Til Schweiger stand vor einem nicht unerheblichen Spagat. Wie schafft man es, das Erfolgsrezept eines Films über Jahrzehnte zu konservieren und ihn bei der Fortsetzung nicht altbacken oder angestrengt angepasst wirken zu lassen?
Als Regisseur und Hauptdarsteller der Fortsetzung des Kultfilms "Manta Manta" ist es ihm offenbar gelungen, den neuen Streifen nicht zu sehr an den Zeitgeist anzupassen.
"Wir wollten keinen Woke-Film machen, sondern genau das Lebensgefühl von damals, als die Welt zumindest scheinbar noch in Ordnung war, transportieren", sagte Schweiger der "Bild". Wie er berichtet, kam das beim Publikum gut an, sie hätten es bei der Premiere von "Manta Manta – Zwoter Teil" geliebt". Außerdem kennt er "viele junge Leute, die sich wahnsinnig auf den Film freuen".

Die Zeiten ändern sich

Einen Seitenhieb konnte sich nicht verkneifen. Beziehungsweise gleich mehrere. Denn seit dem ersten Manta-Teil 1991 hat sich beim Standing des Autos in der Öffentlichkeit sehr viel verändert, der Klimawandel bestimmt die aktuelle öffentliche Diskussion. Was den Blick auf einen Film wie "Manta Manta" ebenfalls verändert. Doch "Angst davor, dass die Klima-Kleber nicht ins Kino gehen, habe ich nicht. Denn die kleben ja alle an der Straße fest", sagte Schweiger.
Til Schweiger führte bei dem Film auch Regie.
Bild: Constantin Film Verleih / Bernd Spauke

Er wird emotional, wenn es um das umstrittene und viel diskutierte Thema geht. Er wisse nicht, was er mache, wenn er mal im Stau stehe und aufgrund der Aktionen einen wichtigen Termin verpasse. "Dann steige ich bestimmt auch aus. Ich habe das Video von einem gesehen, der einen Klimakleber weggezogen hat. Ich glaube, ich würde das genauso machen. Was ich von denen halte? Das sind Vollidioten", so Schweiger, der bei dem neuen Manta-Film auch Regie führte. Der Film kommt am Donnerstag in die deutschen Kinos.
Die aktuelle Aufmerksamkeit durch die Fortsetzung des Kultstreifens nutzt Schweiger für eine Generalabrechnung. Denn einmal in Fahrt, wettert er weiter gegen die Aktivisten: "Die werden teilweise dafür bezahlt, bekommen bis zu 1500 Euro im Monat dafür. Es gibt dafür sogar Trainingscamps, in denen sie unter anderem lernen, welcher Kleber bei welcher Witterung am besten hält. Die Klima-Kleber sind eine große Plage in diesem Land!"

Auch die Regierung bekommt ihr Fett weg

Neben den Aktivisten hat Schweiger auch die Regierung auf dem Kieker. Wirtschaftsminister Robert Habeck zum Beispiel, bei dem sich der Schauspieler wünscht, dass sich der Politiker "selber festkleben würde. Dann könnte er nicht so viel Mist verzapfen. Der soll weiter Kinderbücher schreiben, hat von Wirtschaft keine Ahnung".
Würde der Schauspieler denn Wirtschaftsminister Habeck mal im Manta mitnehmen? "Niemals!", lacht Schweiger: "Auch, wenn es regnen und hageln würde, und Robert Habeck wie ein begossener Pudel dasteht, würde ich an ihm vorbeifahren."
"Manta Manta 2" kommt am 30. März in die Kinos.
Bild: Constantin Film Verleih / Mathias Bothor

Damit war Schweiger aber noch nicht fertig mit seiner Generalkritik, denn seiner Meinung nach würde „fast die ganze Regierung“ in der freien Wirtschaft "niemals dieses Geld verdienen – deswegen sind sie ja Politiker geworden. Die Vorsitzende der Grünen hat noch nicht mal ein abgeschlossenes Studium. Und die kriegen 20.000 Euro im Monat. Und wer bezahlt das? Das Volk“.

Auch "Uschi" kritisiert Aktivisten

Schweigers Filmpartnerin Tina Ruland (Uschi) liegt bei dem Thema auf einer Wellenlänge mit Schweiger. "Ich finde, dass sie durch diese Aktion die Bevölkerung nicht auf ihre Seite ziehen, sondern gegen sich aufbringen. Das ist der größte Fehler. Die sollen sich lieber am Bundestag festkleben." Sie selbst versuche, etwas fürs Klima zu tun. Aber sie halte es für den völlig falschen Weg, so Ruland, "die Bevölkerung so zu behindern – und wichtige Fahrzeuge wie Krankenwagen nicht durchzulassen. Das ist so Scheiße".

Teil 2 ab 30. März im Kino

Wie "unwoke" der neue Film nun ist – davon können sich die Zuschauer ab dem 30. März überzeugen, ab dann läuft der Film in den deutschen Kinos. Im zweiten Teil hat Bertie (Schweiger) seine Rennfahrerkarriere an den Nagel gehängt und betreibt mehr schlecht als recht eine Autowerkstatt und eine angeschlossene Kartbahn. Als die Schließung droht, soll die Siegprämie bei einem 90er-Jahre-Rennen seine finanziellen Probleme lösen. Ein Wettrennen gegen die Zeit beginnt.
Neben Schweiger, Ruland und Michael Kessler (Klausi) gehören Luna Schweiger, Moritz Bleibtreu, Wotan Wilke Möhring und Axel Stein zum Cast. In Gastrollen sind prominente Gesichter wie Lukas Podolski, Alena Gerber Fritz, JP Kraemer, der sehr kurios an seine Rolle kam, und Frank Buschmann zu sehen.