine Rennfreigabe, hat das Krankenhaus inzwischen aber wieder verlassen.
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