Es ist das weiße Gold der Mobilitätswende: Lithium ist als Grundbaustoff von Lithium-Ionen-Akkus unverzichtbar für den zukünftigen Bedarf an Elektroautos und vielen weiteren strombasierten Geräten. Nun wurde in den USA ein mächtiges Vorkommen des Alkali-Metalls entdeckt, das die Versorgung der globalen Autoindustrie mit Akkus in der Zukunft über Jahrzehnte sicherstellen kann. In einer modernen Traktionsbatterie sind zwischen zehn und zwanzig Kilogramm Lithium verbaut.
Der Bodenschatz liegt unterhalb des riesigen Kraters McDermitt-Caldera im weitgehend menschenleeren Grenzgebiet zwischen den Bundesstaaten Nevada und Oregon im Nordwesten Amerikas. Experten gehen in vorsichtigen Schätzungen von 20 bis 40 Millionen Tonnen Lithium aus, Optimisten hoffen sogar auf 120 Millionen Tonnen.
Zum Vergleich: Jährlich werden mehr als 130.000 Tonnen Lithium weltweit verarbeitet. Es existieren Prognosen, nach denen sich durch die Verbreitung von Elektroautos der Bedarf allein bis 2025 auf mehr als 500.000 Tonnen jährlich erhöht.

Zwei Vorteile bei der Ausbeutung

Die neue Lithium-Bonanza hat gleich zwei Vorteile: Ihre Herkunft aus den USA macht Einfuhrländer unabhängiger von dem wichtigen Exporteur China, zweitgrößter Produzent der Welt. Und der Abbau könnte im Vergleich zu anderen Vorkommen verhältnismäßig umweltfreundlich erfolgen.
Chile Lithium
Das reaktionsfreudige Lithium gehört zu den Leichtmetallen und ist essentiell für den Bau von E-Auto-Akkus.
Bild: Rodrigo Abd
Denn die Lagerstätte in der McDermitt-Caldera beinhaltet hoch konzentriertes Lithium, das relativ dicht unter der Oberfläche liegt. In vielen bekannten Lagerstätten Südamerikas dagegen muss das Alkali-Metall aufwändig in Wasser gelöst und aus großen Tiefen hochgepumpt werden. Das hat bereits zu Diskussionen um die Umweltfreundlichkeit von E-Auto-Batterien geführt.

Im Frühjahr 2023 startete die Erschließung des Vorkommens. Zu den Teilhabern an dem Bergbaukonzern "Lithium Americas" gehört der amerikanische Autokonzern General Motors, der spät auch in die Entwicklung von Elektroautos eingestiegen ist. Das Unternehmen hat hier rund 570 Millionen Euro investiert. Auch in Europa wird an der Erschließung von Lithium-Vorkommen für die Elektroautos der Zukunft gearbeitet, unter anderem im Oberrheingraben und im Erzgebirge. Allerdings sind diese Vorkommen erheblich kleiner.