Mazda MX-5: Kaufberatung
Gesucht: der beste Mazda MX-5

Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Inhaltsverzeichnis
Sind Sie schon mal Roadster gefahren? Den Wind im Gesicht, den Po dicht am Asphalt, und den Fuß immer hart am Gas – Fans sehen in den kleinen, wendigen Sportwagen die Essenz des Autofahrens.
Zugegeben: Die Auswahl wird langsam dünn. Mercedes SLK, Audi TT? Weg und hinfort. Der BMW Z4? Mit über 50.000 Euro als zahmer 20i mittlerweile schmerzhaft teuer. Der Mazda MX-5 hält die Fahne der bezahlbaren Roadster weiterhin hoch. Grund genug, ihn zur aktuellen Freiluft-Saison einmal gründlich unter die Lupe zu nehmen.
Der Zweiliter-Saugbenziner mit 184 PS bietet mehr als genug Reserven, um den kleinen Roadster standesgemäß voranzutreiben.
Das kleine Cabrio mehrmals modellzupflegen, hat bei Mazda schon
Tradition. Nach der dritten Generation (NC) haben die Japaner jüngst auch den ND noch einmal geliftet. Als prägnantestes Erkennungsmerkmal an der Front kann das von der Schürze in die Hauptscheinwerfer gewanderte Tagfahrlicht gelten. Hier und am Heck leuchten darüber hinaus nun ausschließlich LED-Leuchtmittel.
Im Innenraum macht sich der größere 8,8-Zoll-Bildschirm für das Infotainmentsystem bemerkbar. Weiter sind ein Track-Mode für das ESP und ein Stummschaltknopf für die Assistenzsysteme eingezogen – beide finden sich auf der Bedieninsel links neben dem Lenkrad.

Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Merke also: Sogar Fahrassistenz kann der MX-5 mittlerweile bieten. Spurhalteassistent, Müdigkeitswarner, Verkehrszeichenerkennung, Licht- und Regensensor – das ist alles Serie. Optional zieht ein Totwinkelwarner ein. Auch neu: ein asymmetrisch arbeitendes, mechanisches Sperrdifferenzial, das Kazari und Homura bieten.
Ausstattungen und Pakete
Ausstattung/Linie* | Prime-Line | Exclusive-Line | Kazari | Homura |
|---|---|---|---|---|
Komfort | ||||
Klimaanlage manuell/Klimaautomatik einzonig | •/x | x/• | x/• | x/• |
Leder-Sportlenkrad | • | • | • | • |
Lichtsensor/Regensensor | • | • | • | • |
Sitzheizung vorn | x | • | • | • |
Sitze in Teilkunstleder/Sitze in Leder/Recaro-Sportsitze in Leder-Alcantara | •/x/x | x/•/x | x/•/x | x/x/• |
Sicherheit/Assistenz | ||||
LED-Scheinwerfer/Matrix-LED-Scheinwerfer | •/x | x/• | x/• | x/• |
Parksensoren hinten/Rückfahrkamera | •/x | •/• | •/• | •/• |
Tempomat manuell | • | • | • | • |
Totwinkelwarner | x | • | • | • |
Verkehrszeichenerk., Spurhalteass., Notbremsass., Müdigkeitserk. | • | • | • | • |
Infotainment | ||||
Infotainment mit 8,8-Zoll-Touchscreen, Navi und CarPlay/Android Auto | • | • | • | • |
Soundsystem mit 6 Lautspr./9 Lautspr. (Bose), 2 davon in den Kopfstützen | •/x | x/• | x/• | x/• |
Optik & Dynamik | ||||
Außenspiegel in Schwarz/Außenspiegel in Wagenfarbe | •/x | x/• | x/• | •/x |
Bremsanlage mit vier Kolben vorn (Brembo) | x | x | x | • |
Domstrebe an der Vorderachse | x | x | x | • |
ESP mit Track-Mode | x | • | • | • |
Sperrdifferenzial, asymmetrisch | x | x | x | • |
Stoffdach in Beige (Roadster) bzw. Dachmittelteil in Schwarz (RF) | x | x | • | x |
Ansonsten lautet Mazdas Rezept für den MX-5 sinngemäß: So wenig von allem wie möglich, so viel wie nötig. Ersteres bezieht sich vor allem aufs Gewicht, das mit 1078 (1.5 Roadster) bis 1196 Kilogramm (2.0 RF) den Minimaßen gerecht wird. Und aufs Handschuhfach, das Mazda beim aktuellen MX-5 einfach mal weggespart hat – aus Platz-, nicht aus Kostengründen, wohlgemerkt.
Für große Fahrer ist der MX-5 nicht geeignet
Auch so geht es noch eng zu. Wer über 1,90 Meter misst, passt nicht wirklich auf den Fahrer-, erst recht aber nicht auf den Beifahrersitz, wo es noch mehr an Fußraum mangelt. Tipp: Die Recaro-Sportsitze kitzeln ein paar wertvolle Zentimeter raus, sind tiefer montiert. Alternativ gibt es Sitztieferlegungsschienen, die aber streng genommen einer Eintragung bedürfen.

Die Recaros in Leder-Alcantara sind härter gepolstert, tiefer montiert (besser für Große) und trotzdem nicht unbequem.
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Sind Fahrer und Beifahrer MX-5-tauglich gewachsen, befindet sich dafür alles genau an Ort und Stelle. Das satt rastende Sechsganggetriebe erinnert mit seinen kurzen Wegen an die Playstation zu Hause – nur besser. So gerät das zuletzt nicht mehr verfügbare Sechsstufen-Automatikgetriebe schnell in selbstzufriedene Vergessenheit. Wer aus medizinischen Gründen ein Automatikgetriebe benötigt, muss sich also gebraucht umsehen. Allerdings gab es den Automaten in den letzten Jahren nur mit Klappdach – keine leichte Entscheidung.
Überhaupt ist die Dachfrage nicht ganz einfach zu beantworten. Das traditionell als Roadster bezeichnete Softtop besticht mit legendärer Einfachheit: Hebel ziehen, Dach nach hinten fallen lassen, fertig. Dauert keine fünf Sekunden und geht umgekehrt fast genauso schnell. Das 2017 eingeführte RF-Modell (steht für "Retractable Fastback") ist letzten Endes ein kleiner Targa. Sein Verdeck braucht ungefähr 14 Sekunden zum Öffnen und Schließen, bringt laut Mazda rund 40 Kilogramm Mehrgewicht mit und kostet immerhin 2800 Euro Aufpreis.

Mazda bietet den MX-5 mit Stoffverdeck oder festem Klappdach an. Für wen was geeignet ist, entscheiden Geschmack und Nutzung.
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Die mittel- bis langfristige Erkenntnis unsererseits lautet: Wie immer kommt es drauf an. Wer den MX-5 als Schönwetter-, Zweit- oder Drittfahrzeug nutzt, tut gut daran, es beim Softtop zu belassen. Nicht zuletzt, weil die Windverwirbelungen im Roadster deutlich zurückhaltender beziehungsweise erst bei höherem Tempo auftreten.
Das Klappdach des RF hat seine Stärken geschlossen beim Geräuschniveau, vor allem aber bei der Wartungsarmut: Stoffverdecke altern und brauchen Liebe. Nicht zu vernachlässigen: der psychologische Aspekt eines festen Dachs. Mehr Sicherheitsgefühl und besserer Einbruchsschutz interessieren den einen, den anderen nicht. Das moderate Mehrgewicht bemerken allenfalls fahrdynamische Feingeister.
Klare Sache: Wer sich angesichts geringer Leistungsdaten innerlich vom MX-5 distanziert, ist ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht gefahren. Der Zweiliter-Saugbenziner mit 184 PS bietet mehr als genug Reserven, um den kleinen Roadster standesgemäß voranzutreiben.

Eine Frage des Antriebs: Fahrspaß steckt schon im 1.5er mit 131 PS. Motor der Wahl dürfte aber wohl der 2.0 mit 184 PS sein.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der Vierzylinder mit zwei oben liegenden Nockenwellen will gedreht werden, hat aber – im Unterschied zu seinen MX-5-Vorgängern – auch untenrum schon Drehmoment anzubieten. 205 Newtonmeter sind es bei 4000 Umdrehungen. Während die Spitzenleistung bei 7000 Umdrehungen bereitsteht, dreht der Motor noch weiter: Erst bei 7500 Touren ist Schluss. Der Klang: herrlich rau, mechanisch und ungefiltert. Der MX-5 fährt noch ohne Otto-Partikelfilter (OPF).
Motorisierungen und Preise
Modell* | Mazda MX-5 1.5 AUTO BILD-Tipp für Wenigfahrer | Mazda MX-5 2.0 AUTO BILD-Tipp für Viel- und Sportfahrer |
|---|---|---|
Fazit | Mazda-Ingenieure erzählen, der ganze MX-5 ND sei erst einmal mit dem 1,5-Liter entwickelt worden. Der Direkteinspritzer wirkt herrlich munter, dreht leicht hoch und klingt dabei kernig. Das geringe Drehmoment lässt einen aber schnell spüren, wenn zwei statt einer Person im Auto sitzen. Bemerkenswert: der Verbrauch. | Der große Zweiliter wurde zum ersten Facelift (2019) überarbeitet, leistet seitdem 184 PS. Auffällig: Das um 53 Nm höhere Drehmoment steht auch 500 Umdrehungen früher bereit – bei dem geringen Gewicht ein Riesenunterschied. Homura und Kazari bieten als 2.0 serienmäßig ein Sperrdifferenzial. |
Motor/Hubraum | R4/1496 cm³ | R4/1998 cm³ |
Getriebe | 6-Gang | 6-Gang |
kW (PS) bei 1/min | 97 (132)/7000 | 135 (184)/7000 |
Nm bei 1/min | 152/4500 | 205/4000 |
Vmax | 204 km/h | 219 km/h |
0–100 km/h | 8,3 s | 6,5 s |
Normverbrauch (WLTP) | 6,2 l/100 km (Super) | 6,8 l/100 km (Super) |
Testverbrauch | 6,3 l/100 km (Super) | 6,6 l/100 km (Super) |
Abgasnorm | Euro 6e | Euro 6d |
OPF (Otto-Partikelfilter) | nein | nein |
Preise | ||
Prime-Line | 33.190 Euro | - |
Exclusive-Line | 36.090 Euro | 37.790 Euro |
Kazari | 36.890 Euro | 38.590 Euro |
Homura | 39.390 Euro | 41.790 Euro |
Der Wermutstropfen: Genau das wurde dem 2.0 zum Verhängnis. Er wird für weite Teile der EU nicht mehr neu gebaut – Mazda hat aber noch Restbestände "im mittleren dreistelligen Bereich". Wir könnten uns vorstellen, dass diese Kombination – zweites Facelift samt großem Motor, besonders als noch einmal dynamischerer Homura – den MX-5 mal zum beliebten Gebrauchten macht.
Ansonsten bleibt künftig erst einmal noch der 1,5-Liter-Vierzylinder. Er stellt mit 132 PS und 152 Newtonmeter Drehmoment den Antrieb für all diejenigen dar, die es nicht allzu eilig haben, die Taktilität und die raue Mechanik des Roadster-Konzepts auch so zu schätzen wissen. Oder wie es ein Bekannter mal sagte: "Der beste MX-5 ist der, der vor deiner Haustür steht."
- Der Wenigfahrer ist beim MX-5 ja eigentlich der Normalfall. Wer vor allem gerne cruist und nur kleine dynamische Ansprüche hegt, kann es beim 1.5 belassen. RF? Lohnt mit 2800 Euro Aufpreis kaum, wenn der MX-5 das Licht der Tage eh nur bei schönem Wetter erblickt. Sitzheizung will man im MX-5 allerdings schon haben – also mindestens zur Exclusive-Line greifen. Empfehlung: 1.5 Roadster Exclusive-Line (132 PS) ab 36.900 Euro.
- Der Vielfahrer kann sich vom RF den Vorteil eines etwas besseren Geräuschkomforts erhoffen. Das weiche Ansprechen des Serienfahrwerks weiß man im Alltag durchaus zu schätzen, die Extra-Leistung des Zweiliters ebenso. Tipp: Wer das Dach auch während der Fahrt und mit der Fernbedienung bedienen können möchte, findet passende Steuergeräte als Dritthersteller-Zubehör. Dann droht allerdings ein Verlust der Fahrzeuggarantie. Empfehlung: 2.0 RF Kazari (184 PS) ab 41.390 Euro.
- Der sportliche Fahrer greift zum Zweiliter als Homura mit Bilstein-Dämpfern, Recaro-Sitzen, Domstrebe und Sperrdifferenzial, einzig die Karosserieform bleibt Geschmacksache. Empfehlung: 2.0 Roadster Homura (184 PS) ab 41.790 Euro.
Fazit
Der MX-5 ist klein und leicht – aber nicht nur das. Seine Ingenieure haben über vier Generationen eine Taktilität in Motor, Getriebe und Fahrwerk hineinentwickelt, die es woanders schlicht nicht gibt. Das alles kann zwar auch der 1.5 bieten – der noch mal höhere Fahrspaß und der Werterhalt sprechen aber schon für den auslaufenden Zweiliter. Alternative: Gebrauchte. Auch die Vorgänger sind Spaßmaschinen.
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