Ist das schon die Wachablösung? Genau 33.655 neue batteriebetriebene Elektroautos wurden im September 2021 in Deutschland verkauft. Mit 17,1 Prozent Marktanteil schoben sich die reinen E-Autos damit im Vergleich der Antriebsarten erstmals am Diesel (15,9 Prozent) vorbei auf Platz zwei hinter dem Benzinfahrzeug (35,9 Prozent). Mutmaßlich vor allem dank der erhöhten E-Kaufprämie nahm die Nachfrage nach den Stromern weiter zu, und zwar um 58,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Selbstzünder verloren indes mit -53,9 Prozent wie auch die Benziner (-41,4) in der Käufergunst deutlich.
Und immer mehr potenzielle Kunden ziehen den Kauf eines Elektroautos in Erwägung. Laut einer Eon-Umfrage im Sommer 2021 können sich sogar zwei Drittel (66 Prozent) aller Menschen mit Führerschein den Erwerb eines reinen E-Autos vorstellen, in einigen Großstädten liegt die Zahl noch höher.
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Die Ablehnung bei den zögernden Autofahrern ist seit Jahren ähnlich begründet: zu wenige Ladestationen (vor allem auf dem Land), zu kurze Reichweite und der nach wie vor höhere Preis im Vergleich zu Benzinern oder Dieselautos. Der Zuspruch resultiert vor allem aus diversen Zuschüssen, weniger Unterhaltskosten (Kostencheck: Rechnet sich der Umstieg?) und einem gestiegenen Umweltbewusstsein. Falls Sie auch überlegen: AUTO BILD erklärt, was beim Kauf eines Elektroautos zu beachten ist!

Tipps zum E-Autokauf

Welches E-Auto passt zu wem?

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Das Angebot an E-Autos in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren stark verbreitert, mit Verzögerung auch im Portfolio der großen Hersteller. Vom Kleinwagen bis zur Luxuslimousine wurde mittlerweile fast jedes Segment unter Strom gesetzt. Selbst als Sportwagen wird das E-Auto inzwischen angenommen, wie der große Erfolg des Porsche Taycan beweist. Überlegen Sie also, welche Bedürfnisse Sie als Autobesitzer haben: Fahren Sie oft alleine, oder muss die Familie häufig mit? Danach sollten Sie die Größe des Wagens bestimmen. Pendeln Sie nur zur Arbeit und zurück? Dann reicht vielleicht ein Kleinwagen ohne große Reichweite wie ein Smart EQ, Seat Mii electric oder Honda E. Oder stehen häufiger längere Reisen auf dem Programm? Dann wäre vielleicht eher ein VW ID.3, ein Tesla Model 3 oder ein Ford Mustang Mach-E das Richtige. Oder vielleicht ein Plug-in-Hybrid mit zusätzlichem Verbrennermotor an Bord. Aber auch die Wahl der Batterie Ihres Modellfavoriten kann eine Rolle spielen. Vielleicht muss es nicht unbedingt die größte sein.

Warum macht die Batterie E-Autos teuer?

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Wer ein neues Elektroauto kaufen möchte, sieht sich noch immer mit einem relativ hohen Kaufpreis konfrontiert. Allerdings ist die Diskrepanz zu Fahrzeugen mit Verbrennermotoren vor allem durch die erhöhte Elektro-Kaufprämie (mindestens bis 2025) deutlich gesunken. So liegt der Basispreis für einen Opel Corsa bei gut 14.400 Euro, einen Corsa-e gibt es dank 9000 Euro Innovationsprämie schon für rund 6500 Euro mehr (Stand: Januar 2021). Preistreiber Nummer eins ist nach wie vor der Akku, das teuerste Bauteil beim Elektroauto. Er macht gut ein Drittel der Produktionskosten aus (alles zum Thema E-Auto-Batterie). Aber es gibt gute Nachrichten für alle Elektroauto-Interessenten: Die Akku-Preise sinken. Schon in zwei bis drei Jahren könnte die Marke von 100 Euro pro Kilowattstunde Kapazität erreicht werden. Sie wird in der Branche immer wieder als Punkt genannt, ab dem Elektroautos beim Preis mit vergleichbaren Verbrennern ohne Kaufpreisförderung gleichziehen könnten. So will VW den Preis mit Einheitsakkus drücken.

Welche finanzielle Förderung es für E-Autos gibt

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Zum Erreichen der EU-Klimaziele beschloss das Bundeskabinett Ende 2019 das Klimapaket. Es macht durch die CO2-Abgabe das traditionelle Autofahren teurer, auf der anderen Seite wird die emissionsarme oder -freie Elektromobilität gefördert. Wichtigstes Instrument dafür ist die Innovationsprämie (erhöhter Umweltbonus), die bis zu 9000 Euro Preisvorteil (plus Mehrwertsteuerersparnis) für E-Autokäufer bringt. Mindestens bis Ende 2025 lohnt es sich also, über den Neukauf eines E-Mobils nachzudenken. Zwei Drittel des Zuschusses zahlt der Bund, den Rest der jeweilige Hersteller. Ein Antragsformular und alle Infos gibt es beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
Seit dem 16. November 2020 dürfen Käufer von Elektroautos auch eine doppelte Förderung beantragen, also Förderprogramme von Bund UND Ländern gleichzeitig in Anspruch nehmen, beispielsweise zur Umrüstung von Taxis, Mietwagen, Carsharingautos oder kommunalen Fahrzeugen.
Dazu gibt es 900 Euro Zuschuss für den Kauf und die Installation von heimischen Wallboxen, was die Ladeinfrastruktur stärken soll. Denn mehr als zwei Drittel aller Ladevorgänge finden derzeit am Arbeitsplatz oder zu Hause statt. Anträge zur Wallbox-Förderung können bei der staatlichen Kfw-Bank gestellt werden. Zusätzlich gibt es noch regionale Wallbox-Förderprogramme einiger Bundesländer.

Wie schätzt man die Reichweite und Batterie des E-Autos richtig ein?

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Elektroauto-Käufer sollten nicht am Akku sparen, von ihm hängt die Reichweite ab. Nach Möglichkeit sollte er immer zwischen 20 und 80 Prozent aufgeladen sein. Es ist ganz natürlich, dass sich seine Kapazität mit der Zeit verringert. Bei einer Lebensdauer von acht bis zehn Jahren büßt der Akku bis zu 30 Prozent seines Speichervolumens ein, je nach Ladeart, Zahl der Ladezyklen oder Fahrstil. Auch bei Kälte sinkt die Reichweite schnell (Reichweiten-Tipps für den Winter). Aufschluss über den Zustand der Batterie gibt der sogenannte State-of-Health-Wert (SoH), also das Verhältnis der aktuell maximal nutzbaren Kapazität zur Nennkapazität. Gebrauchtwagenkäufer sollten einen Test in einer Markenwerkstatt machen lassen (30-60 Euro) oder das Serviceheft nicht vergessen. Die meisten Hersteller (VW, Renault, BMW, Mini, Skoda, Peugeot, Citroën, Hyundai, Fiat, Jaguar, Audi, Mercedes, Nissan, Opel, Mazda, Honda, Volvo, Porsche) geben eine Batterie-Garantie über acht Jahre und 160.000 Kilometer, viele mit garantierter Speicherleistung von 70 Prozent.
Wichtig: Bei der Reichweite nicht allein auf die Herstellerangaben verlassen. Diese sind meist unter realitätsfernen Bedingungen erhoben worden und können im Alltag nicht erreicht werden. Deswegen ist es ratsam, sich vor dem Kauf beim Händler nach der Reichweite im Realbetrieb zu erkundigen. Dann sollte aufgrund des Kapazitätsverlustes noch mal etwa ein Drittel Puffer eingeplant werden. Wer den Wagen also für mindestens 100 Kilometer am Tag nutzt, sollte ein Auto mit mindestens 150 Kilometern (realer) Reichweite kaufen. Dann macht das Elektroauto auch ein paar Jahre später noch Freude.

Ladesäulen und Wallbox: Wie man öffentlich und privat laden kann?

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Neben dem Thema Reichweite sollte auch das Thema Laden in die Kaufentscheidung für oder gegen das Elektroauto einfließen. Vor dem Kauf eines Elektroautos sollte man sich über die Ladeinfrastruktur in der Umgebung informieren. Am besten sollte zu Hause eine Möglichkeit zum Laden verfügbar sein. Hier eignet sich sehr gut eine Wallbox – ein Starkstromanschluss speziell für E-Autos. Diese privaten Ladepunkte kosten grob zwischen 500 und 2000 Euro, die Installation noch einmal 1000 bis 2000 Euro. Vom Staat gibt es 900 Euro Zuschuss. Das Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz (WEMoG) zum Ausbau der Elektromobilität sichert seit dem 1. Dezember 2020 Eigentümern wie Mietern das Recht, am Stellplatz in der Garage oder auf dem Grundstück eine Ladesäule zu installieren (mehr Infos). Und es erleichtert generell bauliche Veränderungen.
Ein Elektroauto lässt sich meist auch an der Haushalts-Steckdose aufladen, das sollte jedoch eher die Ausnahme sein als die Regel. Der Vorgang dauert viele Stunden und belastet den Anschluss. Manche Anschlüsse (z.B. in älteren Gebäuden) sind dafür gar nicht geeignet. Wer mit dem Auto zur Arbeit fährt, sollte klären, ob es dort eine Möglichkeit zum Nachladen gibt.

Welches Ladekabel ist das richtige?

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Wie schnell und effizient ein E-Auto lädt, hängt von drei Faktoren ab: Lademöglichkeit, Ladesystem im Auto und die Kabel-Stecker-Kombinationen. Kurze Kabel sind leicht und verschwenden keinen Platz im Kofferraum. Wenn aber beispielsweise eine öffentliche Stromstation von einem Verbrenner zugeparkt ist, hilft ein extralanges Ladekabel, um an Saft zu kommen. Der Nachteil: Lange Leitungen sind schwer, sperrig und teurer. Außerdem steigt mit der Kabellänge die Verlustleistung. Wer zu Hause lädt, der sollte das Kabel so kurz wie möglich wählen. Für den mobilen Einsatz empfiehlt sich die Faustformel: Breite plus Länge des Autos gleich Kabel-Mindestmaß.
Spirale oder glattes Kabel? Letzteres lässt sich leichter am und ums Auto herum verlegen, landet dafür aber gern im Dreck. Spiralkabel ziehen sich immer auf ihr kleinstes Packmaß zusammen und lassen sich luftig verlegen. Allerdings können sie den Lack und Anbauteile des Autos gefährden. Außerdem verbrauchen sie mehr Material, sind darum teurer und haben höhere Widerstände. Auf dem Markt verlieren sie an Bedeutung.

Wann lohnt es sich ein E-Auto zu leasen?

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Eine Möglichkeit, den Preis beim Kauf eines Elektroautos zu drücken, ist das Leasing. Auch das wird vom erhöhten Umweltbonus preislich begünstigt, allerdings gestaffelt. Nur bei einer Laufzeit von mindestens 24 Monaten wird die volle Prämie angerechnet, also 9000 Euro bei einem Nettolistenpreis von bis zu 40.000 Euro und 7500 darüber (bis 65.000 Euro). Bei Kurzzeitverträgen von 6 bis 11 Monaten beträgt der Zuschuss 2250 bzw. 1875 Euro, bei 12 bis 23 Monaten 4500 bzw. 3750 Euro. Die Möglichkeit der Akku-Miete zur Reduzierung des Kaufpreises gibt es immer seltener. Selbst Renault hat sie für den langjährigen Bestseller Zoe nach Erfahrungen mit seinen Kunden inzwischen abgeschafft.

Welche Steuervorteile und andere Privilegien es gibt?

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Wie bei der Anschaffung greift der Staat auch beim Unterhalt E-Auto-Kunden unter die Arme. So sind E-Autos die ersten zehn Jahre nach dem Neukauf von der Kfz-Steuer befreit, danach werden lediglich 50 Prozent fällig. Bei der Dienstwagenbesteuerung müssen bei reinen E-Autos nur 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises angesetzt werden (ab Erstzulassung, gilt bis 2030), bei Plug-in-Hybriden 0,5 Prozent. Auch beim kostenlosen Laden auf der Arbeit genießen Elektroauto-Besitzer Steuervorteile: Räumt der Arbeitgeber eine Möglichkeit ein, das E-Auto kostenfrei aufzuladen, muss der Gratis-Strom in der Steuererklärung nicht als geldwerter Vorteil angegeben werden. Weitere Vorteile genießen E-Auto-Besitzer vor allem in vielen Innenstädten. In vielen Parkhäusern sind kostenfreie Parkplätze mit Ladesäulen für Elektroautos eingerichtet. Auch auf vielen öffentlichen Plätzen parken E-Autos – zumindest während des Ladevorgangs – frei.

Wie hoch fällt die Kfz-Versicherung bei Elektroautos aus?

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Bei der Versicherung des Elektroautos gilt wie bei jedem anderen Fahrzeug: vorab Tarife vergleichen! Viele Versicherungen sind inzwischen für E-Autos günstiger als für Benziner. Der Grund für das gute Abschneiden der Stromer liegt an ihrer Einstufung in bessere Typklassen. Die jeweilige Einordnung resultiert aus den gemeldeten Unfallschäden der vergangenen Jahre für ein Modell. Diese fallen offenbar aufgrund besserer Sicherheitstechnik der E-Autos und der umsichtigeren Fahrweise ihrer Besitzer geringer aus. Verpflichtend ist auch bei E-Autos nur die Haftpflichtversicherung. Allerdings ist eine Vollkasko-Police ratsam. Wichtig: Der Versicherungsschutz sollte den Akku vollumfänglich mit abdecken. Dazu zählen auch Schäden durch Bedienfehler, wie zum Beispiel durch eine Tiefenentladung.

Geringe Wartungs- und Betriebskosten beim Elektroauto?

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Ein eindeutiger Preisvorteil des Elektroautos im Gegensatz zu einem Verbrenner ergibt sich aus den geringeren Wartungs- und Reparaturkosten. Typische Verschleißteile wie Zahnriemen, Zündkerzen oder Kupplung fallen weg, wie auch Schmierstoffe und Kühlwasser. Auch regelmäßige Ölwechsel gibt es nicht mehr. Die Bremsen verschleißen dank Rekuperation langsamer. Natürlich steht auch hier einmal jährlich die Inspektion ins Haus, doch sie ist gut ein Drittel günstiger als bei einem vergleichbaren Verbrenner. Der wichtigste Kostenpunkt für die Fraktion Pro-E-Mobilität ist aber der Kraftstoff: Der Strom für Elektroautos ist um einiges günstiger als Benzin oder Diesel, auch wenn die Stromkosten schwanken und im Schnitt zuletzt leicht gestiegen sind. Mit dem Finden des günstigsten Stromtarifs und Alternativen wie zum Beispiel ein heimisches Solardach lässt sich zusätzlich Geld sparen. Der ADAC hat ausgewählte E-Autos, Plug-in-Hybride und Verbrennerfahrzeuge einem Gesamtkostenvergleich unterzogen. Dabei belastete beispielsweise der Kilometer mit einem VW e-Golf 7 mit 40,8 Cent das Budget deutlich weniger als der mit einem Golf 8 Benziner (47,6 Cent) oder einem Golf VIII Diesel (49,2 Cent).

Droht der Wertverlust beim Weiterverkauf?

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Lange lagen Elektroautos in Sachen Wertverlust mit Verbrennern gleichauf oder sogar vorne, vor allem zu Zeiten intensiver Klimadiskussionen. Inzwischen sieht das ein bisschen anders aus. Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) warnte Ende November 2020 vor dauerhaft niedrigen Preisen für gebrauchte E-Autos und Plug-in-Hybride. Grund ist die Verlängerung der erhöhten Kaufprämie bis Ende 2025. Auch mehr Leasingrückläufer sind bei den Stromern zu erwarten. Man sollte also als Interessent den Anreiz durch den Umweltbonus richtig einordnen – oder den Kauf eines gebrauchten Elektrofahrzeugs in Erwägung ziehen.


Diese Fragen helfen bei der Entscheidung für ein E-Auto

• Reicht die Reichweite für die täglich/regelmäßig gefahrene Strecke? Die maximale Reichweite im Realbetrieb sollte mindestens ein Drittel darüber liegen.
• Passt das Fahrverhalten zum Elektroauto? Wer gerne lange Auto fährt, kommt mit der Reichweite vermutlich nicht hin.
• Welche Möglichkeiten zum Laden gibt es in unmittelbarer Umgebung? Ohne die richtige Ladeinfrastruktur dazu gehört die Möglichkeit, eine eigene Wallbox anzuschaffen, droht Frust.
• Wie groß muss das Auto sein? Möglicherweise sollen mehrere Personen mitfahren oder Gegenstände transportiert werden.
• Erhoffe ich mir einen Kostenvorteil? Wer mit dem Elektroauto sparen will, sollte alle Kosten berechnen und mit einem Verbrenner vergleichen. Realistisch bleiben!
• Kann ich von Zuschüssen profitieren? Vorab unbedingt über aktuelle Prämien, Hersteller-Boni und Steuervorteile informieren.
• Lohnt es sich, das Auto zu leasen? Auch dafür gibt es Förderung.
• Ist es mir wichtig, emissionsfrei zu fahren? Nur mit "grünem" Strom ist das E-Auto wirklich umweltfreundlich.