Ausländische Luxusautofahrer umgehen Parkstrafen in London
Diese Supercar-Besitzer lachen über Londons Knöllchen

Luxusautos aus den Emiraten parken in London häufig illegal. Das Problem: Strafzettel bleiben für viele Besitzer folgenlos. Woran liegt das?
Bild: dpa/Metropolitan Police
Egal ob Ferrari, Lamborghini oder Rolls-Royce – auf den Straßen Londons sieht man regelmäßig Luxus- und Supersportwagen. Manche davon sind in Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) oder Katar zugelassen. Genau diese Autos sorgen seit Jahren für Probleme in London. Das Problem: Den Behörden sind oft die Hände gebunden.
Konkret geht es um das regelmäßige Falschparken von Supercars. Laut einem Bericht des "Wall Street Journals" werden Autos mit Kennzeichen aus der Golfregion gerne in Ladezonen, an Taxiständen oder einfach im absoluten Halteverbot abgestellt. Dafür gibt es natürlich Strafzettel, doch laut dem Artikel wird nur ein Prozent dieser Verstöße von den Haltern beglichen. Woran liegt das?
Strafzettelkosten wären für die Besitzer locker zahlbar
Am Preis wohl kaum. Ein Strafzettel für verbotenes Parken kostet in London umgerechnet zwischen 130 und 185 Euro. Wer sich aber beispielsweise einen Ferrari Purosangue zum Basispreis von rund 379.000 Euro leisten kann, sollte eigentlich keine Schwierigkeiten haben, solche Bußgelder zu zahlen. Hinzu kommt: Allein das Verschiffen der Fahrzeuge aus den VAE nach England kostet rund 59.000 Euro.

Ein Ferrari Purosangue kostet in der Basis rund 379.000 Euro. Bußgelder wegen Falschparkens in Höhe von bis zu 185 Euro sollten für die Halter dieser Autos daher eigentlich kein Problem sein.
Bild: Ferrari
Die ganze Misere hat ihren Ursprung vielmehr bei den Behörden. Informationen über Fahrzeughalter dürfen für die Durchsetzung ziviler Schulden nicht international ausgetauscht werden. Das bedeutet: Die britischen Behörden kommen nicht an Halter der teuren Autos heran. Sie können die Forderungen daher kaum durchsetzen. Ein Problem, das sich die Supercar-Besitzer aus dem arabischen Raum wohl gezielt zunutze machen.
Keine Verbesserung der Situation in Sicht
Aus London heißt es zwar, dass Verstöße ausländischer Fahrer genauso verfolgt würden wie die anderer Fahrer. Allerdings plane die britische Regierung derzeit keine erweiterten Befugnisse für Kommunen, um Fahrzeuge wegen unbezahlter Parkgebühren zu beschlagnahmen.
Bereits 2009 wurde festgestellt, dass im Ausland zugelassene Fahrzeuge bei der Durchsetzung von Verkehrsregeln, Parkverstößen und City-Maut-Vorgaben faktisch kaum belangt werden können. Bis heute hat sich daran wohl kaum etwas geändert.
Somit haben Fahrzeughalter aus den VAE anscheinend auch in Zukunft leichtes Spiel bei der Parkplatzsuche. Denn selbst wer illegal parkt, kommt damit weiterhin locker durch.
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