Manchmal sind es die Cent-Teile, die Nerven, so resümierte Kollege Axel Sülwald vor vier Jahren beim Dauertestabschluss des Malibu T410. In der gesamten Redaktion kam das Fahrzeug gut an und überzeugte selbst Camping-Einsteiger mit kompakten Abmessungen, komfortablem Fahrverhalten und ordentlich Zuladung. Was aber alle nervte, waren kaputte Verschlüsse und ein zu kurzes Faltplissee im Fahrerhaus. In der Zwischenzeit entwickelte Malibu die Teilintegrierten-Baureihe stetig weiter. Was genau verbessert wurde, zeigt sich in den nächsten zwölf Monaten mit dem neuen Dauertestfahrzeug T 430 LE. Bevor der harte Redaktionsalltag für den Neuzugang beginnt, haben wir ihn erst einmal auf die Teststrecke geschickt.

Sieben Grundrissvarianten stehen zur Auswahl

Malibu T 430 LE
Stufe nach vorne schieben, und aus zwei Einzelbetten wird ein Doppelbett.
Das ist er: Ein schicker Teilintegrierter, der Paare mit gehobenen Ansprüchen glücklich machen soll. Nicht nur vom Innendesign, sondern auch von der Bordtechnik her zeigt sich die Verwandtschaft zur Muttermarke Carthago. Wer denkt, dass Malibu eine Günstigmarke ist, der wird beim Blick aufs Preisschild schnell eines Besseren belehrt. Schon der Grundpreis unseres Testmobils liegt bei 68.040 Euro. Mit üppiger Ausstattung steigt die Rechnung auf stattliche 85.040 Euro. In insgesamt sieben Grundrissvarianten mit Längs-, Heck- und Queensbett bietet Malibu den Teilintegrierten von 6,66 bis 7,45 Meter Fahrzeuglänge an. (Überblick: Alles zum Thema Wohnmobile)

Unser Dauertester tritt als "Modell Touring" an

Malibu T 430 LE
Warm und gemütlich scheint die indirekte Beleuchtung. Das Dachfenster für 1190 Euro spendet viel Licht und Luft.
Das hat er: Einen Aufbau, der sich sehen lassen kann: GFK auf Dach und Bodenplatte, Alu-Seitenwände und kältefreie Verbindungen zu Wand und Dach sowie Wand und Boden. Obendrein gibt es zehn Jahre Dichtigkeitsgarantie. Im Inneren zeigt sich, dass Malibu auch Wert auf hochwertigen Möbelbau legt. So verfügen die rollengelagerten Schubladen über Selbsteinzug und Softclose. Weiterhin gehören zur Serienausstattung: 90-Liter-Dieseltank, elektrische Trittstufe, Heckgarage mit zwei großen Türen und 250 Kilogramm Traglast, 3-Flammen-Herd mit entnehmbaren Gussrost, elektrisch verstellbare und beheizbare Außenspiegel, 125-Liter-Frischwassertank, Truma Combi 6 und ein großer Kühlschrank mit Eisfach. Jedoch ist der Kauf des einen oder anderen Sonderausstattungspaketes empfehlenswert. Unser Dauertester rollt als "Modell Touring" heran. So besitzt er unter anderem: Markise, Fahrer- und Beifahrerairbag, Zentralverriegelung, Ladebooster, Truma DuoControl, SOG-Toilettenentlüftung, Rückfahrkamera, Radio sowie einen 24-Zoll-Fernseher, dessen Sat-Anlage allerdings mindestens weitere 2490 Euro kostet. Viel Licht und Luft spendet das schöne Dachfenster Skyview für 1190 Euro. Die üppige Ausstattung kostet nicht nur ordentlich, sie treibt auch das Gewicht des 3,5-Tonners. Beim Wiegen zeigt sich, dass unser Dauertester nur noch schmale 350 Kilogramm Zuladung übrig hat. Für ein Zwei-Personen-Fahrzeug halbwegs okay, aber nicht gerade üppig. Das Fiat-Heavy-Chassis mit 4,25 Tonnen ist eine Lösung, treibt den Preis aber um 1590 Euro nach oben.

Flott unterwegs dank des 140-PS-Motors

So fährt er: Dank des aufpreispflichtigen 140-PS-Motors (950 Euro) richtig flott. Auch auf schlechtem Untergrund sind kaum Geräusche aus dem Aufbau zu hören. Grund dafür ist die Doppelverbindetechnik, bei der die Möbel nicht nur verschraubt, sondern auch verzapft sind. Sinnvoll ist auch das verbaute Fiat-Fahrassistenzpaket (1390 Euro) mit Notbrems-, Spurhalte- und Fernlichtassistent, Reifendrucksensoren, Verkehrszeichenerkennung sowie Regen- und Lichtsensor. Das kamerabasierte System, welches oben an dem Rückspiegel montiert ist, zeigt aber gerade bei schlechtem Wetter so seine Tücken. Schon eine leichte Verschmutzung der Windschutzscheibe lässt sowohl Brems- als auch Abstandsassistenz ausfallen. Manchmal hilft ein Runde Wischwasser, manchmal aber auch nicht. Dann heißt es, bei der nächsten Tankstelle rausfahren und die Scheibe gründlich putzen.

Bildergalerie

Malibu T 430 LE
Malibu T 430 LE
Malibu T 430 LE
Kamera
Wohnmobil-Test Malibu T 430 LE
Fazit von Helene Schmidt: Gerade in der kalten Jahreszeit punktet der Malibu mit seiner Winterfestigkeit. Dank des beheizbaren Doppelbodens zaubert er eine heimelige Gemütlichkeit in den Wohnraum. Verarbeitungsqualität und hohe Fahrsicherheit überzeugen, haben aber auch ihren Preis. Urteil: vier von fünf Punkten.

Von

Helene Schmidt