Energiekosten für Pkw: Um wie viel ist Strom günstiger als Benzin und Diesel?
Strom für 100 km im E-Auto kostet trotz Irankriegs 6,50 Euro

Der Irankrieg verteuert die Spritkosten deutlich, den öffentlichen Ladestrom dagegen nur wenig. Aktuell kostet Strom für 100 km im E-Auto halb so viel wie Benzin. Ein Blick auf die Energiekosten im Vergleich!
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Inhaltsverzeichnis
- Wie beeinflusst der Irankrieg die Strompreise für E-Autos?
- Super E5/Super E10 mit Abstand am teuersten
- Wie teuer ist Diesel im Schnitt für 100 Kilometer?
- Wie teuer ist Autogas (LPG) auf 100 Kilometer?
- Was kostet das Laden eines E-Autos im Schnitt auf 100 km?
- Was kostet Wasserstoff auf 100 km?
- Was sagt der Energiekostenvergleich aus?
- Fazit
Bei den aktuell steigenden Spritkosten beäugen viele Autokäufer E-Autos aufs Neue. Denn die steigenden Energiekosten verteuern das Autofahren deutlich – vor allem mit einem Verbrenner. Damit rücken Elektroautos, deren Energie lokal und meist günstig hergestellt werden kann, verstärkt in den Fokus. Der Blick auf die Kosten für 100 Kilometer Fahrstrecke gibt aktuell den Käufern von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen neue Kaufargumente.
Seit einiger Zeit schneidet privat geladener E-Auto-Ladestrom als günstigste Energieart ab. Der gemittelten Berechnung zufolge können Fahrer kleiner bis kompakter E-Autos mit genau 5,00 Euro an Energiekosten rechnen – auf 100 Kilometer. Bei größeren E-Autos schlagen die Stromkosten mit 5,30 Euro zu Buche.
Wie sieht es während der aktuellen Energiekrise bei Sprit und Ladestrom aus? Die Spritpreise steigen bedingt durch den steigenden Ölpreis laufend. Einer Untersuchung zufolge kletterte der Preis für Benzin fünfmal stärker als die Kosten für Fahrstrom. Das hat der Dienstleister Transport & Environment berechnet.
So würden die Kosten für das Tanken von Benzin auf 100 km durch den jüngsten Preisanstieg um 3,80 Euro auf 14,20 Euro steigen. Dagegen würde der Ladestrom für Elektroautos nur um 70 Cent auf 6,50 Euro pro 100 km teurer werden.

T&E beziffert die Kosten pro 100 Kilometer für Benziner auf 14,20 Euro – ein Anstieg um 3,80 Euro infolge des Konflikts. Das Laden von E-Autos verteuert sich demnach um 0,70 Euro auf 6,50 Euro pro 100 Kilometer.
Bild: T&E
Aktuell klettert der Spritpreis weiter. Nach Beobachtung des ADAC ist der Liter Diesel seit dem Tag vor Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 um 42 Cent teurer geworden. Am 21. März 2026 war Benzin in Hamburg-Billbrook für 2,29 Euro pro Liter zu haben, Ladestrom wie vor der Krise für 0,49 Euro/kWh. Beim öffentlichen Ladestrom ist vorerst keine Preiserhöhung in Sicht. So teilte ein Sprecher des Ladeanbieters Aral pulse auf AUTO BILD-Anfrage mit, seit dem Jahreswechsel seien die Ladetarife unverändert geblieben. Eine in die Zukunft gerichtete Aussage mache Aral grundsätzlich nicht. Gegenüber dem Portal "Riffreporter" äußerten sich Sprecher von Shell und EnBW ähnlich.
Was ergab der jüngste Energiekostenausweis?
Der jüngste Energiekostenausweis des Bundeswirtschaftsministeriums ergab – allerdings noch mit Werten vor dem Irankrieg – einen sich vergrößernden Preisvorteil beim E-Auto. Das spiegelt der jüngste Energiekostenvergleich wider: Für eine höhere Transparenz bei den laufenden Kosten von Verbrennern rechnet das Bundeswirtschaftsministerium einmal pro Quartal die Kosten jeder Energieart für eine Fahrt von 100 Kilometern aus.

Was kostet die Energie für 100 km Autofahrt? Im Februar 2026 war Strom mit Preisen von 5 Euro auf 100 km (Klein- und Kompaktwagen) halb so teuer wie Benzin. Bei Mittel- und Oberklasseautos klafft die Schere weiter auf: Hier stehen 5,30 Euro an Stromkosten 13,64 Euro für Benzin gegenüber – noch ohne den preistreibenden Effekt des Irankriegs.
Bild: Bundeswirtschaftsministerium / BMWK
Zur Angabe des Vergleichs sind die Betreiber großer Tankstellen in Deutschland seit 2021 verpflichtet: Sie müssen die Kosten verschiedener Energieträger – Benzin, Diesel, Autogas, Strom und Wasserstoff – pro 100 Kilometer Fahrstrecke auf einem Plakat oder Bildschirm auflisten. Der Aushang dient dazu, trotz unterschiedlicher Maßeinheiten (Liter, Kilogramm, Kilowattstunden) die Kosten zu vergleichen.
Was die Energieträger kosten
Für Superkraftstoff (E5) werden pro 100 Kilometer 10,36 Euro (Klein- und Kompaktklasse) bzw. 13,64 Euro (Mittel- und Oberklasse) fällig (Stand: 18. März 2026). E10 ist deutlich billiger und steht im Energiekostenvergleich besser da – mit 10,02 Euro/100 km (Klein- und Kompaktwagen) sowie 13,19 Euro/100 km (Mittel/Oberklasse).
In der Praxis ist der Energiegehalt von E10 niedriger, was zu einem geringen Anstieg des Kraftstoffverbrauchs führt. Immerhin: Die Motoren der allermeisten Modelle vertragen E10, die neuesten sogar das neue E20-Benzin.
Diesel ist weiterhin günstiger als Benzin, der Selbstzünder-Kraftstoff genießt mit einer geringeren Mineralölsteuer von knapp 19 Cent pro Liter das sogenannte "Dieselprivileg". Da Dieselmotoren energieeffizienter arbeiten und weniger verbrauchen, ergibt sich ein Preis von 7,72 Euro/100 km in der Kleinwagen- und Kompaktklasse bzw. 8,37 Euro/100 km in der Mittel-/Oberklasse. Diesel weist eine höhere Energiedichte als Benzin auf, andererseits wird für Dieselfahrzeuge eine höhere Kfz-Steuer fällig.
Ein Liter Autogas kostet als Nebenprodukt der Öl- und Erdgasgewinnung um die 1,00 Euro, der Energiegehalt ist jedoch geringer als bei Benzin oder Diesel. Somit fallen bei Kleinwagen im Schnitt 7,14 Euro/100 km für Flüssiggas an. Besteuert wird LPG wie Superbenzin. Der fossile Energieträger Erdgas ist im jüngsten Energiekostenvergleich nicht mehr enthalten.
Beim Energiekostenvergleich schneidet Ladestrom am besten ab. Laut dem Vergleichsportal Verivox ist elektrische Energie für private Haushalte für Neukunden aktuell für 0,2786 Euro pro Kilowattstunde zu bekommen (Stand: 20. März 2026). Im Mittel kostet die Kilowattstunde für Bestandskunden 0,3164 Euro. Auf 100 Kilometer kann man nach Berechnung des Wirtschaftsministeriums mit Energiekosten von 5,20 Euro für kleine bis kompakte Wagen und mit 5,51 Euro für Mittel- und Oberklasseautos rechnen.
Hier zeigt sich aber auch der Haken der Berechnung: Das Wirtschaftsministerium zieht für die Berechnung der Stromkosten lediglich Hausstromtarife heran (zugrunde gelegt wurden 0,3197 Euro/kWh), mit denen man zu Hause lädt und nicht unterwegs. Unterwegs zu laden geht in der Regel schneller, ist aber je nach Anbieter auch teurer. Zudem setzt das Ministerium einen Verbrauch von 15,7 kWh/100 km bei kleinen und kompakten E-Autos sowie von 16,3 kWh/100 km bei Mittel- und Oberklasseautos an, was eher optimistische Werte sind.
Der Fairness halber hier also noch eine andere Berechnung mit einem öffentlichen Strompreis (für AC-Laden mit 11 kW an öffentlichen Ladesäulen) zum weit verbreiteten Preis von 0,49 Euro/kWh: Das ergäbe für kleinere Autos einen realistischeren Preis von 7,69 Euro auf 100 Kilometer, bei größeren Autos von 7,99 Euro. Unterwegs zu laden, geht also stärker ins Geld. Natürlich sollten vor dem Autokauf noch weitere Kosten berücksichtigt werden. Ob es sich lohnt, vom Verbrenner aufs E-Auto umzusteigen, erfahren Sie hier!
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Bild: AUTO BILD
Ein Kilogramm Wasserstoff kostet an deutschen Tankstellen derzeit 13,76 Euro. Der Kilopreis klingt teuer, aber gemessen am Gewicht ist die Energiedichte sehr hoch. Die Brennstoffzellenautos Toyota Mirai und Hyundai Nexo verbrauchen rund 0,95 Kilogramm Wasserstoff auf 100 Kilometer. Das schlägt mit 13,25 Euro Energiekosten auf 100 Kilometer für Autos der Mittel-/Oberklasse zu Buche, H2-betriebene Klein- und Kompaktwagen sind in Deutschland nicht erhältlich. (Überblick: Das sollte man über Wasserstoff- und Brennstoffzellenautos wissen!)
Die Aushangpflicht trifft alle Tankstellen mit mehr als sechs Zapfsäulen, an denen jeweils verschiedene Produkte zur Auswahl stehen, sogenannte "Mehrproduktzapfsäulen". Hintergrund ist die bereits im Oktober 2014 erlassene EU-Richtlinie über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe. Sie legt fest, dass die Kosten verschiedener Energieträger künftig ausgeschildert werden müssen, und zwar bezogen auf eine Maßeinheit (Euro/100 km).
Die Mineralölbranche kritisiert den Vergleich als wettbewerbsverzerrend, da für die Berechnung der Strompreise ausschließlich Hausstrompreise herangezogen würden. "Öffentliches und vor allem schnelles Laden ist meist teurer, und das reduziert den Preisunterschied zum Benziner erheblich", sagte Christian Küchen, Vorstandsmitglied im Wirtschaftsverband Fuels & Energie, gegenüber der WELT am SONNTAG.

Würde man einen VW ID.3 Pro ausschließlich an den Schnellladesäulen von Ionity zum Ad-hoc-Preis auftanken, würde das ohne Ladekarte 11,94 Euro auf 100 km kosten (Stand: 18. März 2026).
Bild: Volkswagen AG
Wie sieht der Energiekostenvergleich aus?
Die Plakate stehen in verschiedenen Größen auf der Internetseite des Wirtschaftsministeriums zum Herunterladen bereit. Der Vergleich muss entweder an der Hälfte aller Zapfsäulen oder im Kassenbereich zu finden sein, alternativ als digitale Version.
Wie wird der Energiekostenvergleich berechnet?
Für den Energiekostenvergleich werden pro dargestellter Fahrzeugklasse die drei meistverkauften deutschen Modelle herangezogen und nach Verkaufszahlen gewichtet. Die WLTP-Verbräuche stammen von den Herstellern. Die Verbräuche (auf 100 Kilometer berechnet) werden dann mit dem durchschnittlichen Preis des Kraftstoffs im jeweils letzten Quartal multipliziert. Die Berechnungen werden alle drei Monate aktualisiert, der nächste Energiekostenvergleich folgt im Juni 2026.
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