Maserati Grecale (2022): Preis, Motor, Test, Trofeo, SUV
Dieser Dreizack sticht: Erste Fahrt im Maserati Grecale Trofeo
Der Name Grecale stammt von einem kräftigen Mittelmeerwind, und genau das will der neue Maserati auch sein – zumindest im Trofeo-Trimm. Erste Fahrt im neuen SUV!
Bild: Maserati
Inhaltsverzeichnis
Die Leuchten und der dreidimensionale Grill sind klar vom MC20 inspiriert, der Rest der Formgebung des neuen Maserati Grecale muss sich deutlich der Funktion anpassen. Ein SUV kann nun mal nicht so dynamisch daherkommen wie ein Sportwagen – sonst wäre es ja kein SUV.
Das Dilemma für Chefdesigner Klaus Busse ist also klar: Praxistauglich und dennoch schnittig muss der Grecale sein. Und das ist gelungen. Spötter sagen zwar: Ford Puma an der Front, ein bisschen Jaguar am Heck – wir sagen: Schämt euch! Dafür, dass der Grecale auf Stellantis' Giorgio-Plattform aufbaut (auf ihr steht auch der Alfa Stelvio), ist sein Look sehr eigenständig geraten.

Baukasten: Der Maserati Grecale teilt sich zwar die Plattform mit dem Alfa Stelvio, er kommt aber sehr eigenständig daher.
Bild: Maserati
Am Heck soll die Leuchtengrafik an den ikonischen 3200 GT erinnern. Hätte es nicht in der Pressemeldung gestanden, wir wären nicht draufgekommen. Carbondiffusor und Vierrohranlage verbreiten weiteren Sportsgeist, an der Front geht die Haube für ein SUV sportlich flach nach unten.
Den Einstiegs-Motor macht ein Zweiliter-Reihenvierzylinder, der in den Modellen Grecale GT und Grecale Modena verbaut ist. In der unteren Ausbaustufe leistet das turboaufgeladene Aggregat 300 PS, im Modena 330 PS. Maximal 450 Nm Drehmoment reißen hier über eine Achtstufen-Automatik an allen vier Rädern. Der Basispreis des GT liegt bei 71.519 Euro, wer die etwas stärkere Modena-Ausführung haben möchte, muss mindestens 81.991 Euro aus dem Portemonnaie zaubern.
Fahrzeugdaten
Modell | Maserati Grecale GT | Maserati Grecale Modena | Maserati Grecale Trofeo |
|---|---|---|---|
Motor | R4, Turbo, vorn längs | R4, Turbo, vorn längs | V6, Biturbo, vorn längs |
Hubraum | 1995 cm³ | 1995 cm³ | 3000 cm³ |
Leistung | 221 kW (300 PS) bei 5750/min | 243 kW (330 PS) bei 5750/min | 390 kW (530 PS) bei 6500/min |
Max. Drehmoment | 450 Nm bei 2000-4000/min | 450 Nm bei 2000-5000/min | 620 Nm bei 3000-5500/min |
Antrieb | Allrad, Achtstufenautomatik | Allrad, Achtstufenautomatik | Allrad, Achtstufenautomatik |
Länge/Breite/Höhe | 4846/1948/1670 mm | 4847/1979/1667 mm | 4859/1979/1659 mm |
Verbrauch (WLTP) | 8,7-9,2 Liter | 8,8-9,3 Liter | 11,2 Liter |
Abgas CO2 | 198-208 g/km | 199-210 g/km | 254 g/km |
0-100 km/h | 5,6 s | 5,3 s | 3,8 s |
0-200 km/h | 23,7 s | 21,9 s | 13,8 s |
Vmax | 240 km/h | 240 km/h | 285 km/h |
Preis | ab 71.519 Euro | ab 81.991 Euro | ab 111.003 Euro |
Unter der Haube der Top-Motorisierung Trofeo steckt ein Dreiliter-V6 mit Twinturbo-Aufladung und innovativer Vorkammerzündung aus der Fomel 1. Wer die Berichterstattung zum MC20 verfolgt hat, denkt spätestens jetzt: Nettuno-V6 – und liegt damit falsch. Zwar nutzt der Motor im Grecale viele Details des Highend-Triebwerks – Bohrung und Hub etwa sind identisch –, er hat aber keine motorsportliche Trockensumpfschmierung.

Pulsbeschleuniger: Der Biturbo-V6 im Grecale-Bug mobilisiert 580 PS und sorgt für sehr ordentliche Fahrleistungen.
Bild: Maserati
Dafür verfügt er über eine Zylinderabschaltung, mit der im Teillastbereich die rechte Bank stillgelegt werden kann. Nötig hierfür war aber ein anderer Ölkreislauf – die Grundzutaten vom Nettuno sind aber natürlich vorhanden. Das alles hat auch seinen Preis: Der Trofeo startet bei 111.003 Euro.
Unter vier Sekunden auf 100 im Grecale Trofeo
Und aus denen backt Maserati einen schmackhaften 530-PS-Block zusammen, der den Trofeo in 3,8 Sekunden auf 100 schnalzen soll und für bis zu 285 km/h sorgt. Fahrwerksseitig setzt der Trofeo serienmäßig auf eine variable Luftfederung mit Wankstabilisierung. In den kleinen Modellen GT (300 PS, R4-Mildhybrid) und Modena (330 PS, R4-Mildhybrid) ist diese optional. Je nach Fahrmodus lässt sich die Bodenfreiheit um bis zu zehn Zentimeter variieren – plus 60 Millimeter vom Normalzustand im Offroad-Modus, minus 40 Millimeter im Corsa-Setting.

Das passt: hochmodernes Interieur mit drei Bildschirmen. An der Verarbeitung gibt es so gar nichts auszusetzen.
Bild: Maserati
Innen verführt uns der Trofeo mit schlichter Eleganz und erstaunlich solider Verarbeitung. Die Bedienung erfolgt über große Touchflächen, das Zentraldisplay misst 12,3 Zoll in der Diagonale, darunter sitzt noch ein zweiter Bildschirm mit 8,8 Zoll. Neben Touch ist Sprachsteuerung ein großer Faktor – und hier kommt die nun digitale Zentraluhr ins Spiel, die auf Knopfdruck zum persönlichen Assistenten wird.
AUTO BILD durfte sich bereits hinters Steuer des 530 PS starken Grecale Trofeo schwingen und das SUV zur ersten Fahrt ausführen. Zunächst fällt auf, welch immense Fortschritte Maserati bei der Innenraum-Qualität und Verarbeitung gemacht hat. Kein Vergleich zum ersten Ghibli vor acht Jahren. Nichts knarzt, Materialauswahl und Verarbeitungsgüte sind auf höchstem Niveau.

Von 0 auf 100 in nur 3,8 Sekunden, 285 km/h Spitze: Das verspricht der Maserati Grecale Trofeo.
Bild: Maserati
Zudem ist das SUV richtig modern – viele Funktionen werden über Touch- oder Sprachbedienung eingegeben. Unter dem 12,3-Zoll-Hauptdisplay sitzt noch ein weiterer 8,8 Zoll großer Bildschirm, über den die Klimaanlage bedient wird.
Holprige Straßen sind der Feind des Grecale
Auf Landstraßen kann der Grecale zwar sein ganzes Potenzial nicht voll ausschöpfen, deutet aber an, welche Urgewalt in seinem Sechszylinder schlummert. Immerhin: Das SUV soll bis zu 285 km/h schaffen und die 100er-Marke bereits nach 3,8 Sekunden knacken. Das Ledergestühl bietet eine gute Mischung aus Komfort und Seitenhalt, lange Strecken sollten also kein Problem sein. Die Lenkung ist intuitiv, fahrwerksseitig sind scharfe Kanten im Asphalt der Feind des Grecale. Gerade im schärfsten Setting, aber auch im Normalmodus federt das SUV sehr unwirsch an.
Service-Links
