E-Auto-Akkus: Diese Autos haben die größten Batterien
Das sind die Elektroautos mit den größten Akkus

Die neuen E-Auto-Modelle bekommen immer größere Akkus. Mercedes verbaut die derzeit größte Batterie, doch ein weiterer Premiumhersteller ist den Stuttgartern auf den Fersen. Das sind die Spitzenreiter!
Bild: Steve Fecht
Inhaltsverzeichnis
Fortschritt wird häufig mit Wachstum gleichgesetzt – das gilt aktuell auch für die Größe der Akkus von E-Autos. Zuletzt hat Mercedes Ende April 2026 wieder ein Zeichen gesetzt: Im Rahmen einer umfangreichen Modellpflege vom EQS, der elektrischen S-Klasse, wurde der Akku auf 122 kWh vergrößert. Damit steigt die Reichweite je nach Motorisierung auf 926 km (nach Prüfnorm WLTP).
Das bedeutet eine Reichweitensteigerung um mehr als zwölf Prozent gegenüber dem ursprünglichen Stromspeicher. Und darauf kommt es an: größere Reichweite. Der erste vollelektrische Mercedes, das Kompakt-SUV EQC, kam 2020 noch mit 80 kWh. Somit konnte die Kapazität binnen sechs Jahren um 50 Prozent gesteigert werden.
Andere Hersteller machen es ebenso. Immer größere Energiespeicher für Elektroautos, immer höhere Kapazität, immer mehr Reichweite. So werden sie als Alternative zum Verbrenner für immer mehr Nutzerprofile attraktiv. Dieser Trend ist auch bezahlbar, da Akkus immer günstiger werden.
Der Renault Zoe bekam immer größere Akkus
Ein gutes Beispiel für diese Entwicklung ist der Renault Zoe: Noch 2013 war der Elektro-Kleinwagen ein Pionier in der Elektroauto-Szene, avancierte zeitweise zum populärsten Vertreter seiner Gattung. Allein in Europa wurden über 400.000 Stück verkauft. Gestartet ist der Zoe mit einer Reichweite (nach der damaligen Prüfnorm NEFZ) von lediglich 210 km aus einem 22 kWh kleinen Akku – realistisch war kaum die halbe Strecke.
Später schaffte die letzte Version des Zoe fast doppelt so viel, nämlich 395 km nach der sehr viel realitätsnäheren Norm WLTP. Der Energiespeicher ist 52 kWh groß. Also mit mehr als doppelt so viel Kapazität versehen wie zu Anfang.

Die Speicherkapazität der Batterie im Renault Zoe steigerte sich seit 2013 von 22 auf 52 kWh. Der Nachfolger Renault 5 E-Tech hat keinen größeren Stromspeicher.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Oder der BMW i3: Er startete 2013 mit 18,8 kWh nutzbarer Akkukapazität. Die letzte Version ab 2018 hat ca. 38 kWh – ebenfalls mehr als die doppelte Kapazität. Im Kontrast dazu der Oberklasse-BMW i7 – der vollelektrische 7er, seit Ende 2022 auf dem Markt – erhält ab Juli 2026 einen Akku mit 112,5 kWh Energieinhalt. Ein Plus von mehr als zehn Prozent gegenüber dem früheren Modell.
Die Entwicklung ist rasant. Was vor zehn Jahren noch Stand der Technik war, sieht heute eher klein aus: Der VW e-Golf (gebaut 2014 bis 2020) hatte einen maximal 31,5 kWh großen Stromspeicher, sein Nachfolger VW ID.3 mindestens 45 kWh. Dessen reichweitenstarke Variante "Pro S" speichert sogar 77 kWh. Viel?

Der BMW i3 war das erste Großserien-Elektroauto der Marke und startete 2013 mit 18,8 kWh großem Akku. Der größte Energiespeicher fasst knapp 38 kWh Strom.
Bild: Kolja Ensthaler / AUTO BILD
Heute liegt die Latte jenseits der 100 kWh. Auf dem europäischen Markt fährt ein deutsches E-Auto vorn: der Mercedes EQS. Mit der aktuellen Modellpflege (2026) wurde der schon üppig dimensionierte Akku von 118 auf 122 kWh erweitert.
Und es geht munter weiter: Gerade wurde bekannt, dass der neue BMW iX5, der in den USA zuerst auf den Markt kommen wird, vermutlich bis zu 147,8 kWh Strom speichern kann. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist offenbar auch das Land der gewaltigen Akkus. Denn schon früher in diesem Jahr hat General Motors dort den Geländewagen GMC Hummer EV an den Start gebracht. Sein Akku hat pompöse 212,7 kWh nutzbares Speichervermögen. Ob er nach Europa kommt? Ungewiss.
So monströs ein 122-kWh-Akku auch erscheint, im weltweiten Vergleich ist der EQS also relativ klein. Der mit Abstand größte Elektroauto-Akku kommt aktuell – wie schon erwähnt – aus Amerika. Dort verkauft General Motors den legendären Hummer, der im Irakkrieg als Standard-Stabsfahrzeug der US Army bekannt wurde, in einer vollelektrischen Version. Er heißt GMC Hummer EV.

Die Quadratur des Kreises auf Rädern: GMC hat den Über-Geländewagen Hummer reanimiert, mit drei E-Motoren und einer gewaltigen Batterie ausgestattet.
Bild: Steve Fecht
Und der hat in 24 Modulen bis zu 212 kWh Ladespeicher an Bord. Also fast das Doppelte vom EQS. Das fordert allerdings seinen Tribut: Der GMC Hummer EV, mit 5,50 Meter Länge und 2,20 Meter Breite schon optisch ein gewichtiges Transportmittel, bringt 4,5 Tonnen auf die Waage. Und, Quadratur des Kreises: Die Motorleistung folgt zwangsläufig dem Batteriegewicht. Je nach Konfiguration leisten die drei Elektromotoren bis zu 1160 SAE-PS (entsprechend 1176 PS).
Begleiterscheinungen: Das Laden des GMC Hummer EV mit 11 kW, also an einer handelsüblichen Wallbox, würde mehr als 24 Stunden dauern. Sein Verbrauch liegt bei etwa 36 kWh. Der Mercedes EQS mit "nur" 2,6 Tonnen Leergewicht bleibt unter WLTP-Bedingungen unter 20 kWh.
Die Brutto-Kapazität der US-Akkus wird auch genannt, sie liegt noch weit höher: 246,8 kWh. Mit Brutto-Inhalt ist beim Stromspeicher die Energiemenge gemeint, die technisch maximal in die Batterie hineingeht. Aber sie ist nicht komplett zum Fahren verfügbar.
Einige Hersteller nennen nicht die nutzbare Kapazität. So zum Beispiel Nio, für dessen Akkus ein Speichervermögen von 120 kWh genannt wird. Wie viel davon zur Verfügung steht? Unbekannt. Das Verschweigen des Netto-Speichervermögens ist also ein kleiner Trick, sich ein klein wenig größer zu machen. Neben Nio bedienen sich dessen auch Tesla und BYD, weshalb sie aus diesem Ranking fallen.
Die Elektroautos mit dem größten Akku (Nettokapazität) in Europa
Modell | Kapazität (netto) |
|---|---|
Mercedes EQS 450+ | 122 kWh |
BMW i7 xDrive 50 | 112,5 kWh |
BMW iX3 50 xDrive ("Neue Klasse") | 108,7 kWh |
Polestar 3 | 107 kWh |
Volvo EX90 Twin Motor | 107 kWh |
Audi Q8 e-tron 55 quattro | 106 kWh |
BMW iX M60 | 105 kWh |
Kia EV9 | 99,8 kWh |
Audi S e-tron GT | 97 kWh |
Mercedes EQE 350+ | 96 kWh |
Ford Mustang Mach-E GT | 91 kWh |
Mercedes EQE 350 4matic | 89 kWh |
Genesis Electrified G80 | 87,2 kWh |
Offiziell haben Nio-Modelle bis zu 120 kWh große Akkus, in Wahrheit kommt deutlich weniger Strom beim Motor an. Übrigens rüstet Nio auf: In China ist bereits der ET7 mit 150 kWh Speichervermögen auf dem Markt. Netto oder brutto? Sagt Nio nicht.

In Europa erneut auf Platz 1: Mit 122 kWh nutzbarem Stromspeicher hat der Mercedes EQS wieder den größten Akku.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Der Mercedes steht an der Spitze unserer Tabelle, weil sein Akku die 122 kWh Strom nicht nur aufnehmen, sondern auch abgeben kann. Der schwäbische Auto-Pionier gibt nämlich – wie die meisten Hersteller – die Netto-Kapazitäten seiner Stromspeicher an.
Wie viel Netto steckt im Akku?
Wie viel Netto bleibt vom Brutto im Akku? Da einige Hersteller beide Werte nennen, lässt sich das ungefähr abschätzen. Auch Volkswagen tat das bis vor Kurzem. Bei der ehemaligen Basisversion des VW ID.3 Pure mit dem kleinsten Akku stehen 55 kWh brutto 52 kWh netto gegenüber, also fast sechs Prozent weniger. Seit der kürzlich erfolgten Modellpflege des ID.3 (er heißt jetzt ID.Neo) nennt VW übrigens nur noch die Nettokapazität des Akkus – auch bei anderen Modellen.
Je größer der Stromspeicher, desto geringer zumeist die Differenz zwischen nutzbarer und maximaler Ladung. Das ist logisch, weil die Reserve ja nicht mit der Größe des Akkus mitwachsen muss. Sie fällt also geringer aus, je mächtiger der Akku ist. Beim GMC Hummer EV ist sie mit über 30 kWh sehr groß. Warum GMC diesen Weg geht, ist nicht bekannt.
Warum wird der Unterschied zwischen brutto und netto gemacht? Einfache Erklärung: Aus Gründen der Haltbarkeit dürfen Akkus nicht komplett entladen werden. Die Differenz zwischen netto und brutto ist diese Sicherheitsreserve, die nicht genutzt wird.
Wohin soll das Wettrüsten bei E-Auto-Akkus führen? Das Auto mit 1000-kWh-Akku könnte es prinzipiell geben – zumindest wird diese magische Zahl von Batterieherstellern, die nach dem Wunder-Akku forschen, immer mal wieder ins Spiel gebracht. Aber mit der aktuellen Lithium-Ionen-Technologie sind solche Speicher in einem Pkw nicht denkbar.
Denn so ein Akku würde bei der Energiedichte, die mit dieser Bauweise möglich ist, rund vier Tonnen wiegen. Rechnet man noch das Fahrzeuggewicht hinzu, müsste der Fahrer eines solchen Giganten einen Lkw-Führerschein haben. Das ist natürlich nicht sinnvoll. Doch mit neuen Batterietechnologien, namentlich dem Feststoff-Akku, könnten höhere Energiedichten und damit leistungsstärkere Speicher auf Rädern eines Tages möglich sein.
Fazit
Welches E-Auto hat den dicksten Akku? Die Materialschlacht beim Stromspeicher hat eine Schattenseite: Mit der Kapazität wächst auch das Gewicht. Beim Audi Q8 e-tron etwa wiegt die Batterie 700 Kilogramm, das ist ein Drittel des Fahrzeuggewichts. Kein Wunder, dass Mercedes auf AUTO BILD-Anfrage das Gewicht des Akkus im EQS ausdrücklich nicht sagen möchte. Wann ist das Missverhältnis zwischen Fahrzeuggewicht und dem der Besatzung zu groß? Tonnenschwere Monsterbatterien sind jedenfalls ein – wortwörtlich – schwerwiegender Widerspruch zum Anspruch der Nachhaltigkeit. Hoffen wir also darauf, dass neue Batterietechnologie bald eine höhere Energiedichte bei geringerem Gewicht ermöglicht.
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