E-Autos im härtesten Winter-Reichweitentest
Reichweitentest El Prix: drei deutsche E-Autos in den Top Five

–
Es ist der weltweit härteste Reichweitentest für Elektroautos: der El Prix aus Norwegen – in diesem Winter bei Temperaturen von bis zu minus 32 Grad Celsius. Lesen Sie hier, welche Modelle bei klirrender Kälte am weitesten kommen!
Bild: Motor.no/Lars Eivind Bones
Der weltweit härteste Praxistest für Elektroautos: der El Prix des norwegischen Automobilclubs NAF. Zweimal jährlich – im Januar und im Juli – testen die Norweger die Reichweiten neuer Elektromodelle. In dieser Winterausgabe waren die Bedingungen besonders knackig: Temperaturen von bis zu minus 32 Grad Celsius setzten den Fahrzeugen auf ihrer Fahrt durch das winterliche Norwegen zu. Das Ergebnis fällt vor allem für deutsche Hersteller erfreulich aus.
So läuft der Test ab: Alle E-Autos fahren am selben Tag mit identischer Geschwindigkeit dieselbe Strecke durch Norwegen. Die Heizung läuft wie auf einer normalen Autofahrt. Die Route besteht aus einer Mischung aus Stadt, Landstraße und Autobahn, auf der in Norwegen im Ausnahmefall bis zu 110 km/h erlaubt sind. Die vergleichsweise niedrige Maximalgeschwindigkeit spielt den Elektroautos beim Ausdauertest in die Karten, dafür verläuft die Strecke überwiegend bergauf.
Alle Fahrzeuge starten mit 100 Prozent SOC ("State of Charge", also dem Ladezustand des Akkus) und fahren so weit wie möglich. Sobald ein Auto seine Leistung drosselt, obwohl der Akku noch nicht vollständig leer ist, wird die bis dahin zurückgelegte Distanz gewertet.
In diesem Jahr traten insgesamt 24 Modelle an. Erfreulich: Unter den fünf Autos mit der größten Reichweite waren gleich drei Modelle deutscher Hersteller vertreten.
Die Ergebnisse im Reichweiten-Test
Modell | Hersteller-Reichweite in Kilometern | Reichweite im Praxistest in Kilometern | Abweichung von Hersteller-Reichweite |
|---|---|---|---|
Lucid Air | 960 | 520 | -46 % |
MB CLA | 709 | 421 | -41 % |
Audi A6 | 653 | 402 | -38 % |
Kia EV4 | 594 | 390 | -34 % |
BMW iX xDrive 60 | 641 | 388 | -39 % |
Volvo ES90 | 624 | 373 | -40 % |
Hyundai Ioniq 9 | 600 | 370 | -38 % |
Xpeng X9 | 560 | 361 | -36 % |
Tesla Model Y Facelift | 629 | 359 | -43 % |
MG IM6 | 505 | 352 | -30 % |
Mazda6e* | 552 | 348 | -37 % |
MGS6 | 485 | 345 | -29 % |
Smart #5 | 540 | 342 | -37 % |
Ford Capri* | 560 | 339 | -40 % |
Volvo EX90 | 611 | 339 | -45 % |
Zeekr 7X** | 541 | 338 | -38 % |
Skoda Elroq RS*** | 524 | 309 | -41 % |
Voyah Courage | 440 | 300 | -32 % |
Changan Deepal S05 | 445 | 293 | -34 % |
VW ID.Buzz GTX**** | 449 | 277 | -38 % |
Opel Grandland***** | 484 | 262 | -46 % |
Hyundai Inster | 360 | 256 | -29 % |
KGM Musso | 379 | 236 | -38 % |
Suzuki eVitara | 395 | 224 | -43 % |
Nach etwa 300 Kilometern fielen die Außentemperaturen in höheren Lagen ins Extreme: Zunächst auf bis zu minus 20 Grad, zum Ende der Testfahrten zeigte das Thermometer sogar frostige minus 32 Grad Celsius.
"Noch nie zuvor gab es eine so große Abweichung von der offiziellen Reichweite, und noch nie waren die Unterschiede bei so vielen Autos so deutlich", erklärt NAF-Sprecher Nils Sødal. "Bei vielen beliebten Familien-Pkw muss man damit rechnen, dass sich die Reichweite bei Winterkälte nahezu halbiert", warnt Sødal.
Zum Vergleich: Der Lucid Air kam bei der Sommerversion des El Prix im Juli 2025 auf beeindruckende 829 Kilometer – bei eisiger Kälte reichte es diesmal nur noch für 520 Kilometer.
Abweichung vom Hersteller-Versprechen
E-Autos mit großem Akku kommen zwar weiter, sind aber meist teuer. Die heimlichen Sieger des Praxistests sind deshalb jene Modelle, die dem Reichweitenversprechen der Hersteller am nächsten kommen.
Die geringsten Abweichungen von den Herstellerangaben zeigten der Hyundai Inster und der MG S6 (jeweils minus 29 Prozent) sowie der MG IM6 (minus 30 Prozent). Am weitesten vom versprochenen Reichweitenwert entfernt lagen der Opel Grandland – der allerdings nur mit 94 Prozent SOC gestartet war –, Reichweitensieger Lucid Air sowie der Volvo EX90.
Service-Links









