Maserati Quattroporte V: Gebrauchtwagen
Einen Maserati zum Dacia-Preis fahren?

Den wunderschönen Maserati Quattroporte V gibt es als Gebrauchtwagen zum wirklich kleinen Preis. Design und Motor sind verlockend, lohnt der Kauf?
Bild: Berendsen Automobile
Einen Maserati zum Dacia-Preis fahren? Klingt nach einem schlechten Scherz, klappt aber. Zumindest in der Anschaffung gibt es einen 400 PS starken Maserati Quattroporte mittlerweile zum echten Schnäppchenpreis. Doch Vorsicht vor den Folgekosten!
Die fünfte Generation des Maserati Quattroporte debütierte im Jahr 2003 und wurde mit einigen Überarbeitungen bis 2012 angeboten. Und auch heute gilt die von Meister Pininfarina gezeichnete Sportlimousine noch als wahres Design-Meisterstück. Verglichen mit dem von Marcello Gandini entworfenen Vorgänger wirkt der Quattroporte V damals wie ein italienischer Maßanzug.
Hinzu kommt, dass unter der langen Haube ein V8-Saugmotor (F136) arbeitet, der von Ferrari entwickelt wurde. Aus 4,2 Litern Hubraum holt der V8 im Quattroporte 400 PS und 450 Nm, was für einen Topspeed von 275 km/h reicht, und innen gibt's jede Menge feinstes Leder – eine Kombination, die ankam: Trotz eines Neupreises von über 100.000 Euro wurde die fünfte Generation des viertürigen Maserati ein echtes Erfolgsmodell.

Zeitlose Eleganz: Der von Pininfarina gezeichnete Maserati Quattroporte V ist toll gealtert.
Bild: Berendsen Automobile
Wie fast immer in der Luxusklasse hat der Wertverlust in den letzten Jahren unerbittlich zugeschlagen. Die Folge: Gebrauchte Maserati Quattroporte gibt es mittlerweile zu absoluten Schnäppchenpreisen. Beispiel gefällig? Wie wäre es mit diesem 2004er-Modell (Erstzulassung November 2004) mit knapp 86.000 Kilometern, das aktuell bei "Berendsen Automobile" in Norderstedt zum Verkauf steht.
Zwar hat die italienische Limousine bereits vier Vorbesitzer, doch dafür handelt es sich hierbei um ein deutsches Auto, das laut Händler scheckheftgepflegt ist. Regelmäßige Wartungen und Durchsichten sind bei Autos wie dem Quattroporte besonders wichtig und werden im Alter oft vernachlässigt, weil diese ins Geld gehen können.
Ab 2007 auch mit Wandlerautomatik
Umso besser, dass bei diesem Exemplar die Kupplung des anfälligen DuoSelect-Getriebes erst vor 6000 Kilometern getauscht wurde. Quattoporte-Interessenten müssen wissen, dass Maserati die Limousine anfänglich ausschließlich mit einem automatisierten Schaltgetriebe (DuoSelect) angeboten hat. Da dies jedoch viel Kritik einstecken musste und dem Großteil der Kunden zu unkomfortabel war, steuerten die Italiener ab 2007 gegen und boten den Quattroporte auch mit einer ZF-Wandlerautomatik an. Diese Autos werden auf dem Gebrauchtwagenmarkt höher gehandelt.

Feinstes Leder, edles Holz und analoge Instrumente sorgen für italienisches Flair im Quattroporte.
Bild: Berendsen Automobile
Im großen AUTO BILD-Gebrauchtwagentest aus dem Jahr 2021 heißt es dazu: "Das sequenzielle Sechsganggetriebe schaltet spät und ruppig, Rangieren an einer Steigung erfordert gefühlvollen Umgang mit dem Gaspedal. Außerdem ist die Kupplung bei sportlicher Fahrweise verschleißanfällig. Ein Austausch ist oft schon nach 30.000 Kilometern nötig." Da die Kupplung bei diesem Quattroporte erst kürzlich getauscht wurde, dürfte der neue Besitzer erst mal Ruhe haben. Der V8-Motor gilt gemeinhin als zuverlässig, wobei auch hier die Wartung ins Geld gehen kann.
Das hier gezeigte Auto überzeugt zudem mit einer edlen Farbkombination in der Außenfarbe "Grigio Touring" mit Leder "Cuioi Sella". Das Auto wirkt weder außen noch innen verbraucht und hinterlässt einen gepflegten Eindruck. Womit wir zur alles entscheidenden Frage kommen: Was kostet dieser italienische Maßanzug auf vier Rädern? In diesem konkreten Fall möchte der Händler 16.900 Euro haben und hat den Maserati erst kürzlich um 1000 Euro reduziert.
Los geht's bei unter 10.000 Euro
Damit gehört dieses Exemplar aber noch nicht mal zu den günstigsten Quattroporte V auf dem Markt. Vereinzelt werden Autos sogar für unter 10.000 Euro angeboten, weisen dann aber auch entsprechende Laufleistungen auf oder besitzen keinerlei Historie.
Dennoch sollten sich Interessenten nicht vom vermeintlich günstigen Einstiegspreis blenden lassen, denn im Unterhalt ist ein Maserati eben kein Dacia. Versicherung und Wartung sind teuer, und auch Reparaturen können richtig ins Geld gehen. Von daher gilt, wie immer in dieser Fahrzeugklasse: Nur kaufen, wenn entsprechende finanzielle Reserven vorhanden sind.
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