Komfortabel und komplett ausgestattet: Kann der Cruiser Comfort T 672 G von LMC dieses Werbeversprechen wirklich halten? AUTO BILD REISEMOBIL hat das Wohnmobil getestet!
Der Preis wird vergessen, aber die Qualität bleibt, sagt ein Sprichwort. Es könnte von den Machern aus dem Hause LMC stammen. Denn zwölf Jahre Dichtheitsgarantie sind ein Wort, die "Long Life Technologie" (LLT) soll's möglich machen. Aufwendig verklebte Leichtbaumaterialien wie GFK für Dach und Boden, Alu für die Seitenwände, dazu stabile PU-Kerne und XPS-Schaum zur Isolierung: Das klingt für Neu-Camper eher nach Raumstation, weniger nach Camping. Doch es gibt zwei Bedingungen: Das Zwölf-Jahre-Versprechen gilt nur bis maximal 120.000 Kilometer Laufleistung – und sofern Besitzer einmal pro Jahr einen Dichtheitscheck für circa 120 Euro machen lassen. Auch kommunikationstechnisch haben LMC-Mobile das Wohnstuben-Image von früher abgestreift: Über die Truma-iNet-Box als Schnittstelle (Serie) lässt sich die Bordtechnik per LMC-iBus- Connect-App mit dem Smartphone steuern.
Beim Cruiser Comfort T 672 G zwischen sechs Farbmustern wählen
DAS IST ER:
Wer’s lauschig mag, erweitert hinten die Liegefläche. Fürs Hubbett gibt’s sogar eine Leiter.
Seine Größe sieht man dem T 672 G mit Einzelbetten im Heck erst auf den zweiten Blick an, denn Design und Farbgebung kaschieren das Volumen geschickt. Innen gibt er sich konservativ, vor allem in Kombination mit braunen Pepita-Sitzbezügen in der weich gepolsterten Dinette. Doch keine Bange: Wen die „Terra Brown“ genannten Polsterstoffe mit den braunen und beigen Vertäfelungen zu sehr an das Wohnzimmer der eigenen Kindheit erinnern, der kann aufpreisfrei zwischen fünf weiteren Farbmustern wählen.
DAS HAT ER: Eine 70 Zentimeter breite Aufbautür, bis zu 2,06 Meter Stehhöhe – Platzangst ist unbegründet, auch die maximale Innenbreite von 2,18 Metern macht den T 672 G luftig. Der Doppelboden kann erwärmt werden (Serie). Doch die Ausstattung ist nicht so komplett, wie LMC in der Werbung verspricht. Eine Isofix-Vorbereitung für Kindersitze kostet beispielsweise 290 Euro: So etwas sollte in einem Familienmobil selbstverständlich sein. Und dass zwar die Rückfahrkamera serienmäßig ist, der dazugehörige Monitor jedoch 295 Euro kostet, verdient ebenfalls Kritik. Überblick: Alles zum Thema Wohnmobile
LMC bietet im Gegenzug sieben üppige, aber teure Ausstattungspakete an. Unser Testmobil hat fünf: Chassis- Komfort-Paket (2290 Euro, z. B. mit Beifahrerairbag, Klimaautomatik fürs Fahrerhaus und Tempomat), Design-Paket (1190 Euro, z. B. mit Alurädern und Aluschmuck am Armaturenträger), Avantgarde-Paket (2490 Euro, z. B. mit Sat- und Solar-Vorbereitung), Sat-TV-Paket (3290 Euro, z.B. mit Schüssel und 21,5-Zoll- LED-Bildschirm) und Heckgaragen-Paket (720 Euro, z.B. mit zweiter Tür auf der Fahrerseite). Eine kostspielige Angelegenheit, zumal es Details wie den obligatorischen Beifahrer-Airbag nicht einzeln zu kaufen gibt – ärgerlich!
SO FÄHRT ER:
Unkritisch: Der LMC bleibt auch in heiklen Fahrsituationen ein sicherer Urlaubsbegleiter.
Trotz starker Wankbewegungen sicher, mit fein regelndem ESP (Serie) und standfesten Bremsen. Auf topfebenem Terrain stören kaum Wind- und Knarzgeräusche. Anders klingt’s auf schlechten Strecken: Sie entlocken dem Aufbau Klappertöne, vor allem wenn das Fahrwerk auf Querfugen stuckert. Der 150-PS-Motor (1730 Euro, Serie 130 PS) ist durchzugsstark – umso betrüblicher, dass das automatisierte Sechsganggetriebe der Fiat-Basis (2250 Euro) mit seinen langen Schaltpausen nervt.
Fortschrittliche Aufbautechnik, per App steuerbare Bordfunktionen und solide Qualität – das sind starke Argumente zugunsten des T 672 G. Doch er klappert und kostet eine Stange Geld extra, bis er wirklich komplett ausgestattet ist. Urteil: vier von fünf Punkten.