Wir freuen uns über Ihre Leserbriefe! So schrieb uns Burkhard Osthoff per E-Mail, dass unsere Test-E-Bikes zu schwer seien. Ganz unrecht hat er nicht: 25 Kilogramm oder mehr machen beim Transport, ob in der Heckgarage oder auf dem Fahrradträger, nur wenig Spaß. Dennoch sieht man auf Campingplätzen oft schwere Trekking-E-Bikes. Denn die wenigsten kaufen sich eigens für die Reise noch ein zweites E-Bike.
Dabei gibt es durchaus leichte Alternativen. Angeregt durch den Leserbrief stellen wir Ihnen hier zwei weitere vor: ein Kompaktrad aus Carbon und ein minimalistisches Citybike mit Heckmotor. Beide sind eine Empfehlung für alle, die ein leichtes E-Bike suchen. Wobei auch hier gilt: Leicht ist relativ, denn Motor und Akku bringen zwangsläufig zusätzliches Gewicht mit sich.

i:SY Skyfly E5 ZR F PX: Carbon gegen das Gewichtsproblem

Das Konzept wirkt gewagt: ein Kompaktbike mit E-Antrieb auf Basis eines Carbonrahmens. Warum? Mini-E-Bikes haben vor allem eines in ihren Genen: Praktikabilität, nicht Performance.
Das geringe Gewicht des i:SY, der Carbonrahmen und ein starker Antrieb machen süchtig.
Bild: S, Krieger / AUTO BILD
Andererseits, und beim genaueren Hinsehen, wirkt die Idee plötzlich ziemlich raffiniert. Schließlich löst der Hightech-Werkstoff Kohlefaser ein Problem, das bei E-Kompaktbikes besonders offensichtlich zutage tritt: Motor, Akku, Bauart und entsprechend robuste Komponenten sorgen dafür, dass viele E-Bikes, nennen wir das Kind beim Namen, hochadipös sind.

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So richtig blöd für Camper, die die Schwergewichte auf den Träger hieven müssen. Davon betroffen sind praktisch alle E-Kompaktbikes, die sich im wahrsten Sinne des Wortes schwertun, die 25-Kilo-Marke zu unterbieten. Doch Carbon macht's möglich, dass das i:SY Skyfly unter die 20-Kilo-Grenze fliegt. Das ist stark, äh, leicht!
So weit zur Situationsanalyse. Jetzt fragen Sie sich bestimmt, wie sich so ein Carbon-Kompaktbike fährt.

Geht vorwärts, kann abheben

Weil Carbon nicht nur leichter, sondern auch verwindungssteifer ist, gepaart mit den wendigen 20-Zöllern, tritt das i:SY an, Sprints gewinnen zu wollen. Durch die geringere Auflagefläche der Reifen fahren sich Kompaktbikes ohnehin dynamischer als auf entspanntes Dauerrollen ausgelegte 28-Zoll-Räder.
Die Tragehilfe ist doppelt praktisch, da sie auch noch den Rahmen verstärkt.
Bild: S, Krieger / AUTO BILD
Mit bis zu 90 Newtonmetern Drehmoment des flüsterleisen Bosch Performance Line PX kommt man sich vor wie in einem hochgejazzten VW Polo GTI, der dank seines unschlagbaren Kraft-Gewicht-Verhältnisses so manchen Sportwagen abhängt.
Etwas Aufmerksamkeit verlangt allerdings die Gewichtsverteilung: Durch die leichte Carbongabel liegt der Schwerpunkt weit hinten, wodurch das Vorderrad die Bodenhaftung verlieren kann, wenn man mit zu viel Ambition in die Pedale tritt und gleichzeitig am Lenker zieht. Wer dieses Verhalten nicht provoziert, muss sich darüber keine Gedanken machen. Insofern erscheint es nur folgerichtig, dass das, hoffentlich nicht zum Himmel abhebende, Skyfly nicht auch noch Boschs CX mit nochmals mehr Drehmoment bekommen hat.
Die Sorge, dass sich die Starrgabel aus Carbon zu sportlich anfühlen könnte, ist übrigens unbegründet, vorausgesetzt, der Luftdruck stimmt. Klug ist daher, dass i:SY per Sticker unter der Bosch-Remote verschiedene Luftdruckempfehlungen gibt. Bemerkenswert ist zudem, dass das Rad trotz Leichtbau ein zulässiges Gesamtgewicht von 150 Kilogramm bietet. Also: allerbeste i:SY-Eigenschaften im Sport-Chassis.
i:SY Skyfly E5 ZR F PX
  • Preis: 5799 Euro
  • Rahmen/Gabel: Carbon/Carbon
  • Mittelmotor: Bosch Performance Line PX
  • Akkukapazität: 545 Wattstunden
  • Gewicht: 19,6 Kilogramm
  • Zul. Gesamtgewicht: 150 Kilogramm

Rose Sneak Plus EQ Shift: neue Generation, gleicher Charakter

Das Rose Sneak Plus startet 2026 in eine neue Generation und bleibt seinem Konzept trotzdem treu. Der leichte Aluminiumrahmen, die Carbongabel und der integrierte Mahle-X30-Heckmotor sorgen weiterhin für den charakteristisch unauffälligen Auftritt. Die aktuellen Farben Zitronengelb ("Lemon") und Mintgrün ("Thyme"") geben dem E-Citybike einen frischen Look.
Ein dynamischer Hinterradnabenmotor treibt das Sneak Plus EQ Shift an.
Bild: S, Krieger / AUTO BILD
Mit bis zu 45 Newtonmetern Drehmoment schiebt der nahezu lautlose Nabenmotor direkt am Hinterrad an, während der fest verbaute 250-Wattstunden-Akku im Test für rund 50 Kilometer Reichweite gut war.
Neu ist dagegen die Kraftübertragung: Statt Riemen setzt Rose jetzt auf eine klassische 1x10-Kettenschaltung mit Shimanos Cues-Gruppe. Das erweitert den Einsatzbereich spürbar, vom schnellen Pendelweg über moderat steile Anstiege bis hin zur Sonnenuntergangs-Feierabendrunde, und passt aus unserer Sicht besser zum sportlichen Charakter des Urban-E-Bikes. Und wer mit geringer Motorunterstützung unterwegs ist, zum Beispiel aus Trainingsgründen, kann die eigene Muskelkraft nun noch effizienter in Vortrieb umsetzen.

Zwei Rahmenvarianten erhältlich

Mit rund 17 Kilogramm zählt das Sneak Plus EQ Shift weiterhin zu den Leichtesten seiner Klasse und fährt sich dank des verbauten Hilfsmotors entsprechend leichtgängig. Die Sitzposition ist aktiv und sportlich.
Der Heckmotor X30 von Mahle ist mit maximal 45 Newtonmetern Drehmoment ausgestattet.
Bild: S, Krieger / AUTO BILD
Es gibt das Sneak Plus aber auch als Mid-Step-Version mit einem leicht abgesenkten Oberrohr zum leichteren Auf- und Absteigen. Wer aufrechter sitzen will, sollte zurückblättern zum i:SY. Das Rose will Ihnen das Radfahren leichter machen, aber nicht komplett abnehmen. Das ist, wie man neudeutsch zu sagen pflegt, part of the deal.
Dass es sich überhaupt um ein E-Bike handelt, verrät folgerichtig erst der zweite Blick: Motor, Akku und Bedienelemente sind nahezu unsichtbar integriert, die Leitungen und Züge sauber unterm Vorbau verlegt und versteckt. Oder fallen Ihnen Brems- oder Schaltzüge unangenehm ins Auge?

Alltagstauglich und dezent

Gleichzeitig bringt das Rose alles für den Alltag mit, von Schutzblechen über Gepäckträger (Belastung: 8 Kilogramm pro Seite) bis hin zur fest installierten Lichtanlage mit Bremslichtfunktion und einem serienmäßigen AXA-Faltschloss.

Die besten Fahrradträger für E-Bikes

Premium TG
Autobild LogoTestsieger
Externe Verlinkung
1.
Eufab
Premium TG
1,6
gut
Westfalia Bikelander 2erExterne Verlinkung
2.
Westfalia Automotive
Bikelander 2er
1,9
gut
GENIO PRO Advanced silverExterne Verlinkung
3.
Atera
GENIO PRO Advanced silver
2,0
gut
Für zusätzliche Unterstützung ist optional ein Range Extender mit 170 Wattstunden erhältlich, der die Reichweite um bis zu 55 Kilometer steigern soll und flexibel am Rahmen befestigt werden kann.
Für 3300 Euro liefert Rose ein leichtes, sportliches Urban-E-Bike, das Understatement und Alltagstauglichkeit überzeugend miteinander verbindet.
Rose Sneak Plus EQ Shift
  • Preis: 3300 Euro
  • Rahmen/Gabel: Aluminium/Carbon
  • Heckmotor: Mahle X30
  • Akkukapazität: 250 Wattstunden
  • Gewicht: 17,2 Kilogramm
  • Zul. Gesamtgewicht: 120 Kilogramm

Fazit

von AUTO BILD
Zwei Wege zum leichten E-Bike: Das i:SY überzeugt mit viel Fahrspaß und kräftigem Antrieb, das Rose mit sportlicher Alltagstauglichkeit und dezentem Auftritt. Gemeinsam zeigen beide, dass ein E-Bike für Camper nicht zwangsläufig schwer sein muss.