Für E-Autos mit ordentlicher Reisereichweite sollte man mindestens zwischen 45.000 und 55.000 Euro einplanen, manchmal auch etwas mehr. In dieser Region gibt es bereits hervorragende Elektrotechnik fürs Geld. Warum gerade diese Preisklasse? Hier bündeln sich moderne Technologien – mitunter aus der Oberklasse – mit ausreichend großen Batterien, die echte Reisetauglichkeit ermöglichen. Gleichzeitig findet sich für dieses Budget eine breite Auswahl gut ausgestatteter Volumenmodelle renommierter Hersteller.
Das Segment reicht bereits in die Luxusklasse hinein und umfasst Fahrzeuge mit Akkukapazitäten von mehr als 70 kWh. Die Reichweiten liegen meist über 450 Kilometern, die Ausstattung spricht sowohl Privat- als auch Dienstwagenkäufer an. Der hohe Preis bleibt ein Nachteil – doch selbst deutlich unterhalb der 60.000-Euro-Marke erzielen einige Modelle im AUTO BILD-Test eine Einser-Wertung.
CLA 250+ EQ MERCEDES-BENZ
4.
MERCEDES-BENZ
1,6
gut
Preis
55.727,7 EUR
Kia EV4
7.
1,8
gut
Preis
43.240 EUR
Cupra Born
9.
Cupra
Born VZ
1,8
gut
Preis
52.770 EUR
02 LYNK & CO
12.
Lynk & Co
1,9
gut
Preis
35.995 EUR
Carwow LogoGebrauchtwagen ab 31.950 EUR
Auto Bild Logo
LeasingSparneuwagen Logo
Mazda 6e
13.
Mazda
6e EV 68,8 kWh
1,9
gut
Preis
44.900 EUR

Wen sprechen diese Autos an, was ist die Zielgruppe?

  • Pendler, die täglich größere Strecken absolvieren
  • Familien, die ein vollwertiges Alltagsauto wie auch ein Reiseauto suchen
  • Dienstwagen-Nutzer
  • Vor allem aber Autokäufer, die bewusst auf einen Verbrenner verzichten, aber keine Abstriche beim Alltagsnutzen machen wollen
Wichtig für den Vergleich: Die AUTO BILD-Reichweitenmessungen finden unter realen Bedingungen auf einer standardisierten Testrunde statt. Fahrzeuge, die bei niedrigen Temperaturen getestet werden, erzielen naturgemäß geringere Reichweiten als Modelle, die bei moderaten "Wohlfühltemperaturen" für den Akku antreten. Dieser Effekt wird im Ranking berücksichtigt und transparent eingeordnet.

Platz 1: Skoda Elroq 85 – ausgewogener Testsieger

Im Vergleich der getesteten Autos setzt sich der Skoda Elroq 85 an die Spitze, weil er im AUTO BILD-Test das rundeste Gesamtpaket liefert: Große Batterie, solide Reichweite und hoher Alltagskomfort treffen hier auf eine sehr gute Effizienz. Der Elroq glänzt weniger mit Extremwerten, sondern mit Konstanz – genau das zahlt sich in der Testnote aus.

Fahrzeugempfehlung

Elroq 85 SKODA

Skoda

Elroq 85

1,5
gut
  • Pro Iconphänomenales Platzangebot
  • Pro IconAntrieb ist top
  • Contra IconWärmepumpe kostet extra
  • Contra Iconkein One-Pedal-Modus
Im Alltag überzeugt der Skoda mit großzügigem Platzangebot, übersichtlicher Bedienung und einem Fahrwerk, das Komfort klar über Sportlichkeit stellt. Im Vergleich zu Tesla und Mercedes setzt er weniger auf Technik-Show oder Bestwerte, sondern ist konsequent auf Nutzwert ausgelegt. Der 77-kWh-Akku ermöglicht ordentliche Reisereichweiten – auch wenn der im Test ermittelte Verbrauch von 19,2 kWh/100 km der niedrigen Außentemperatur geschuldet sein dürfte.
Der Elroq absolvierte den Reichweitentest bei minus zwei Grad – entsprechend standen am Ende lediglich 323 Kilometer zu Buche. Die maximale Ladeleistung von 175 kW ermöglicht jedoch zügiges Nachladen auf der Langstrecke. Seine Ausgewogenheit in den einzelnen Testkategorien – ebenso wie der attraktive Preis – lässt ihn insgesamt besser abschneiden als die Konkurrenz.
Skoda Elroq 85
In der Kombination aus technischer Ausstattung, elektrischer Reichweite und Preis erzielt der Skoda Elroq 85 den Bestwert im AUTO BILD-Test unter den Elektroautos bis 60.000 Euro.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

TESTNOTE

1,5
Skoda Elroq 85

Platz 2: Tesla Model 3 "Maximale Reichweite" – der Effizienzmeister

Der Tesla Model 3 mit maximaler Reichweite landet knapp hinter dem Skoda. Der Grund: Er ist stärker spezialisiert. Kaum ein anderes E-Auto kommt mit einer Akkuladung so weit, die Effizienz bewegt sich auf sehr hohem Niveau. Gerade auf der Langstrecke spielt das Model 3 seine Stärken aus – man steigt ein und fährt los, ohne ständig über den Akkustand nachdenken zu müssen. Dazu trägt auch der große 79-kWh-Akku bei.

Fahrzeugempfehlung

Tesla Model 3

Tesla

Model 3 Maximale Reichweite Hinterradantrieb

1,6
gut
  • Pro Iconhohe Effizienz
  • Pro Icongeringes Leergewicht
  • Contra IconFahrerdisplay und HuD fehlen
  • Contra Iconkleine, weiche Sitze
Im Vergleich zum Elroq bietet der Tesla zwar weniger Platz und Komfort, wirkt dafür aber straffer abgestimmt und stärker auf den Fahrer fokussiert. Bedienung und Verarbeitung sind Geschmackssache: An den zentralen Bildschirm als Schaltzentrale für Fahrzeug und Funktionen muss man sich erst gewöhnen.
Dafür fällt die Reichweitenleistung objektiv stark aus: Ein gemessener Sparverbrauch von 13,2 kWh/100 km verspricht lange Autobahnetappen mit wenig Nachladen. Der Testverbrauch von 21,2 kWh/100 km dürfte sich im Alltag unterbieten lassen – die kühlen vier Grad Außentemperatur haben den Wert deutlich nach oben getrieben. Auch die maximale DC-Ladeleistung von 250 kW beeindruckt. Wer viel fährt und möglichst selten laden möchte, findet hier eines der besten Angebote unter 60.000 Euro.
Tesla Model 3 Maximale Reichweite RWD
Die entspannte Art, mit der man im Model 3 auf Langstreckenreisen geht, sticht hervor. Das Supercharger-Netzwerk tut ein Übriges, das gute Gefühl zu verstärken.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD

TESTNOTE

1,6
Tesla Model 3 Maximale Reichweite

Platz 3: Mercedes CLA EQ Technology (CLA 250+) – Technik-Trumpf

Der neue Mercedes CLA EQ Technology zählt zu den spannendsten E-Autos im Test – und landet auf Platz drei. Er ragt vor allem durch seine auf Effizienz bei höheren Geschwindigkeiten optimierte Auslegung hervor. Besonders auffällig ist das mechanische Zweiganggetriebe.

Fahrzeugempfehlung

CLA 250+ EQ MERCEDES-BENZ

MERCEDES-BENZ

CLA 250+ EQ

1,6
gut
  • Pro Iconhohe Effizienz und Reichweite
  • Pro Iconsehr gutes Ladekonzept
  • Contra IconBedienkonzept muss erlernt werden
  • Contra IconEinstieg und Platz im Fond
Während die meisten Elektroautos mit einem einfachen Eingang-Untersetzungsgetriebe fahren, setzt Mercedes auf zwei Gänge. Der erste Gang sorgt für kräftige Beschleunigung, der zweite fungiert als elektrischer "Overdrive". Bei Autobahntempo sinkt dadurch die Motordrehzahl, die Verluste nehmen ab. Im AUTO BILD-Test erreicht der Antrieb einen Wirkungsgrad von rund 93 Prozent. Gegenüber klassischen Einstufen-Lösungen ergibt sich – je nach Fahrprofil – ein Effizienzvorteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich, vor allem bei konstant hohem Tempo.
Mercedes CLA 250+
Unter der traditionellen Stufenheckform verbirgt sich hochmoderne E-Technik: Der CLA ragt durch sein Zweiganggetriebe heraus, das die Effizienz bei höherem Tempo steigert.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der CLA punktet zudem mit großer Reichweite: Im AUTO BILD-Test standen satte 508 Kilometer zu Buche – gemessen bei günstigen 14 Grad Außentemperatur. Ein Sparverbrauch von 13,9 kWh auf 100 km erzeugen in Verbindung mit dem 85 kWh großen Akku – dem größten in dieser Bestenliste – eine vielversprechende Reisereichweite. Die hohe Ladeleistung von bis zu 320 kW ermöglicht zudem kurze Ladestopps. Im Vergleich zu Elroq und Tesla ist der Mercedes technisch komplexer – zugleich aber auch das teuerste Angebot unter den vier getesteten Fahrzeugen.

TESTNOTE

1,6
Mercedes CLA 250+ EQ

Preis-Leistungs-Tipp: Kia EV4 – viel E-Auto fürs Geld

Der Kia EV4 ist der Geheimtipp dieser Bestenliste. Mit einer Testnote von 1,8 liegt er nur knapp hinter dem Mercedes (1,6), kostet aber rund 6000 Euro weniger. Akku, Leistungsdaten und Raumangebot bewegen sich auf Augenhöhe mit Modellen wie dem Mercedes EQA – allerdings zu einem deutlich geringeren Preis. Dazu trägt vor allem der großzügig dimensionierte Akku mit einer Kapazität von 81,4 kWh bei, der in Verbindung mit einem sanften Stromfuß große Reichweiten und entsprechend weiter auseinanderliegende Ladestopps ermöglicht.

Fahrzeugempfehlung

Kia EV4

KIA

EV4 81,4 kWh

1,8
gut
  • Pro IconSehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Pro IconSolide Reichweite durch große Batterie
  • Contra IconWeniger technische Highlights
  • Contra IconKein maximaler Premium-Anspruch der Marke
Konkret erreichte der Kia im Test bei kühlen fünf Grad Außentemperatur eine Reichweite von 385 Kilometern – bei einem Sparverbrauch von 17,1 kWh/100 km. Im Sommer dürfte die Reisereichweite deutlich näher an die WLTP-Angabe von 630 Kilometern heranrücken – bei entsprechend zurückhaltender Fahrweise womöglich sogar darüber hinausgehen. Der Testverbrauch von 23,2 kWh/100 km ist maßgeblich den niedrigen Temperaturen geschuldet. Abstriche gibt es lediglich beim DC-Schnellladen: Mehr als 128 kW maximale Ladeleistung sind nicht möglich.
Kia EV4
Den Kia EV4 gibt es in zwei Karosserievarianten: als kompakteres SUV und als lang gestreckte Reiselimousine mit elegantem Stufenheck. Langstreckentauglich und als Reisemobil geeignet sind beide – jeweils mit dem 81,4-kWh-Akku.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Im Alltag präsentiert sich der EV4 als sehr ausgewogenes E-Mobil mit gutem Platzangebot, ordentlicher Reichweite und klarer Bedienung. Er ist nicht so effizient wie das Model 3 und nicht so technisch aufwendig wie der Mercedes, bietet dafür aber das beste Verhältnis aus Preis, Reichweite und Nutzwert.

TESTNOTE

1,8
Kia EV4

Wie und was AUTO BILD testet

AUTO BILD kombiniert im Elektroauto-Test harte Messwerte mit realen Alltagseindrücken. Bewertet wird nach einem festen Schema mit sieben Hauptkategorien: Karosserie, Komfort, Antrieb, Fahrdynamik, Konnektivität, Umwelt und Kosten. Neben harten Fahrwerten wie Beschleunigung, Verbrauch und Reichweite fließen auch subjektive Faktoren wie Bedienbarkeit, Federungskomfort und Ladealltag ein.

So testet AUTO BILD den Verbrauch von Autos

Um vergleichbare Werte zu ermitteln, testet AUTO BILD die reale Alltagsreichweite von Elektroautos auf einer fest definierten Verbrauchsrunde – unter praxisnahen Bedingungen.
Jeder Testwagen – egal ob er Kraftstoff tankt oder Strom lädt – muss die 155 Kilometer lange Verbrauchsrunde zwischen Hamburg und Lübeck absolvieren. Sie setzt sich wie folgt zusammen:
Stadtfahrt:
Der Stadtanteil beträgt 40 Kilometer, hier gilt das Tempolimit innerorts.
Landstraße:
61 Kilometer der Strecke führen über Landstraßen. Dieses Teilstück wird gemächlich gefahren, Vollgas/Vollstrom werden vermieden.
Autobahn mit und ohne Tempolimit:
Auf 54 Kilometern Autobahn muss das Fahrzeug zeigen, was möglich ist – inklusive 20 Kilometern Vollgas, sofern erlaubt.
Zurück an der Ladesäule in Hamburg errechnen wir anhand der nachgeladenen Strommenge den Durchschnittsverbrauch.
Die 155 km lange AUTO BILD-Testrunde
Auf dieser 155 Kilometer langen Testrunde zwischen Hamburg und Lübeck misst AUTO BILD alltagsnahe Verbräuche – auch von E-Autos.
Bild: AUTO BILD
Gerade bei Elektroautos spielt die Testumgebung eine große Rolle: Kälte senkt die Reichweite spürbar. Fahrzeuge, die bei niedrigen Temperaturen getestet werden, schneiden deshalb oft schlechter ab als Modelle, die bei moderaten Bedingungen antreten. Entscheidend ist am Ende nicht der einzelne Wert, sondern der beste Gesamteindruck.

Was ein gutes Reiseauto ausmacht

Wie groß sollte der Akku für ein reisetaugliches E-Auto sein?

Für komfortables Reisen mit wenigen Ladestopps sollten Elektroautos einen Akku mit einer Kapazität zwischen 75 und 85 kWh haben. Damit sind Etappen von mehr als 400 Kilometern realistisch – bei moderater Fahrweise im Sommer deutlich mehr. Idealerweise liegt die Reichweite mit vollem Akku in der Nähe von 500 Kilometern. In der Praxis wird man diese Distanz aus Sicherheitsgründen ohnehin nicht vollständig ausreizen: nach vier Stunden empfiehlt sich eine Pause.
Noch größere Reichweiten ermöglichen Akkus mit 90 kWh oder mehr. Allerdings sind sie überproportional teuer und bringen zusätzliches Gewicht auf die Waage. Warum also das ganze Jahr mit einem besonders großen Akku fahren, wenn dessen volle Kapazität nur wenige Male im Jahr benötigt wird? Die Faustregel lautet: Je größer die Akkukapazität, desto seltener sind Ladestopps nötig – und desto flexibler gestaltet sich die Reiseplanung.

Welche Mindest-Ladeleistung sollte das Auto aufweisen?

Damit sich der Akku dann, wenn die Zeit knapp ist, in möglichst kurzer Zeit aufladen lässt, ist eine hohe DC-Ladeleistung wichtig. Als aktueller Maßstab für echte Schnellladefähigkeit gelten Werte jenseits von 150 kW – doch auch damit lässt sich auf der Langstrecke gut leben. Höheres Ladetempo hat allerdings seinen Preis: Modelle wie der Mercedes CLA 250+ EQ mit einer maximalen Ladeleistung von 320 kW bewegen sich entsprechend eher in Regionen um 60.000 Euro.
Als gerade noch akzeptabel gehen die 128 kW des Kia EV4 durch – mit dem man aber auch ein Reiseauto mit großem Akku für 43.200 Euro bekommt. Ein gutes Konditionieren des Akkus kann eine geringere maximale Ladeleistung in Teilen wettmachen.

Welche Komfort-Features auf Reisen sind sonst noch wichtig?

Für den Komfort auf langen Fahrten im Elektroauto spielen weitere Ausstattungsmerkmale eine wichtige Rolle, die man vor dem Kauf berücksichtigen sollte. Ein ausreichendes Platzangebot im Innen- und Kofferraum hängt dabei von der Zahl der Mitreisenden ab.
Meist sind die Komfortfeatures wie beheiz- oder belüftete Sitze an Bord, wenn nicht, sollte man sie ordern. Das gilt auch fürs beheizbare Lenkrad. Gut gedämmte Autos sind im Vorteil. Wer stressige Fahrten scheut, ordert Assistenten wie den adaptiven Tempomaten, bei dem sich das Auto dem allgemeinen Tempo anpasst. Auch Spurhalte- und Totwinkelassistent erhöhen Komfort und Sicherheit.
Und für Vielfahrer im Winter gilt: Auf eine Wärmepumpe sollte man möglichst nicht verzichten. Im Sommer wiederum sorgt eine leistungsfähige Klimaanlage bei hohen Außentemperaturen für spürbare Entlastung.
Auch für unter 60.000 Euro gibt es Elektroautos, die voll reisetauglich sind – mit mehr Reichweite und Alltagstauglichkeit denn je. In dieser Bestenliste gewinnt der Skoda Elroq 85 als Allrounder ohne gravierende Schwächen. Er ist komfortabler und variabler als Tesla Model 3 und Mercedes CLA – und damit die ausgewogenste Wahl. Der Tesla punktet mit Effizienz und Reichweite, erfordert aber Kompromisse bei Komfort und Qualität. Der Mercedes fasziniert mit innovativer Technik und maximaler Effizienz bei Tempofahrten, ist aber zugleich der teuerste Wagen der Top 3. Der Kia EV4 schließlich ist der Geheimtipp: Wer möglichst viel E-Auto fürs Geld sucht, kommt kaum an ihm vorbei.