Mercedes/Audi/Ford/BMW/Ferrari/Mini: Vergleich
Express-Kombis

Viel Platz und 2360 PS: Ferrari FF, Ford Focus ST Turnier, Mercedes CLS 500 Shooting Brake, Audi RS 4 Avant, Mini Clubman JCW und BMW M 550d Touring.
Bild: Bittmann
- Stefan Helmreich
Manchmal sind die Ideen von uns Autojournalisten – vorsichtig formuliert – nicht besonders originell. Vor allem sind es Kombis, die uns den Floskeldrescher fremdzustarten scheinen. Kaum streckt einem einer den Rücken entgegen, planen wir Familien, imaginieren als Vertreter über die Bahn und fesseln Billy in den Kofferraum, obwohl alles, was man je aus schwedischen Möbelkolonien entführt hat, eine Portion Köttbullar ist. Diesmal jedoch wird niemand verladen; eingeladen werden nur Sie; und die großen Klappen dienen nur als Bindeglied dafür, dass alle viel dahinter haben. Zumal der Kombi, den wir den sechsen mal ganz salopp unterstellt haben, sowieso keiner sein will.
Überblick: Alle News und Tests zum Mini Clubman JCW

Der Vierzylinder vergreift sich hin und wieder an der Lenkung. Fies? Ach woher! Der will nur spielen.
Bild: Bittman
Überblick: Alle News und Tests zum BMW M5

Kein Turboloch, kein Einknicken obenraus. Der M550d revolutioniert den Diesel.
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Überblick: Alle News und Tests zum Mercedes CLS
Mercedes CLS 500 Shooting Brake Er ist der wohl einzige Kombi, der von sich selbst behauptet, ein Coupé zu sein! Streng genommen scheitert diese Anmaßung jedoch ebenso am Fünftürlayout seiner Karosserie wie der Zusatz Shooting-Brake, der – Zitat Pressetext – auf zweitürige Sportwagen mit großer Heckklappe zurückgehe. Den Laderaum legen sie ihm auf Wunsch mit Kirschbaum aus, das Cockpit ist weitflächig mit Pappel bedeckt, doch das meiste Holz hat er vor der Hütte. 4,7 Liter, 408 PS und 600 Newtonmeter als breites Hochplateau. Es gibt nicht viele, die schieben wie er. Und keinen in seiner Liga, der dabei so gelassen bleibt. Im Vergleich zu den Turbobenzinern in Mini und Ford kommt einem der Mercedes-V8 selbst bei Sturm wie eine wohltuende Brise vor. Ferrari FF Drinnen hat’s Platz für vier, alles ist bis in den hintersten Winkel mit Leder belegt. Das Ladevolumen liegt auf dem Niveau eines C-Coupés, der Hubraum über jedem AMG. Beifahrer dürfen sich mit einem eigenen Performance-Display trösten, für den Fond gibt’s TFTs, doch der Thriller läuft vorn links. Die Story? Nichts Neues – Motor kämpft gegen Masse, und am Ende kriegen sie sich. Das Besondere sind das Drehbuch bis 8000 und die Spannung, die der FF daraus zieht. In den Hauptrollen: erstens ein charismatischer V12, der rekordverdächtig aus den Blöcken boostet; zweitens sein Komplize, der Doppelkuppler, der hier nicht ganz so brutal auftritt wie in seiner Rolle im 458.
Video: Ferrari FF V12
Der Familien-Ferrari
Überblick: Alle News und Tests zum Ford Focus ST
Ford Focus ST Turnier Vorn ein schwarz lackierter Grill, dem banausisch Veranlagte Ähnlichkeiten mit Aston Martins nachunken, hinten ein hexagonales Mittelendrohr und dazwischen eine Silhouette, die ihren Liebreiz aus Zweckmäßigkeit schöpft. 200 PS traut man ihm noch zu, die 250, die er hat, im Leben nicht. Entsprechend verdattert scannen Vorausfahrer den Rückspiegel, wenn man ihnen den Zweiliter immer fester in die Waden beißt. Und genau dafür scheint der ST gemacht: Er ist keiner, der sich so ohne Weiteres an die Linie leinen lässt, nicht der, der Befehlen brav hinterherdackelt, sondern ein echter Terrier. Mehr Infos zu den sechs "Kombis" finden Sie oben in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel gibt's auch im Online-Heftarchiv als PDF-Download.
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