Maserati Ghibli Spyder und GranCabrio im Vergleich
Krönung auf Italienisch

Genau 40 Jahre liegen zwischen dem Ghibli Spyder und seinem 2+2-sitzigen Nachfahren GranCabrio. AUTO BILD SPORTSCARS vegleicht die beiden rassigen Schönheiten bei einer Fahrt auf italienischen Landstraßen.
Ein Schuss hallt durch die Straße im sengend heißen Modena. Dann noch einer und noch einer, eine ganze Salve. Passanten erschrecken, drehen ihre Hälse, sehen den vermeintlichen Schützen – und grinsen übers ganze Gesicht. "Der Vergaser ist nicht optimal eingestellt", erklärt Marcello Candini, Modeneser Spezialist für Maserati-Restaurierungen und derzeitiger Besitzer des traumschönen Ghibli Spyder SS in der Farbe Celeste chiaro metallizzato, einer pastellisierten Ahnung von Blau. Im Schiebebetrieb brabbelt, sprotzelt und knallt das 1970 gebaute Maserati-Cabrio und gibt vor jedem Ampelstopp den durchgeknallten Attentäter. Fotografin Lena und ich folgen dem eleganten Zweisitzer im neuen Maserati GranCabrio durch die Heimatstadt der gekrönten Stilikonen und freuen uns auf jede Gaspedalbewegung: wenig Gas = dumpfes Grollen aus den Tiefen des Fünfliters, Vollgas = rennmäßiges V8-Geschrei mit vielen Obertönen, weg vom Gas = er schießt.
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Bild: Lena Bartelmess
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Bild: Lena Bartelmess
Ford wollte Maserati kaufen
Kein unbedeutender Umstand, denn hier zeigen sich die unterschiedlichen Philosophien: Während Lamborghini, Ferrari und De Tomaso betont sportlich auftraten, musste ein Maserati immer auch ein Inbegriff von Luxus, Stil und etwas Komfort sein. Was ja nicht ausschloss, dass die Autos extrem schnell waren. Diesen Umständen ist es zuzuschreiben, dass Maserati zu jener Zeit zur bevorzugten Marke der Reichen und Schönen avancierte. So waren bekannte Ghibli-Fahrer etwa Jean-Paul, aber nicht Sartre, sondern Belmondo, Peter Sellers oder auch Sammy Davis jr., die bevorzugt auf die "Krönchenautos" (Lena Barthelmeß) abfuhren. Von Henry Ford II, der einen Ghibli besaß – oder von dem Auto besessen war –, erzählt man, dass er seinen Ghibli sogar provokant auf dem Ford-Firmenparkplatz parkte. Ford war gar so beeindruckt, dass er gleich die ganze Firma Maserati kaufen wollte.
Schnelligkeit Pflicht – offenes Verdeck Kür

Bild: Lena Bartelmess
Bis zu 300.000 Euro kann man für einen Ghibli Spyder anlegen

Bild: Lena Bartelmess
Ein alle Sinne betörendes, extrem scharf klingendes Auto

Bild: Lena Bartelmess
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