Leapmotor T03: Test
Ist der Leapmotor T03 nur an der Kasse gut?

Nach dem Dacia Spring ist der Leapmotor T03 das günstigste viersitzige E-Auto am Markt. Wie schlägt es sich im AUTO BILD-Test?
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Der Leapmotor T03 liefert das, was alle vermissen – wir inklusive. Denn mit der bezahlbaren E-Mobilität ist es bislang so eine Sache. Ja, mittlerweile sind vollelektrische, ordentlich ausgestattete Kleinwagen auch mal für unter 25.000 Euro zu haben.
Dann stehen sie allerdings oftmals als zwei Jahre alte Tageszulassung mit bereits laufender Garantie beim Händler in Klein Kleckersdorf, wurden in mehreren Schritten um 20 oder sogar 30 Prozent heruntergesetzt. Kann man machen, sollte man vielleicht sogar. Oder ist ein Angebot wie der T03 die bessere Idee?
Beim Preis punktet der Leapmotor
Immerhin bietet der Kleinstwagen vom Stellantis-Joint-Venture Leapmotor auf dem Papier erst einmal eine Menge Auto fürs Geld. Oder sollten wir sagen: moderat viel Auto für wenig Geld. Für 18.900 Euro kann man den 3,62 Meter langen Knirps kaufen. Frisch vom Händler, mit immerhin drei Jahren Garantie. Zum Listenpreis.

Günstig: Für den T03 verlangt Leapmotor 18.900 Euro. Dafür gibt es einen 3,62 Meter kurzen Kleinstwagen mit Platz für vier Passagiere.
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Konkret lauten die Eckdaten: Platz für vier, Akku mit 37 Kilowattstunden netto, 265 Kilometer Reichweite laut WLTP, Vollausstattung. Genau genommen gibt es nur eine Ausstattungslinie, und die umfasst Dinge wie ein Panorama-Glasdach mit Rollo, einen adaptiven Tempomaten, 15-Zoll-Alus und den "Leap-Pilot" mit zehn verschiedenen Assistenzsystemen. "Kurzfristig verfügbar", verspricht der Konfigurator, in dem sich nur die Farbe auswählen lässt.
Fahrzeugdaten
Modell | Leapmotor T03 |
|---|---|
Motor Bauart | Synchron-Elektromotor |
Einbaulage | vorn |
Spitzenleistung | 70 kW (95 PS) |
Dauerleistung | k. A. |
maximales Drehmoment | 158 Nm |
Vmax | 130 km/h |
Getriebe | Einganggetriebe |
Antrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 165/65 R 15 H |
Reifentyp | Westlake Radial RP 18 C |
Radgröße | k. A. |
Reichweite* | 265 km |
Verbrauch* | 16,3 kWh/100 km |
Batteriekapazität netto | 37,3 kWh |
Ladeleistung AC/DC | 6,6/45 kW |
Ladezeit (30-80 %, DC-Laden) | 36 Minuten |
Ladeanschluss | vorn |
Fach unter Frontklappe | - |
Vorbeifahrgeräusch | k. A. |
Anhängelast gebr./ungebr. | - |
Stützlast | - |
Kofferraumvolumen | 210–880 l |
Länge/Breite/Höhe | 3620/1652–1920**/1577 mm |
Radstand | 2400 mm |
Grundpreis | 18.900 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 18.900 Euro |
Ergonomie passt nicht ganz
Die knutschkugelige Form des T03 sorgt innen für ein erstaunlich luftiges Raumangebot. Der Kofferraum fällt mit 210 bis 880 Litern klein aus, aber selbst auf der nur als Ganzes umklappbaren Rückbank lässt es sich aushalten. Vielleicht sogar besser als auf den Vordersitzen. Die suggerieren mit ihren integrierten Kopfstützen zwar erst einmal beste Unterstützung, längere Fahrten enden allerdings mit einem Rücken, der leise um eine Massage bittet. Die Verarbeitung geht in Ordnung, das großflächig verbaute Hartplastik knarzt oder klappert kaum. Angesichts des Preises kann man sich bis hierhin kaum beschweren.

Im T03 gibt es viel Hartplastik, die Verarbeitung geht in Ordnung. Das Lenkrad ist zu weit weg vom Fahrer und nicht in der Tiefe einstellbar.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Mehr tut da schon weh, dass die Ergonomie im T03 bestenfalls mittelmäßig ausfällt. Das Lenkrad ist nicht in der Tiefe verstellbar und so eher zu weit weg vom Fahrer. Wer es in der Hand hält, verdeckt stets das linke Drittel des stark spiegelnden Touchscreens, über den vom Licht bis zur Klimaanlage sämtliche wichtigen Funktionen gesteuert werden müssen. Das ist umso ärgerlicher, als dass eine automatische Temperaturregulierung fehlt, man also oft manuell nachsteuern muss.
Unverständlich: Der penetrant zu früh regelnde Spurhalter konnte im Test nur im Stand deaktiviert werden. Indem Leapmotor regelmäßig Over-the-Air-Updates ins Auto bringt, soll dieses Manko inzwischen ausgeräumt worden sein.
Messwerte
Modell | Leapmotor T03 |
|---|---|
Beschleunigung | |
0–50 km/h | 4,0 s |
0–100 km/h | 11,2 s |
0–130 km/h | 21,7 s |
Zwischenspurt | |
60–100 km/h | 6,2 s |
80–120 km/h | 9,7 s |
Leergewicht/Zuladung | 1184/291 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 57/43 % |
Wendekreis links/rechts | 10,3/10,4 m |
Sitzhöhe | 640 mm |
Bremsweg | |
aus 100 km/h kalt | 38,5 m |
aus 100 km/h warm | 43,6 m |
Innengeräusch | |
bei 50 km/h | 60 dB(A) |
bei 100 km/h | 68 dB(A) |
bei 130 km/h | 73 dB(A) |
Verbrauch | |
Sparverbrauch | 10,5 kWh/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 13,4 kWh/100 km (-18 %) |
Sportverbrauch | 21,2 kWh/100 km |
CO2 (lokal) | 0 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 262 km |
Assistenzsysteme dürften besser sein
Apple CarPlay und Android Auto bleiben allerdings auf absehbare Zeit nicht verfügbar, sodass für Navigationsanfragen das serienmäßige Onboard-Navi herhalten muss. Abgesehen von gelegentlichen ungefragten Sprachhinweisen ("Einreise nach Schleswig-Holstein!") funktioniert es ordentlich. Nahe Ladesäulen lassen sich suchen und nach Leistung filtern. Dabei unterstützt der T03 Schnellladen ohnehin nur bis 45 kW, AC bis 6,6.

Von allen teils nervenden Assistenten des Leapmotor T03 gefällt uns der adaptive Tempomat am besten, er bietet einen echten Mehrwert.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Auch mit den gerühmten Assistenten ist es in der Praxis nicht weit her. Neben dem Spurhalter gibt es den ebenso hektischen Auffahrwarner, der noch piepst, wenn längst keine Gefahr mehr droht, und einen Totwinkelwarner, der auf nahe Autos nur im Kombiinstrument hinweist, nicht im Spiegel selbst.
Wertung Leapmotor T03
Kategorie | Bewertung / Beschreibung | Punkte |
|---|---|---|
Karosserie | Aus seiner geringen Außenlänge holt der T03 viel raus. Kofferraum mit großer Stufe zum Einladen. | 2,5 / 5 |
Antrieb | Beschleunigung okay, nur 130 km/h schnell. Knappe Reichweite, die aber fast WLTP entspricht. | 3 / 5 |
Fahrdynamik | Nichts für Dynamiker – das kommunizieren die leichte Lenkung und schwache Bremsen. | 2 / 5 |
Connected Car | Handyschlüssel möglich, es gibt eine Auto-App und Amazon Music. Kein CarPlay oder Android Auto. | 2,5 / 5 |
Umwelt | Kleines Auto mit geringem Verbrauch und moderat großem Akku. Hier kann der T03 Punkte holen. | 4 / 5 |
Komfort | Auf Dauer unbequeme Sitze, dünn klingendes Soundsystem, schlechter FM-Empfang. Schade. | 2,5 / 5 |
Kosten | Der Preis ist heiß, der Wertverlust aber hoch. Jährliche Wartung, eher teure Versicherung. | 3,5 / 5 |
AUTO BILD-Testnote | 3,3 |
Permanenter Begleiter ist bis Tempo 30 auch das gesetzlich vorgeschriebene, hier aber besonders leidlich klingende Fußgänger-Warngeräusch, das auf einer schaurigen Moll-Tonleiter rauf- und runtergleitet, je nach Tempo. Apropos Akustik: Der FM-Empfang fällt miserabel aus, DAB+ wurde in ein Extra-Menü ausgegliedert, klingt dank blecherner Lautsprecher kaum besser.
Beim Bremsen patzt der Leapmotor
Der Fahreindruck im T03 fällt – wieder gemessen am Preis – in Ordnung aus. In der Stadt fühlt man sich mit 95 PS und 158 Newtonmeter völlig ausreichend motorisiert, wichtiger als der Hunderter-Sprint (11,2 s) ist hier der kleine Wendekreis von nur 10,3 Metern. Die leichtgängige Lenkung erleichtert das Rangieren.

Aus 100 km/h braucht der T03 mit warmer Bremse 43,6 Meter bis zum Stillstand. Zudem tritt nach mehreren Versuchen Fading auf.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die schlechten Bremswege sind allerdings ein No-Go, zumal die Bremse im warmem Zustand deutliches Fading zeigt und noch weiter abbaut. Erstaunlich niedrig: der Testverbrauch. Mit 13,4 kWh unterbietet der T03 seine Werksangabe um 18 Prozent, schafft so 262 Kilometer Reichweite. Bei versprochenen 265 Kilometern liefert der Kleine in dieser Disziplin also ab, was er verspricht.
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