Mercdes 190 E 2.3-16 (1984) von Niki Lauda wird versteigert
Mercedes 190 von Niki Lauda soll Wahnsinnspreis erzielen
Der von Niki Lauda pilotierte Mercedes 190 E 2.3-16 ist das einzige Exemplar im Renntrim, das in den Verkauf ging. Jetzt wird der 190er zum Wahnsinnspreis versteigert!
Bild: AUTO BILD
Ein Mercedes 190 für eine halbe Million Euro? Auch wenn es immer noch unglaublich klingt, für besonders gute Mercedes 190 E 2.5-16 Evolution II sind Preise von 400.000 bis 500.000 Euro mittlerweile keine Ausnahme mehr. Deutlich günstiger ist der 190 E 2.3-16. Es sei denn, wir sprechen über ein Exemplar, das von keinem geringeren als Niki Lauda höchstpersönlich im Nürburgring-Eröffnungsrennen 1984 gefahren wurde. Und genau dieses Einzelstück kommt bald unter den Hammer!
Lauda-Schriftzüge auf den Vordertüren und der Windschutzscheibe, die Startnummer 18 am Heck: Dieser 190 E in der Farbe "Rauchsilber" ist das Originalauto, das von Niki Lauda pilotiert wurde. Rückblick: Zur Eröffnung der neuen Grand Prix-Strecke des Nürburgrings veranstaltete Mercedes am 12. Mai 1984 das prestigeträchtige Nürburgring-Eröffnungsrennen, das besser unter dem Namen "Race of Champions" bekannt ist.

Noch nicht mal eingefahren: Nach 39 Jahren stehen nur 32.794 Kilometer auf dem Tacho des 190er.
Bild: Federico Vecchio / Courtesy of RM Sotheby's
Über zwölf Runden hinweg lieferte sich das illustre Starterfeld, das mit vielen damaligen und zukünftigen Formel 1-Weltmeistern bestückt war, einen erbitterten Kampf um den Sieg. Unter den Teilnehmern waren Alain Prost, Ayrton Senna, Carlos Reutemann, Sir Striling Moss, James Hunt, Keke Rosberg und eben Niki Lauda.
Die 190 E wurden umgebaut
Der Clou des Showrennens: alle Fahrer duellierten sich mit identischen Autos. Dazu wurden 20 brandneue Mercedes 190 E 2.3-16 (zehn in "Rauchsilber" und zehn in "Blauschwarzmetallic") von Mercedes speziell für den Renneinsatz umgebaut.

Originalzustand: 2017 wurde der 190E 2.3-16 von Mercedes-Benz Classic restauriert.
Bild: Federico Vecchio / Courtesy of RM Sotheby's
Die Modifikationen umfassten eine neue Abgasanlage, ein strafferes Fahrwerk mit 15 Millimeter Tieferlegung, eine kürzere Übersetzung, Vierkolben-Bremssättel an der Vorderachse, ein kleineres Lenkrad, eine Motorhaube mit Schnellverschlüssen sowie breitere Räder mit Pirelli P7-Bereifung. Auch der Innenraum wurde auf den Renneinsatz vorbereitet und neben einem Vollkäfig hielten außerdem Recaro-Schalensitze mit Sechspunktgurten und ein Feuerlöscher Einzug.
Alle 20 Fahrzeuge (plus ein Ersatzfahrzeug) waren identisch, wobei die Aufzeichnungen belegen, dass die 190er wohl nicht mit dem serienmäßigen Sechzehnventiler mit 185 PS (in der Kat-Version mit 170 PS) an den Start gingen.
Prost startete das Rennen bei strömendem Regen von der Pole Position, wurde jedoch in der vierten Kurve von Elio de Angelis gerammt. In der dritten Runde stach Senna bei einem ambitionierten Überholmanöver in eine Lücke und zwang Prost dabei von der Strecke. Dicht dahinter: Niki Lauda.
Senna gewann das Rennen vor Lauda
In den kommenden acht Runden lieferten sich der damalige Rookie Senna und der zu dem Zeitpunkt zweifache Champion Lauda ein erbittertes Duell, bei dem die Führung mehrfach wechselte. Am Ende war es Senna, der das Rennen mit einem Vorsprung von 1,58 Sekunden vor Lauda gewann.

Wieder vereint: 2016 gab es ein Wiedersehen zwischen Lauda und "seinem" 190 E. Dabei signierte der Weltmeister das Dach.
Bild: Federico Vecchio / Courtesy of RM Sotheby's
Kurz nach dem Rennen wurden die 190 E in ihren Serienzustand zurückversetzt und als Gebrauchtwagen an besonders gute Kunden verkauft. Alle Autos, bis auf die beiden 2.3-16 der Erstplatzierten Senna und Lauda. Das Exemplar von Senna ging ans Mercedes-Museum, während der 190er von Lauda als einziges Exemplar im Renntrim in den Verkauf ging.
Seit 1984 ist die Historie dieses ganz besonderen 190 E durchgängig belegt. Im April 1984 wurde er von Mercedes neu zugelassen. Das damalige Kennzeichen lautete: S HH 7837. Im Februar 1985 wurde der Benz an Jochen Holy verkauft, bevor er nur sechs Monate später erneut den Besitzer wechselte. Dieser meldete den Wagen in Mannheim an, verkaufte ihn im Laufe der Zeit jedoch an einen Sammler aus Wien.

Voller Renntrimm: Auf diesem Bild sind die Schalensitze mit Sechspunktgurten und der Überrollkäfig gut zu erkennen.
Bild: Federico Vecchio / Courtesy of RM Sotheby's
Im Oktober 2016 gab es ein Wiedersehen zwischen Lauda und "seinem" 190er, bei dem der Weltmeister das Dach signierte. 2017 wurde das Auto umfangreich bei Mercedes-Benz Classic restauriert, anschließend ging es in den Besitz der Iseli Collection über, die den 2.3-16 mehrfach zusammen mit dem Schwesterauto von Senna ausgestellt haben.
Schätzpreis 420.000 bis 520.000 Euro
Jetzt wird das originale Fahrzeug von Niki Lauda vom Auktionshaus RM Sotheby's im Rahmen St. Moritz-Auktion am 15. September versteigert. Wenig überraschend ist der historisch wertvolle 190er alles andere als ein Schnäppchen. Der Schätzpreis liegt bei umgerechnet 420.000 bis 520.000 Euro (400.000 bis 500.000 Schweizer Franken) und damit sogar noch über dem Niveau eines 190 Evo II, den ist aber eben auch nicht Niki Lauda gefahren.
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