Mercedes 600 mit über 800-PS-Herz
Dieser 600er fährt mit der Technik des AMG S 63

Ein Mercedes 600 wie aus den 70ern – doch was unter dem Blech steckt, ist brandneu: Hier arbeitet die Technik eines AMG S 63. Möglich macht das ein radikaler Umbau!
Bild: S-Klub LA
Seit Jahrzehnten gilt der Mercedes 600 (W 100) als rollendes Symbol für Macht und Prestige. Staatsoberhäupter, Industrielle, Stars – wer etwas darstellen wollte, fuhr 600er. Unter der langen Haube arbeitete einst ein 6,3-Liter-V8, zu den weiteren Technik-Spezialitäten zählten die legendäre Hydraulik, die Fenster, die Sitze und sogar die Kofferraumklappe.
Genau dieses Denkmal der Automobilgeschichte hat sich die kalifornische Schmiede S-Klub LA vorgenommen. Statt einer klassischen Restaurierung entschied sich der Tuner jedoch für einen radikalen Schritt: Der originale Unterbau blieb nicht erhalten, er wich moderner Großserientechnik.
Kompletter Technik-Tausch
Möglich wird der Umbau durch eine zufällige Gemeinsamkeit bei den Abmessungen der beiden Baureihen: Der Radstand des kurzen W 100 liegt erstaunlich nah an dem der aktuellen S-Klasse-Langversion. Statt moderne Technik in eine alte Struktur zu zwängen, setzte S-Klub LA daher auf einen vollständigen Chassis-Swap. Heißt: Die restaurierte Karosserie des 1971er-600ers wurde auf das komplette Fahrgestell des AMG gesetzt – mit allem, was dazugehört.

Breitbau, große Felgen, moderner Grill: Der Mercedes 600 von S-Klub LA kombiniert Staatskarosse mit AMG-Technik.
Bild: S-Klub LA
Damit steckt unter dem Klassiker ein Vierliter-V8-Biturbo samt zusätzlichem Elektromotor. Zusammen liefert das Duo über 800 PS Systemleistung und mehr als 1400 Nm Drehmoment. Auch Allradantrieb, Luftfahrwerk und die komplette Assistenztechnik des AMG wurden übernommen.

Blick ins Heck: Auch Interieur und Technik stammen aus dem AMG S 63. Der 600er bekam ein komplett neues Innenleben.
Bild: S-Klub LA
Im Innenraum blieb ebenfalls kaum etwas original. Wo früher viel Chrom, Leder und Holz dominierten, sitzen heute die großformatigen Displays des MBUX-Systems. Digitale Instrumente, Ambientebeleuchtung und aktuelle Komfortfunktionen zogen in die Staatskarosse ein.
Klassiker-Optik trifft Showcar
Äußerlich bleibt der 600 auf den ersten Blick erkennbar, doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich der massive Eingriff. Die Karosserie wurde verbreitert, um Spurweite und Technik des AMG aufzunehmen. Moderne LED-Elemente wurden in die historischen Scheinwerfer integriert. Lackiert ist der Umbau in einem tiefen Grün, kombiniert mit Carbon-Details an Dach, Spiegeln und Anbauteilen.
Für Diskussionen dürfte vor allem das Heck sorgen: Ein großer, feststehender Spoiler setzt einen deutlichen Kontrast zur ehemals eleganten Linienführung des W 100. Hier trifft klassische Staatskarosse auf Showcar – ein Stilbruch, der bewusst provoziert.
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