Irankrieg verteuert Tanken stärker als Stromladen
Benzinfahrer fünfmal stärker belastet als E-Auto-Fahrer

Der Anstieg der Spritpreise infolge des Irankriegs schickt Schockwellen durch die Tankstellen – zum Nachteil der Verbrennerfahrer. Wer Benzin tankt, zahlt einen fünfmal höheren Aufschlag als Elektrofahrer durch die gestiegenen Energiepreise. Das zeigt eine Studie.
Bild: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann
Der Irankrieg lässt die Spritpreise sprunghaft ansteigen. Das hat deutlich stärkere Auswirkungen auf Fahrer von Benzinfahrzeugen als auf Nutzer von Elektroautos. Nach Beobachtung des ADAC ist der Liter Diesel seit dem Tag vor Kriegsbeginn Ende Februar um 42 Cent teurer geworden, Superbenzin der Sorte E10 um knapp 27 Cent. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt vom 18. März kostete ein Liter E10 2,044 Euro, ein Liter Diesel 2,167 Euro – und der Ölpreis steigt weiter. Die größte Last tragen dabei Fahrer benzinbetriebener Autos, wie der Verband Transport & Environment (T&E) in einer Studie errechnet hat. T&E ist der europäische Dachverband für sauberen Verkehr und Energie.
Spritpreis Tagespreisentwicklung
Benzinpreis E10
–15
Dieselpreis
–28
Durchschnittspreise in den 100 größten Städten Deutschlands. Diese Daten sind ohne Gewähr.
AKTUELLE PREISEDen Berechnungen auf Basis aktueller Benzinpreise zufolge liegen die Mehrkosten fürs Tanken infolge gestiegener Ölpreise etwa fünfmal so hoch wie die zusätzlichen Kosten für das Laden von Elektroautos. Hintergrund ist, dass der Ölpreis inzwischen die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) überschritten hat – und nach Ansicht von Volkswirten vorerst nicht wieder sinken dürfte. Der aktuelle Ölpreis von 115 Dollar (Stand: 19. März) ist dabei noch gar nicht berücksichtigt.
Konkret beziffert T&E die Kosten pro 100 Kilometer für einen durchschnittlichen Benziner auf 14,20 Euro – ein Anstieg um 3,80 Euro infolge des Konflikts. Die Kosten für das Laden eines Elektroautos liegen hingegen bei rund 6,50 Euro pro 100 Kilometer, was lediglich einem Plus von 0,70 Euro entspricht. Höhere Strompreise entstehen dabei vor allem indirekt durch gestiegene Gaspreise. Im aktuellen Energiekostenvergleich der Bundesregierung ist dieser Anstieg noch nicht berücksichtigt, ebenso wenig wie die Entwicklung der Dieselpreise.
Besonders deutlich werden die Unterschiede im Flottenbetrieb: Für Firmenwagen mit Benzinantrieb ergeben sich der Berechnung zufolge zusätzliche monatliche Mehrkosten von rund 89 Euro pro Fahrzeug. Elektrofahrzeuge verursachen dagegen lediglich Mehrkosten von etwa 16 Euro pro Monat.

Der aktuelle Energiekostenvergleich verdeutlicht den Preisabstand zwischen E-Auto-Laden und Tanken: Ohne den Preisdruck des Irankriegs kostet Strom für Kleinwagen 5 Euro auf 100 km, Benzin dagegen 10,36 Euro.
Bild: Bundeswirtschaftsministerium / BMWK
Die Analyse unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung der Verkehrswende: Im vergangenen Jahr gab die EU rund 67 Milliarden Euro für Ölimporte im Straßenverkehr aus. Ein beschleunigter Umstieg auf Elektromobilität könnte diese Ausgaben laut T&E in den kommenden zehn Jahren um 45 Milliarden Euro senken.
Zuletzt hatten Datenanalysten des Stromversorgers E.ON errechnet, dass die aktuell gut zwei Millionen batterieelektrischen Fahrzeuge im deutschen Bestand (Stand: 1. Januar 2026) pro Jahr knapp 1,8 Milliarden Liter fossilen Treibstoff einsparen. Das entspricht rund zwölf Millionen mit Benzin und Diesel gefüllten Badewannen. Dadurch würden allein in Deutschland etwa 5,5 Millionen Tonnen CO₂ vermieden. Derzeit wird eine Neuauflage der E-Auto-Förderung in Deutschland vorbereitet.
Service-Links










