Die Elektroauto-Förderung vom Staat naht heran, kommt aber später als geplant. Immer noch stehen die Details der Förderung nicht. Somit verschiebt das Bundesumweltministerium den Livegang des erwarteten Förderportals von 1. Mai auf das Monatsende. Das bestätigte ein Ministeriumsprecher dem Fachmagazin kfz-betrieb (Paid).
Eigentlich hatten die Förderbedingungen, insbesondere für Plug-in-Hybride sowie für die neue Kategorie der Range Extender, schon Ende Februar stehen sollen. Immerhin hat die EU schon grünes Licht für den Förderantrag Deutschlands signalisiert. Das Förderprogramm steht als Teil des Klimaschutzpakets der Bundesregierung zur Umsetzung an. Mit drei Milliarden Euro Förderung sollen für bis zu 800.000 Elektroautos bezuschusst werden. Dazu kommen weitere 1,6 Milliarden Euro für 2500 öffentliche Ladestationen.

E-Auto-Prämienrechner 2026

Berechnet die voraussichtliche Förderung anhand bekannter Regeln

Zusätzliche Angaben für Hybridfahrzeuge
Kinder im Haushalt
Rechner basiert auf Informationen aus dem Bundesumweltministerium (BMUKN)
Zudem will die Regierung auch die Installation von Wallboxen an Mehrfamilienhäusern fördern. Allein dafür ist eine halbe Milliarde Euro an Fördergeld vorgesehen. Geplant wird auch eine Weiterentwicklung der Treibhausgas-Quote für Kraftstoffe. Ob damit ein erhöhter Bonus für Benzin und Diesel aus erneuerbaren Quellen gemeint ist, war zuletzt unklar. Sicherlich ist angesichts der aktuell massiv steigenden Spritpreise mit einem erhöhten Interesse an neuen E-Autos zu rechnen – auch das Angebot an Elektroautos unter 30.000 Euro steigt 2026 deutlich.

Wie entwickeln sich die E-Auto-Käufe?

Ob die Prämie Einfluss auf eine Kaufentscheidung hat, muss sich zeigen. Aktuell steigt die Nachfrage nach E-Autos. Im Februar 2026 robbte der Anteil an neuen batterieelektrischen Fahrzeugen langsam auf ein Viertel der Neuzulassungen zu. Im Gesamtjahr 2025 lag die Quote noch bei 19,3 Prozent. Auch der Anteil der Plug-in-Hybride steigt – auf aktuell 11,4 Prozent aller neuen Autos. Schon jetzt ist klar: Die Förderung wird rückwirkend für alle neuen Elektroautos, Plug-in-Hybride und E-Autos mit Range Extender gewährt, die seit dem 1. Januar 2026 zugelassen wurden. Damit sind förderberechtigte Käufer auf der sicheren Seite.

Wer bekommt die maximale Förderung von 6000 Euro?

Die Prämie gilt für elektrische Neuwagen und Plug-in-Hybride sowie für Autos mit Range Extender – abhängig vom Einkommen. Der Bund zielt auf Menschen mit "kleinem oder mittlerem Haushaltseinkommen", damit sie ein neues Elektroauto kaufen oder leasen können. Die Pläne wurden am 19. Januar 2026 vorgestellt. Der Bund stellt dafür drei Milliarden Euro zur Verfügung.
Allein für 2026 werden 550 Millionen Euro für die Prämie veranschlagt, viele Details gehen aus einem FAQ des Ministeriums hervor. Im Mai will das Umweltministerium einen offiziellen Förderrechner vorstellen, dann kommt auch das Antragsformular heraus. Neu ist eine Mindesthaltedauer für die geförderten Autos. AUTO BILD liefert die Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Kaufprämie – berechnen Sie hier die mögliche Prämie!

Für welche Einkommenshöhen gibt es E-Auto-Förderung?

Bezuschusst werden Kauf und Leasing von reinen Elektroautos sowie Plug-in-Hybridfahrzeugen (PHEV). Die Mindesthaltedauer beträgt jeweils 36 Monate ab Erstzulassung. Die Einkommensgrenze liegt bei maximal 80.000 Euro Bruttojahreseinkommen, also vor Steuern und Abgaben. Das entspricht einem Nettoeinkommen von rund 4800 Euro für Ledige und 5400 Euro bei Paaren. Pro Kind steigt die Berechtigungsgrenze um weitere 5000 Euro – für maximal zwei Kinder, sodass Haushalte mit maximal 90.000 Euro Einkommen (vor Steuern) förderberechtigt sind. Die Förderung soll sich laut Bundesumweltministerium am "Median von Neuwagenkäufern" orientieren, womit die Hälfte aller Haushalte für eine Förderung infrage käme. Wer sich unabhängig vom Einkommen für ein E-Auto interessiert, kann sich schon jetzt auf eine lang laufende Steuerfreiheit für neue E-Fahrzeuge verlassen – sie gilt bis 2035.

Wie hoch soll die Prämie ausfallen?

Es gibt drei Förderstufen für batterieelektrische Fahrzeuge:
  • Die Basisförderung für reine Elektroautos beträgt 3000 Euro, sie gilt für Haushalte zwischen 60.001 und maximal 80.000 Euro Bruttoeinkommen.
  • Weiter aufgestockt wird die Förderung für Haushalte mit einem Bruttoeinkommen zwischen 45.001 und maximal 60.000 Euro. Damit steigt die Förderung auf 4000 Euro.
  • Nochmals aufgestockt wird die Förderung für Haushalte mit einem Bruttoeinkommen von maximal 45.000 Euro. Dann steigt die Förderung auf 5000 Euro.
  • Innerhalb dieser Einkommensgrenzen bekommen Haushalte mit zwei Kindern (je Kind gibt es 500 Euro extra) maximal weitere 1000 Euro Zuschuss, mit jedem Kind steigt das zugrundeliegende Bruttoeinkommen um 5000 Euro – bei zwei Kindern also auf 90.000 Euro. Also steigen die Förderstufen auf 4000, 5000 oder maximal 6000 Euro.

Förderung für rein batterielektrische Fahrzeuge

Förderung für rein batterielektrische Fahrzeuge
85.001 € bis 90.000 €
nicht förderfähig
nicht förderfähig
4000 €
80.001 € bis 85.000 €
nicht förderfähig
3500 €
4000 €
60.001 € bis 80.000 €
3000 €
3500 €
4000 €
45.001 € bis 60.000 €
4000 €
4500 €
5000 €
Bis 45.000 €
5000 €
5500 €
6000 €
Es gibt drei Förderstufen für Plug-in-Hybride und Autos mit Range Extender (max. 60 g CO2/km, elektrische Reichweite mindestens 80 km):
  • Die Basisförderung für Plug-in-Hybride und Autos mit Range Extender liegt bei 1500 Euro, sie gilt für Haushalte zwischen 60.000 und maximal 80.000 Euro Bruttoeinkommen.
  • Weiter aufgestockt wird die Förderung für Haushalte mit einem Bruttoeinkommen zwischen 45.001 und maximal 60.000 Euro. Damit steigt die Förderung auf 2500 Euro.
  • Nochmals aufgestockt wird die Förderung für Haushalte mit einem Bruttoeinkommen von maximal 45.000 Euro. Dann steigt die Förderung auf 3500 Euro.
  • Innerhalb dieser Einkommensgrenzen bekommen Haushalte mit zwei Kindern (je Kind gibt es 500 Euro extra) maximal weitere 1000 Euro Zuschuss. Pro Kind steigt das zugrundeliegende Bruttoeinkommen um 5000 Euro – bei zwei Kindern demnach auf 90.000 Euro. Also steigen die Förderstufen auf 2500, 3500 oder maximal 4500 Euro.

Förderung für Plug-in-Hybride/Range Extender

Förderung für Plug-in-Hybride/Range Extender
85.001 € bis 90.000 €
nicht förderfähig
nicht förderfähig
2500 €
80.001 € bis 85.000 €
nicht förderfähig
2000 €
2500 €
60.001 € bis 80.000 €
1500 €
2000 €
2500 €
45.001 € bis 60.000 €
2500 €
3000 €
3500 €
Bis 45.000 €
3500 €
4000 €
4500 €

Welche Autos werden gefördert?

Förderfähig sind alle reinen E-Modelle, unabhängig vom Hersteller. Als besondere Bedingung für Plug-in-Hybride gilt: Sie dürfen maximal 60 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen und müssen 80 Kilometer rein elektrisch fahren können. In den Genuss der Förderung kommen auch Autos mit Range Extender, also mit kleinem Verbrennungsmotor zum Aufladen der Batterie. Der Umweltminister will den Käufern die Wahl des Herstellers überlassen. Später soll die Vergabe der neuen Förderung stärker an die Produktion in Europa geknüpft werden, doch dazu werden noch EU-Regelungen erwartet. Vor Kurzem hat die EU eine neue E-Autokategorie für kleinere Fahrzeuge festgelegt, sie heißt M1E. Der Idee zufolge soll die Förderung in gleicher Höhe von Herstellern oder Händlern ergänzt werden. Pläne dazu sind derzeit noch nicht bekannt. Nur vereinzelt bieten Autohersteller eigene Prämien an. Es wird keine Liste der förderfähigen Autos mehr geben.

Mindesthaltedauer: drei Jahre

Neu ist bei den Förderplänen eine Mindesthaltedauer von drei Jahren. Bei der vergangenen Förderung, dem "Umweltbonus", waren wiederholt Mitnahmeeffekte beklagt worden; eine große Zahl von Käufern hatte E-Autos unmittelbar nach Ablauf der Förderfrist mit Gewinn ins Ausland verkauft.

Was ist mit einer Elektro-Gebrauchtwagen-Förderung?

Gebrauchte Elektroautos werden im laufenden Jahr 2026 nicht gefördert. "Alles Weitere wird in 2026/2027 entschieden", sagte der Umweltminister beim Vorstellen der Details. Er setzt stattdessen auf die neuen, günstigen E-Autos, die noch für 2026 angekündigt wurden.

Für wie viele Autos wird das Geld reichen?

Je nach Förderhöhe würden die eingeplanten drei Milliarden Euro laut Umweltministerium für 800.000 Autos reichen – verteilt über die Zeit von 2026 bis einschließlich 2029. Damit würde die Zahl der aktuell 2,25 Millionen E-Autos in Deutschland einen deutlichen Sprung machen. Der Umweltminister geht zudem von weiteren 800.000 E-Autos aus, die auch ohne Förderung neu angeschafft werden. Er erwartet einen "exponentiellen Anstieg der E-Auto-Zahl", sagte er beim Verkünden der Förderdetails.

Welche Bedingung könnte die EU stellen?

Eine Vorbedingung für nationale Förderprogramme ist die Zustimmung der EU. Aktuell erarbeitet die EU-Kommission einen Gesetzentwurf, der eine Fertigung in Europa zur Bedingung macht, berichtet die "Financial Times". Konkret müssten förderfähige E-Autos zu mindestens 70 Prozent aus Teilen bestehen, die in Europa gefertigt werden. Damit könnte Europa auf eine "Buy European"-Industriepolitik umschwenken. Dieses Vorgehen haben unter anderem Stellantis und Volkswagen gefordert.

Wie beurteilen Autoexperten die neue E-Auto-Förderung?

Der Verband der Automobilindustrie befürwortet die Kaufprämie für neue Elektroautos. VDA-Präsidentin Hildegard Müller teilte dazu mit: "Das Förderprogramm schafft die benötigte Planungssicherheit für die Verbraucher sowie die deutsche Automobilindustrie." Das Programm würde den Erfolg der E-Mobilität in Deutschland unterstützen. Sie hob die rückwirkende Geltung positiv hervor, forderte aber das baldestmögliche Ausdehnen auf Gebrauchtwagen, spätestens 2027.
Als besonderen Fehler hob Müller hervor, dass als maßgeblicher Stichtag für die Förderung das Zulassungsdatum und nicht das Kaufdatum angesetzt wird. Denn: "Die Verbraucherinnen und Verbraucher brauchen unbedingt bereits beim Kauf des Autos Gewissheit darüber, ob sie die Förderung erhalten." Diesen Webfehler müsse die Koalition beim Förderprogramm 2027 unbedingt beheben.
VDA-Präsidentin Hildegard Müller
Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), setzt beim Erreichen der CO2-Ziele auf die Elektromobilität, bezweifelt aber den positiven Effekt einer Kaufprämie beim Stützen der deutschen Autoindustrie.
Bild: VDA
Müller verweist auf die erforderliche Chancengleichheit aller Hersteller, nicht nur der in Deutschland ansässigen: "Bei Anreizen müssen gleiche Bedingungen für alle gelten, Protektionismus ist nicht der richtige Weg." Als zentral sieht sie die Ladeinfrastruktur an: "Auf keinen Fall dürfen die grundsätzlichen Rahmenbedingungen vernachlässigt werden, wie der Auf- und Ausbau der Lade- und H2-Tankinfrastruktur, der Stromnetze sowie günstiges Laden immer und überall. Hier ist der Nachholbedarf Deutschlands groß, die Politik und die Energiewirtschaft sind hier dringend gefordert."

Warum Auto-Professor Dudenhöffer gegen die Prämie ist

Gegen die Neuauflage der Kaufprämie hat sich Professor Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Center of Automotive Research (CAR) in Bochum, ausgesprochen: "Ich glaube, das Ganze ist nicht notwendig", sagt der Autoprofessor. "Elektroautos verkaufen sich von allein. Schade um das Steuergeld." Zuletzt seien die Preise für Elektroautos ohnehin gesunken: "Der Markt und das Elektroauto hat sich etabliert."
Dudenhöffer erwartet, dass sich der Trend auch ohne staatliche Förderung fortsetzt – auch deshalb, weil die Autobauer diese verkaufen müssten, um CO2-Flottenziele einzuhalten und EU-Strafzahlungen zu vermeiden.
Prof. Ferdinand Dudenhöffer CAR Institut Bochum
Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, CAR-Institut Bochum.
Bild: privat
Der Branchenexperte bemängelt die seiner Ansicht nach hohen Kosten fürs HPC-Laden: "Statt neuer Kaufpreisförderung sollte sich Berlin mal die Schnellladepreise anschauen." Das hohe Preisniveau zerstöre das Vertrauen in die Elektromobilität.

THG-Prämie

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Elektrovorteil bietet 2026 eine THG-Prämie von 320 Euro

Elektrovorteil

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  • Folgejahr: mindestens 140 Euro
  • Zwei-Jahres-Vertrag muss händisch verkürzt werden

Autohandel ZDK fordert Kaufprämie für elektrische Gebrauchte

Der ZDK hält eine Förderprämie nur für sinnvoll, wenn sowohl Neu- als auch Gebrauchtwagen gefördert werden. Thomas Peckruhn vom Autohändler- und Werkstätten-Verband ZDK (Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeug-Gewerbe): "Ein Elektroauto-Bonus, der nur für Neuwagen gilt, geht zu Lasten des Gebrauchtwagenhandels", so ZDK-Präsident Thomas Peckruhn zu AUTO BILD. Der Händlerverband setzt sich für die Förderung junger Gebrauchter ein. Werden Neuwagen bezuschusst, schmilzt anschließend die Marge im Gebrauchtwagenhandel, hat der Verband erkannt. Peckruhn: "Der Druck auf die Restwerte ist dann zu stark."
Thomas Peckruhn Vizepräsident ZDK Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe Skoda-Händler
Thomas Peckruhn, Präsident Händlerverband ZDK.
Bild: Uwe Moosburger
Der ZDK-Vizepräsident hält eine Elektro-Gebrauchtwagen-Prämie auch aus politischen Gründen für sinnvoll: "Das wäre sozialer." Er bezieht sich auf den "Bonus Ecologique", der in Frankreich für den Kauf eines gebrauchten E-Autos gewährt wird (Förderhöhe: 1000 Euro). Peckruhn: "Oder legt doch einfach einen Gutschein mit einem Stromguthaben ins Handschuhfach." Der Skoda-Händler hört bei Kundengesprächen immer wieder Beschwerden, dass Autostrom an der Ladesäule so teuer sei wie der Sprit beim Tanken.
Wichtig vor allem: Es müsse jetzt schnell gehen mit der Förderung, so Peckruhn gegenüber AUTO BILD: "Wir beobachten bereits eine Kaufzurückhaltung, die Menschen warten auf die Förderung." Das schade dem Handel, weil die Verkaufszahlen sinken würden.

Händlerverband VAD gegen Neuwagen-Bonus

Auch der neu gegründete Verband der Automobilhändler in Deutschland (VAD) begrüßt den geplanten Gebrauchtwagen-Bonus: "Das wäre für die Privatkunden viel wichtiger als die Prämie für Neuwagen", so ein Verbandssprecher gegenüber AUTO BILD. Die Neuwagen-Förderung hält der Verband hingegen für "ein echtes Strohfeuer."
In den kommenden Jahren stehen 4,6 Milliarden Euro für die E-Auto-Kaufprämie zur Verfügung. Die Höhe der Prämie ist einkommensabhängig, das erscheint nur gerecht. Ob eine "Buy Europe"-Bedingung sinnvoll ist? Ich wäre nicht dafür: In meinen Augen sind E-Autos aus Südkorea und Japan ebenfalls förderfähig.