Leon Cupra, Scirocco R, Mégane RS Trophy: Vergleich
Dreikampf der Kompakt-Sportler

Der Nordschleifen-Kampf zwischen Renault Mégane RS Trophy und Seat Leon Cupra 280 Perf. geht in seine erste Sachsenring-Runde. Ebenfalls mit dabei: ein neuer, alter Bekannter namens VW Scirocco R.
- Manuel Iglisch
Der Kampf um Nordschleifen-Rekorde tobt schon seit Jahren. Und das nicht nur im Rennsport, sondern witzigerweise fast noch heftiger unter den Serienherstellern. 300-PS-Subarus, die 7:55 Minuten zeiten und dabei so gar nicht nach dem klingen, was sich Otto-Normal-Interessenten hierzulande kaufen können. Corvette und Nissan, deren Rekordrunden immer waghalsigere Züge annahmen. Porsche, die ihren Hybridbomber 918 Spyder auf unter sieben Minuten sprengten; McLaren, die mit ihrem P1 eigentlich nicht kontern wollten, es in Form einer dubiosen Durchschnittsgeschwindigkeit dann aber doch taten. Und neuerdings auch Seat und Renault, deren Kompakte um die Frontantriebs-Krone kämpfen und dabei schon längst unter acht Minuten angekommen sind. Dabei war die Nordschleife bis vor Kurzem eigentlich Renaults ureigenstes Performance-Reservat.
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Der Konter ließ keine drei Monate auf sich warten
Ihr Monopol auf den Rekord schien einzementiert, ehe die Spanier mit brandneuer VW-Technik, 280 putzmunteren Turbo-PS, großer Verbundbremse und Michelin-Sportgummis um die Ecke gebogen kamen und den Franzosen mit 7:58,44 Minuten kurzerhand zehn Sekunden aufbrummten. Die wiederum reagierten entsprechend radikal, nahmen sich einen Mégane RS mit Cup-Paket zur Brust, rissen ihm Rückbank und Dämmstoff aus der Kanzel, verpassten dem Rohbau zwei Polycarbonatschalen, dem Motorraum eine Lithium-Ionen-Batterie und der Abgasseite einen strömungsoptimierten Akrapovic-Ausgang. Öhlins reichte einen Satz neuer Rennsportdämpfer, Michelin eine eigene Mischung des Pilot Sport Cup II. So kam drei Monate nach der offiziellen Seat-Zeit schließlich der ebenso amtliche Konter. 7:54,36 Minuten, nochmals vier Sekunden schneller.

Unter all den MQB-Sprösslingen wirkt der Scirocco für VW-Verhältnisse geradezu aufreizend analog.
Bild: Ronald Sassen

Hat der Cupra seinen traktionskritischen Bereich bis 100 km/h verlassen, kennt er kein Halten mehr.
Bild: Ronald Sassen

19-Zöller fährt der Trophy serienmäßig, den Sportreifen-Radsatz enthält das 4200 Euro teure Track-Pack.
Bild: Ronald Sassen
Fazit
Mit Sportreifen steigen Renault und Seat in eine Performance-Klasse auf, die vor Kurzem noch BMW M3 und Co. vorbehalten war. Der Renault kurvt entschlossener, der Seat drückt nachhaltiger, sodass am Ende das ehrlichere Feeling den Ausschlag gibt. Hut ab auch vor dem Scirocco, der trotz Facelift der vielleicht letzte VW mit echtem Charme ist.
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