Mercedes A-Klasse gebraucht: Schwachstellen, Mängel, Stärken
Mercedes A-Klasse im TÜV-Check: solider Einstiegs-Benz
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Der Wandel vom vermeintlichen Rentnerauto zum VW-Golf-Gegner ist der A-Klasse problemlos gelungen. Keinen Imagewechsel vollzieht der schnittige Kompakte bei der HU: Dort ist er gewohnt zuverlässig. Hier kommt der Überblick aus dem TÜV-Report 2026!
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Die Mercedes A-Klasse gilt als der Streber unter den Gebrauchten. Das bestätigt auch der aktuelle TÜV-Report. Bei älteren Modellen gibt es allerdings Einschränkungen.
Mercedes A-Klasse/GLA/CLA (W 177)
- Bauzeit: 2018 bis heute
- Motoren: 95 PS (A 160 d) bis 421 PS (AMG A 45 S 4Matic+)
- Preis: ab 14.700 Euro
Das ist er: In vierter Generation nochmals dynamischer und forscher geschnitten – das macht ihn weiterhin für die jüngere Zielgruppe attraktiv. Zwölf Zentimeter länger als der W 176, wirkt der W 177 muskulöser und zugleich reduzierter. Der Radstand und damit der Fußraum wuchsen gegenüber dem W 176 geringfügig, der Kofferraum von Fließheck und Limousine um 60 auf 405 Liter, der des Kombis auf 505 bzw. 1370 Liter bei umgeklappter Sitzbank (vorher 495 bzw. 1354). Es gibt den Baby-Benz außerdem als Limousine CLA und Kombi Shooting Brake (ab 2019) sowie als SUV-Variante GLA (ab 2020). Frontantrieb und Vierzylindermotoren sind Standard in dieser Klasse.

Der Mercedes A 200 d mit 150 PS macht auch auf der Autobahn Spaß.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Die Benziner starten mit 109, die Diesel mit 95 PS. Die Dynamik beider bleibt etwas hinter dem Design zurück. Flotter voran geht's im A180 mit 136 PS, der im Alltag rund 7,6 Liter Super verbraucht. Für Langstreckenfahrer empfiehlt sich der A 200 d mit 150 PS. So macht der kompakte Benz auch auf der Autobahn Spaß und kommt in der Praxis mit etwa 5,6 Litern aus. Den Hybridantrieb mit 218 System-PS gibt's nur für Fließheck und Limousine. Die vollelektrische Reichweite beträgt 75, ab 2022 dann 83 km (jeweils nach WLTP). 2022 gab es ein leichtes Facelift. Es entfielen einige Antriebsvarianten, unter anderem der Basisbenziner A 160, der A 200 4Matic und der A 250.
Das kann er: Im Vergleich zum W 176 großzügiger Platz anbieten, vor allem vorn. Teilautomatisiertes Fahren ist möglich per optionaler Systeme Distronic (Abstandsregeltempomat), Lenk- und Spurhalteassistent sowie Verkehrszeichenerkennung und Kollisionswarner. Analoge Instrumente sind Geschichte, nun dominieren zwei berührungsaktive Bildschirme. Standard ist das Infotainmentsystem MBUX, das zum Facelift optimiert wurde. Und wer Lifestyle an Bord wünscht: Es gibt Ambientelicht mit 64 Farbvarianten. Kleine Motoren haben serienmäßig eine Sechsgang-Handschaltung, große das Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe an Bord.

An Rückbank und hinterem Fußraum der Baureihe W 177 ist zu sehen, dass Design und Abmessungen auf Kosten des Komforts gehen.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das macht Ärger: Keine ernsthaften Schwächen im AUTO BILD-Dauertest: Ein A 220 d mit 190 PS holte 2022 eine glatte 1 und überzeugte als Reiseprofi ebenso wie in der Stadt. Verbrauch: 6,3 Liter Diesel. Am Bordstein gibt's wegen geringer Bodenfreiheit oft Aufsetzalarm. Rückruffrei ist der Musterschüler nicht: Es drohte Brandgefahr am Doppelkupplungsgetriebe, es gab fehlerhafte Klimaanlagen, defekte eCall-Systeme, morsche Isofix-Montagehalterungen, lose Airbagbefestigungen, einen drohenden Bremsflüssigkeitsverlust, falsche Bremspedale sowie fehlerhafte Verschraubungen am Bremssattelgehäuse und zuletzt verminderte Bremsleistung.
Mercedes A-Klasse / GLA / CLA (W 176)
- Bauzeit: 2012 bis 2018
- Motoren: 90 PS (160 CDI) bis 381 PS (45 AMG)
- Preis: ab 8500 Euro
Das ist er: Abgeflacht – und zwar um 18 Zentimeter. Stand der Vorgänger für gute Übersichtlichkeit und komfortablen Einstieg, geht's nun flacher und enger zu. Leute mit Transportbedarf ließ Mercedes umsteigen auf die B-Klasse, die das Prinzip des variablen Kleinvans fortsetzte. Die A-Klasse dagegen war fortan Kompaktauto und Einstiegsmodell mit sportlichem Anspruch.

Der W 176 wechselt die Zielgruppe: Statt Rentner stehen nun junge Leute im Fokus.
Bild: Christian Bittmann
Und tatsächlich startet die Motorenpalette wie beim BMW 1er mit 102 PS im Benziner, der kleinste Diesel hat mit 90 PS etwas weniger Power als im 1er. Das neue Karosseriekonzept brachte allerdings auch Nachteile mit sich wie den relativ mühsamen Zugang, eingeschränkte Sicht nach hinten und Platzreduzierung für Insassen und Gepäck. Bis zu 1157 Liter (bei umgelegter Rückbank) Ladung können mit, im Vorgänger waren es rund 200 Liter mehr.
Das kann er: Mit hochwertiger Verarbeitung und reichlich Sicherheit glänzen. Weil er für einen Mercedes erstaunlich dynamisch war und eine zunächst sehr harte Federung aufwies, sagten ihm böse Zungen nach, er sei der beste 1er-BMW, den Mercedes jemals gebaut habe. 2013 kam die Mini-Limousine CLA, 2015 der Kombi Shooting Brake. Serienmäßig gab's Kollisions- und Müdigkeitswarner, Klima und vier elektrische Fensterheber. Optional waren Abstandsregeltempomat, Einparkassistent und Rückfahrkamera.

Der Kofferraum des W 176 fällt mit maximal 1157 Litern nicht gerade üppig aus.
Bild: Christian Bittmann
Das macht Ärger: Als AUTO BILD-Dauerläufer hat ein A 180-Benziner bewiesen, dass die Antwort "kaum etwas" lautet. Nach 500.000 Kilometern hielten Kupplung und Turbolader immer noch. 2021 brach eine Feder an der Hinterachse. Zwischenzeitlich ölte der Motor, und der Heckscheibenwischer streikte, beides wurde behoben. Das Fahrwerk polterte etwas, und das Panoramadach klapperte. Rückrufe betrafen unter anderem Airbags, Bremskraftverstärker, Lenkanlage, Dieselpartikelfilter, Steuerkettenspanner (OM 651 Diesel), Nockenwelle (M 270 Benziner) und sich lösende Windschutzscheiben aufgrund fehlerhafter Verklebung.
Mercedes A-Klasse (W 169)
- Bauzeit: 2004 bis 2012
- Motoren: 82 PS (160 CDI) bis 193 PS (200 Turbo)
- Preis: ab 1700 Euro
Das ist er: Ein clever konstruierter Praktiker, der das Elchtest-Debakel der ersten A-Klasse hinter sich gelassen hat und dem man seine 20 Jahre überhaupt nicht ansieht, so modern kommt der kleine Van technisch und optisch immer noch daher. Im Vergleich zur Urversion steckt mehr Van als Mini im W169: Die A-Klasse wurde breiter, minimal höher und fast 30 cm länger, blieb aber parkplatzfreundlich unter vier Meter Länge.

In der Baureihe W 169 war die A-Klasse erstmals als Dreitürer erhältlich.
Bild: Andreas Lindlahr
Unverändert das Konzept: Frontantrieb, ebener Sandwichboden, erhöhte Sitzposition, das war attraktiv für die ältere Generation – die heute oft unpraktische SUV fährt. Erstmals war ein Dreitürer erhältlich, der sich vergeblich mühte, sportlich zu wirken. Dazu kamen neue Motoren: drei Diesel und vier Benziner.
Das kann er: Zuverlässiger Kumpel sein, dank der Motoren und des variablen Innenraums. Die Rückbank kann im Handumdrehen zusammengeklappt oder demontiert werden. Gegen Aufpreis war auch der Beifahrersitz umleg- und herausnehmbar, dann passt sogar ein Fahrrad stehend hinein. Wer Sprit sparen will, dem sei der Diesel A 180 CDI mit 109 PS empfohlen.

Bild: Andreas Lindlahr
Das macht Ärger: Fehlerhafte Produktionsprozesse waren für Rost an den Unterkanten von Türen und Heckklappe verantwortlich (AUTO BILD deckte den Mangel auf). Mercedes besserte nach, teilweise mit großzügiger Kulanz. Das stufenlose Automatikgetriebe neigt zu Ausfällen – das kann teuer werden. Zudem gibt's Probleme mit Injektoren und Wasserpumpen der CDI-Dieselmotoren. Ein Rückruf betraf fehlerhafte Steuergeräte-Codierungen, die z. B. die falschen Airbags auslösen könnten (2017).
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Fast nur grüne Welle für die A-Klasse. Der Typ W 176 besticht durch noch solidere Achsaufhängungen als der W 177, umgekehrt ist es bei Federn und Dämpfern. Top sind Antriebswellen und Lenkung. Rost kennt keine der drei Generationen. Der Hochsitz-Benz ist nicht fehlerfrei, bleibt aber durchweg unter dem Mängelschnitt.
Licht
Bei der ersten HU brilliert der W 177 mit perfekten Frontleuchten und Blinkern. Auch danach sowie in den weiteren Disziplinen bleiben die Defekte unter dem Gesamtschnitt. Die Lichtmängel des Vorgängers übersteigen in keinem Baujahr die Quote, besonders gut sind die Rückleuchten. Auch der W 169 liefert ordentlich ab, Ausnahme: Die Blinkanlage ist öfter mal defekt.
Mercedes A-Klasse: Mängeleinteilung in Prozent im Vergleich zum Durchschnitt
Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher | |
|---|---|---|---|---|
Alter | ||||
2-3 Jahre | 92,3 (Ø 89,4) | 3,1 (Ø 4,0) | 4,6 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 88,8 (Ø 84,7) | 4,0 (Ø 5,3) | 7,2 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 84,1 (Ø 78,8) | 5,2 (Ø 7,6) | 10,7 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 80,2 (Ø 71,7) | 7,1 (Ø 10,0) | 12,7 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 76,4 (Ø 64,7) | 8,1 (Ø 12,4) | 15,4 (Ø 22,9) | 0,0 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 64,1 (Ø 56,0) | 10,5 (Ø 15,5) | 25,4 (Ø 28,4) | 0,0 (Ø 0,1) |
Bremsen
Der W 177 erhält 0,0 Fehlerpunkte für die Fußbremsfunktion und den Zustand von Bremsleitungen und -schläuchen. Die Bremsscheiben verschleißen unterdurchschnittlich, doch funktioniert die Feststellbremse vereinzelt nicht optimal. In puncto Bremsfunktion macht der Vorgänger seine Sache sogar noch besser. Etwas kritisch schneiden nur die Bremsschläuche ab. Beim W 169 lässt im Alter die Qualität der Bremsfunktion nach, auch verschleißen Schläuche und Scheiben häufiger.
Umwelt
Ein Stolpern erlaubt sich der W 177 bei der ersten AU, die er minimal öfter verpatzt. Ansonsten absolvieren alle drei Generationen das Kapitel vorbildlich, robuste Abgasanlagen und Motordichtigkeit sind allen gegeben.
Fazit
Langlebigkeit ist eine Qualität aller A-Klasse-Generationen. Rote Felder sucht man im Diagramm auch beim ältesten Familienmitglied vergebens. Gute Pflege zahlt sich aus, nur fehlerhafte Blinker und verschlissene Bremsscheiben werden dem kleinen Van auffällig häufig zum Verhängnis. Die stylischen Nachfolgergenerationen W 176 und W 177 halten den Mängel-Ball beim TÜV-Termin ebenfalls flach. Ihre Schwachpunkte sind vor allem im Bremskapitel zu finden. Auch legt die jüngste A-Klasse schon mal eine verrissene Abgasuntersuchung hin.
Service-Links





























