Nio baut E-Autos mit 1000 Kilometer Reichweite
Nio stellt 1000-km-Batterie für Elektroautos in Serie her
Der neue Super-Akku von Nio nutzt eine völlig neue Technologie: Der Energiespeicher des chinesischen Herstellers basiert schon auf der Feststoff-Batterietechnik. Sie soll dem Elektroauto ET7 über 1000 Kilometer Reichweite ermöglichen!
Bild: Nio
Nio hat die Produktion seines geheimnisumwitterten Super-Akkus gestartet. Nach Medienberichten ist jetzt die Serienfertigung der neuen Energiespeicher, die mehr als 1000 Kilometer Reichweite bringen sollen, in China angelaufen.
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Zwitter aus Flüssig-Akku und Feststoff-Akku
Aufhorchen lässt dessen verwendete Akku-Technologie, die Nio erstmals in Serie baut: Es sind Semi-Solid-State-Zellen, also Halb-Feststoffakku-Zellen. Sie verwenden sowohl konventionelle Lithium-Ionen-Technik als auch die zukunftsträchtige Technik der Feststoffakkus, an denen zahlreiche Hersteller, auch Volkswagen-Partner PowerCo, derzeit noch intensiv forschen.
Semi-Solid-State-Zellen sind Zwitter: Auf einer Seite des Separators, durch den die Elektronen wandern, befindet sich ein Festkörper-Elektrolyt, auf der anderen ein flüssiger – wie in konventionellen Lithium-Ionen-Akkus. Älteren Berichten zufolge haben die Zellen Kathoden aus Nickel und Anoden aus Si/C-Komposit.

Die Oberklasse-Limo ET7 stattet Nio als erstes Auto mit dem neuen Super-Akku aus. 13 weitere Modelle sollen ihn ebenfalls erhalten.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Als erstes Auto soll damit die Oberklasse-Limousine Nio ET7 ausgerüstet werden. Angaben zu Gewicht, Ladeleistung, Ladedauer und Lebensdauer sind bisher nicht bekannt. Allerdings wird ein Preis genannt: Demnach soll die nackte Batterie mit 150 kWh Kapazität nach Angaben von Firmenchef Qin Lihong so viel kosten wie der Mittelklasse-Nio ET5. Das sind aktuell 298.000 Yuan, aktuell umgerechnet 38.000 Euro. Der Akku für einen Mercedes EQS kostet als Batterie-Ersatzteil derzeit 29.257 Euro, also fast 10.000 Euro weniger.
Kommt der Nio ET7 mit dem neuen Akku tatsächlich 1000 Kilometer weit, dann entspräche das einem sehr vorteilhaften Verbrauch von 15 kWh auf 100 km. Zum Vergleich: Der Mercedes EQS zieht kombiniert zwischen 15,7 und 19,8 kWh auf 100 km.
Batteriepaket passt auch in ältere Modelle
Gleichwohl scheint Nio von der Fortschrittlichkeit seiner neuen Akkus, deren Zellen vom Zulieferer WeLion stammen, voll überzeugt: Der chinesische Hersteller will insgesamt 14 neue Modelle, darunter neun SUV, mit dem leistungsstarken Akkupaket ausstatten. Dazu gehören auch Typen, die noch gar nicht in der Fertigung sind. Und das Aufrüsten bestehender Autos ist ebenfalls möglich: "Der Akku ist nicht nur kompatibel mit dem ET7, sondern mit allen unseren Modellen, selbst mit den allerersten von vor fünf Jahren", so ein Nio-Mitarbeiter gegenüber AUTO BILD.

Der neue Nio-Akku kombiniert mehrere zukunftsweisende Technologien miteinander.
Bild: NIO
Ein Wechsel über die Power Swap Station (PSS) mache das möglich. Nio baut dieses Netz von Akku-Wechselstationen (PSS) derzeit in Deutschland auf, in denen man innerhalb von fünf Minuten den erschöpften Energiespeicher gegen einen frischen austauschen kann.
Warum ist die Beurteilung noch schwierig?
Wie ist die neue Strategie von Nio einzuordnen? Muss man davon ausgehen, dass die alte Akku-Technologie der Konkurrenz hoffnungslos unterlegen ist? Das kann derzeit nicht geschlussfolgert werden, denn zu wenig technische Details sind bekannt. Insbesondere Gewicht und Ladedauer sind wichtig, um die Innovationskraft der neuen Batterie zu beurteilen. Schon heute ist es möglich, 1000-km-Akkus zu bauen, doch ihr Gewicht macht sie unwirtschaftlich.
Älteren Angaben zufolge, die bisher nicht offiziell bestätigt wurden, weist die mächtige 150-kWh-Batterie eine extrem hohe Energiedichte von 360 Wh/kg auf. Das wären 50 Prozent mehr als beim bisherigen 100-kWh-Akku von Nio. Moderne Elektroauto-Akkus klassischer Bauweise (flüssiges Elektrolyth) haben eine Energiedichte von um 150 Wh/kg. Demzufolge müsste das Nio-Akkupack unter einer halben Tonne wiegen – ein hervorragender Wert.
Super-Batterie vorerst nur in China erhältlich
Die erste 150-kWh-Batterie wurde kürzlich in China in einen ET7 montiert. Damit dürfte die Auslieferung der ersten Fahrzeuge bereits im Gange sein.
Ob und wann der Wunder-Akku nach Deutschland kommt, ist noch nicht bekannt. Aktuell ist die neue Technologie ausschließlich für China bestimmt, teilte ein Nio-Sprecher mit.
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