Akkupreise fallen auf Allzeittief
Macht der Preisverfall bei Batterien die E-Autos günstiger?

Bild: Daimler AG
Was bei Verbrennern der Motor, ist bei Elektroautos der Akku: das Herz des Fahrzeugs, ohne das nichts geht. Auch hinsichtlich des Zeitwerts. Denn ist der Akku kaputt, verliert ein Elektroauto drastisch an Wert. Insofern ist ein Akkuschaden ein Totalschaden – weil Tauschakkus extrem teuer sind. Das könnte in naher Zukunft anders werden, denn Batteriezellen werden immer günstiger.
Damit setzt sich ein Trend fort: In den vergangenen zwanzig Jahren sanken die Preise für E-Auto-Batterien um 92 Prozent. Allein im vergangenen Jahr 2024 fielen sie um ein Fünftel. Aber es geht munter weiter: So günstig wie heute war Stromspeicherplatz noch nie, stellt die Unternehmensberatung P3 in einer Auswertung fest.
Halbierung der Preise für Batterien?
Die Berater kommen bei hochwertigen Nickel-Mangan-Kobalt-Akkus – z. B. von Volkswagen, Mercedes, BMW genutzt – auf 58 Euro pro Kilowattstunde. Damit würde die reine Speichermenge für den ID.3 Pure mit dem kleinsten Akku (55 kWh brutto) rund 3200 Euro kosten. Der Preis für Speicherzellen des 100-kWh-Akkus vom Tesla Model S aktueller Bauart beträgt somit 10.000 Euro. Was kostet aktuell ein Akku für ein Model S? Tesla kommuniziert diese Preise nicht, Nutzer berichten aktuell von 20 bis 25.000 Euro je nachdem, ob neu oder wieder aufbereitet.
Die günstigeren, aber weniger energiehaltigen Akkus mit Eisenphosphat-Elektrode (LFP) sind ein wenig billiger: Hier kalkuliert P3 aktuell mit 54 Euro pro Kilowattstunde. LFP-Akkus sind bisher in Europa deutlich seltener in Gebrauch. Sie werden zum Beispiel in Tesla Model Y Standard Range, allen BYD-Modellen und dem neuen Opel Frontera-e verbaut. In China setzen rund 75 Prozent der neuen E-Autos auf die LFP-Zellchemie.
Weiterer Rückgang bis 2030 erwartet
Noch vor zwei Jahren hatte die Akku-Kilowattstunde aufgrund hoher Lithium-Weltmarktpreise mehr als das Doppelte gekostet. Demnach notierten NMC-Batterien bei 140 Euro/kWh, LFP-Batterien bei 127 Euro/kWh. Hierbei handelt es sich jeweils um Nettopreise auf dem Markt für Großkunden.
P3 erwartet, dass die Preise in den kommenden fünf Jahren um weitere zehn bis 15 Prozent sinken. Dann würde 2030 der besagte kleine ID.3-Akku – stabile Preise vorausgesetzt – rund 2800 Euro kosten. Die Einsparungen bringen einerseits der technische Fortschritt, andererseits die Skalierung aufgrund weiterhin wachsender Produktionsmengen mit sich. Inwieweit die Autohersteller die günstigeren Produktionspreise an die Autokäufer weitergeben, bleibt abzuwarten.
Chinesische Akku-Industrie dominiert weiterhin
Ein Problem für Europas Autoindustrie bleibt: Die signifikante Kostensenkung macht P3 nur auf dem chinesischen Markt aus. Die genannten Zahlen beziehen sich also ausschließlich auf Akkus aus China. Damit wird sich die Dominanz der dortigen Akku-Industrie vorläufig nicht abschwächen. Und das macht Europa weiterhin abhängig vom chinesischen Markt.
Europäische Akkuzellen sind gut ein Fünftel teurer, meldet P3. Auch laut der Internationalen Energieagentur (IEA) betrugen die Kostenkürzungen in China für Akkuzellen allein im vergangenen Jahr rund 30 Prozent. In Europa und den USA lag die Rationalisierungsquote allenfalls die Hälfte davon.
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