Die besten Bilder aus Le Mans 2019

Le Mans: Toyota gewinnt mit Alonso

Sensor schenkt Alonso den Sieg

Toyota gewinnt die 24 Stunden von Le Mans 2019. Doch nicht der über weite Strecken des Rennens führende Toyota #7 gewinnt, sondern der Alonso-Toyota!
Fernando Alonso genießt den Gang zurück in die Toyota-Hospitality. Ein Selfie mit Fans hier, ein Autogramm dort. Als eine Gruppe mit den Flaggen seiner Heimat Asturien auf ihn wartet, organisiert er sogar das Foto. Im Arm hält er dabei fest den Siegerpokal der 24 Stunden von Le Mans – als wolle er ihn nie mehr hergeben.
Alonso hat Historisches geleistet. Er ist jetzt zweimaliger Gewinner der 24 Stunden von Le Mans. Das haben vor ihm nur 46 andere Fahrer geschafft. Und der Spanier ist als erster Fahrer überhaupt sowohl Formel-1- als auch Sportwagen-Weltmeister!
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Aber Le Mans und Toyota – das ist immer auch eine Portion Drama. Denn eigentlich war der zweite rund 1000 PS starke Toyota, besetzt mit Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López, über weite Strecken das dominierende Auto. Kamui Kobayashi verriet: „Wir haben vor dem Rennen auf das Setup vom letzten Jahr umgeschwenkt. Wir waren überrascht, dass es so gut funktioniert hat.“
Erst eine Stunde vor Schluss führte ein Reifenschaden zum Rückschlag. Ein Sensor zeigte den Plattfuß vorne rechts. Bei zwei Minuten Vorsprung. Also wechselte die Crew den entsprechenden Reifen. Doch auch danach schlug das Reifendruck-Messsystem weiter Alarm. In Wahrheit war hinten links die Luft raus. Also musste Lopez ein weiteres Mal zum Reifenstopp. Danach war die Führung futsch.
Technikchef Pascal Vasselon: „Wir haben nur den Reifen rechts vorne getauscht, weil wir keinen frischen Satz mehr hatten.“
Doch anstatt die Reihenfolge zu korrigieren, durfte der Toyota mit Fernando Alonso, Kazuki Nakajima und Sébastien Buemi gewinnen.

Eigentlich schneller: Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López

Damit geht auch eine WM-Saison zu Ende, die im Zeichen gravierender Toyota-Teamorder stand. Bereits im ersten Rennen im Mai 2018 in Spa musste der zweite Toyota das Alonso-Auto vorbeilassen. Damals kam es sogar zum Eklat: Kamui Kobayashi verweigerte die Podiumszeremonie!
Auch in Le Mans 2018 – bei Alonsos erstem Sieg – wurden mehrmals die Plätze getauscht, immer zum Leidwesen von Ex-Formel-1-Pilot Kobayashi und Co.
Heute zeigt Alonso Mitleid: "Der Sieg ist unglaublich! Er kam komplett unerwartet. Wir hatten nicht die Pace und hätten den Sieg eigentlich nicht verdient. Aber manchmal zählt auch Glück. Es tut mir leid für das andere Auto. Ich habe das bei McLaren und Ferrari auch schon erlebt, wenn du weit kommst und den Job dann nicht zu Ende bringen kannst. Das ist hart. Unser Hauptziel war der Titel und darauf bin ich stolz. Das war ein fantastisches Abenteuer."
José Maria Lopez, der während des Reifenschadens am Steuer saß, haderte mit dem Schicksal: "Ich war extra vorsichtig gefahren, von den Kerbs weggeblieben." Sein Teamkollege Kamui Kobayashi saß mit versteinerter Miene auf dem Presse-Podium: "Im Moment mag ich Le Mans gar nicht. Viermal habe ich hier versucht zu gewinnen, vielleicht klappt es ja beim fünften Mal."
2019 ließ sein Co-Pilot Mike jedenfalls Conway keinen Zweifel daran, wer den besseren Speed hatte: Mit einer 3:17,297 Minuten hat er eine neue schnellste Rennrunde in den Asphalt gebrannt. Bisher hielt André Lotterer mit 3:17,475 Minuten im Audi 2015 den Rekord auf der 13,629 Kilometer langen Strecke.
In der LMP2-Kategorie (ca. 600 PS) setzten sich die Fahrer von Signatech Alpine durch – also Nicolas Lapierre, André Negrão und Pierre Thiriet, die sich damit auch den LMP2-Titel holen.
In der GTE-Pro siegten James Calado, Alessandro Pier Giudi und Daniel Serra (Ferrari 488 GTE mit ca. 500 PS), allerdings sicherten sich Kevin Estre und Michael Christensen (Porsche 911 RSR, ca. 500 PS) den WM-Titel.
In der GTE-Amateurwertung ist ein Deutscher Weltmeister: Jörg Bergmeister, gemeinsam mit Patrick Lindsey und Egidio Perfetti (Project 1 Porsche 911 RSR). Den Le-Mans-Erfolg heimste aber Keating-Ford um Ben Keating, Felipe Fraga und Jeroen Bleekemolen ein.

Die besten Bilder aus Le Mans 2019

Autoren: Michael Zeitler, Bianca Garloff

Fotos: Picture-alliance; B.Garloff

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