Der Mazda MX-5 lebt von seinem Purismus wie kaum ein anderes Auto: Handschaltung, Hinterradantrieb und ein frei saugender Reihenvierzylinder machen seit 1989 das Konzept aus, lassen sich aber zunehmend schlechter mit aktuellen Emissionsvorschriften vereinen. Lange fragten sich MX-5-Fans, was aus ihrem geliebten Roadster denn nun werden würde. Ein Hybrid oder – Schreck, lass nach – gar ein reines Elektroauto? Jetzt hat sich die Mazda-Geschäftsführung zum Thema geäußert – und zwar erstaunlich ausführlich.

Technikchef und Chefdesigner von Mazda geben aufschlussreiches Interview

Im Interview mit dem US-Automagazin "Road & Track" haben zwei Mitglieder der Mazda-Geschäftsführung, Technikchef Ryuichi Umeshita und Chefdesigner Masashi Nakayama, über detaillierte Pläne zur nächsten MX-5-Generation gesprochen. Umeshita, 60 Jahre alt, sitzt zwar erst seit April 2025 als Technikchef in der Geschäftsführung, arbeitet dort aber bereits seit 1988. Chefdesigner Nakayama war laut "Road & Track" auch Chefentwickler der vierten MX-5-Generation (Baucode ND), die kürzer und leichter wurde als der Vorgänger (NC).
Mazda MX-5
Der MX-5 ND ist schon seit 2015 auf dem Markt. Die langen Bauzeiten der einzelnen Generationen nutzte Mazda in der Vergangenheit stets für zahlreiche Optimierungen im Detail.
Bild: Mazda Cooperation
Dass Umeshita zu den Verfechtern konsequenten Leichtbaus zählt, machte er im Gespräch mit dem Magazin auch deutlich: "Was definiert den MX-5? Ich würde sagen, das Wichtigste ist, dass er wenig wiegt. Und das Zweitwichtigste: dass er wenig wiegt", sagte er scherzhaft. Das sei der Schlüssel, auch ein künftiger MX-5 müsse "sehr leicht" sein.
Nakayama wurde noch konkreter: "Wenn wir die nächste Generation des MX-5 in Betracht ziehen, erwägen wir, ihn leichter als eine Tonne und kürzer als vier Meter in Länge zu machen." Damit wäre der nächste MX-5 sogar noch etwas leichter als die aktuelle Generation mit mindestens 1003 Kilogramm (ohne Fahrer).

Wenn es nach Mazda geht: MX-5 weiterhin mit Saugbenziner und Handschaltung

Zu den Plänen eines elektrischen MX-5 äußerte sich Umeshita gegenüber "Road & Track" ebenfalls. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Mazda sich ein Patent für einen elektrischen Roadster gesichert hatte. Man habe die Idee zwar in Betracht gezogen und das Ingenieurs-Team würde sich auch mit beiden Varianten auseinandersetzen – wenn Verbrenner verboten seien, hätte man keine Wahl, sagt er. Seine favorisierte Option sei aber eindeutig ein Verbrenner. Und weiter: "Was auch immer wir tun, ICE (engl. für Verbrennungsmotor, Anm. d. Redaktion) wird leichter." Nakayama bekräftigt, es solle weiterhin eine Handschaltung geben.
Mazda Iconic SP
Mit dem Iconic SP stellte Mazda 2024 eine Sportwagen-Studie vor, die von einem Wankelmotor in Kombination mit einem Elektroantrieb angetrieben wird.
Bild: Mazda Cooperation
Sollte es auf einen Verbrennungsmotor hinauslaufen, scheinen bei Mazda bereits Pläne vorzuliegen. So solle der mögliche Verbrennungsmotor im MX-5 auf der neuen "Skyactiv Z"-Technologie der Japaner aufbauen. Der für 2027 im neuen CX-5 angekündigte Verbrenner arbeitet mit 2,5 Liter Hubraum, Mazdas selbszünderähnlicher Verbrennungstechnik ("spark plug controlled combustion ignition") und einem Benzin-Luft-Gemisch von Lambda 1. Mit dem magereren Gemisch sinke die Leistung, was aber durch das Plus an Hubraum kompensiert würde, so Umeshita.
Das aktuelle Leistungsgewicht sei ohnehin niedrig genug, mehr Leistung als bislang nicht geplant. Stärkster Motor im aktuellen MX-5 ist ein Zweiliter-Sauger mit 184 PS, der mittlerweile aber nicht mehr neu bestellbar ist. Die nächste Generation wird ungefähr für 2028 erwartet.

Fazit

Noch scheint nichts gesetzt – aber die Mazda-Entwickler haben den Geist, den kleinen, leichten Roadster MX-5 auch klein und leicht zu lassen, schon oft unter Beweis gestellt. Der potenziell größere und drehmomentstärkere 2,5-Liter-Sauger dürfte ebenfalls eine gute Nachricht für Mazda-Fans sein. Schon jetzt gilt es unter MX-5-Fahrern als beliebtes Upgrade, den 2,5-Liter-Motor aus dem Mazda6 einzubauen.