Mercedes CL 55 AMG F1 Limited Edition: Preis, Sondermodell, Stückzahl, limitiert

Dieses Luxuscoupé war das erste Serienauto mit Keramikbremse

Vor 20 Jahren hat Mercedes mit dem CL 55 AMG F1 Limited Edition das erste Serienauto mit Keramikbremse präsentiert. Nur 55 Stück wurden gebaut. Test!
Dieser AMG war ein Innovationsträger! Im Jahr 2000 präsentierte Mercedes mit dem CL 55 AMG F1 Limited Edition das erste Serienauto mit einer Keramikbremse. So wurde eine Technologie, die vor 20 Jahren Rennwagen vorbehalten war, serientauglich. AUTO BILD durfte das auf 55 Exemplare limitierte und ehemals 330.000 DM teure Sondermodell fahren!
● erstes Serienauto mit Keramikbremse
● nur 55 Mal gebaut
● ehemaliger Neupreis von 330.000 DM
● 5,5-Liter-V8-Sauger mit unveränderten 360 PS
● nach Vorbild des Formel 1 Safety Car
● Schalensitze ab Werk

Die Keramik-Bremsscheiben sind mit einer speziellen Siliziumschicht behandelt.

©Jan Götze / AUTO BILD

Heutzutage sind Carbon-Keramikbremsen immer noch besonders, aber längst keine Seltenheit mehr: Teure Sportwagen, starke Limousinen und auch große SUVs haben sie inzwischen an Bord, teilweise serienmäßig. Im Jahr 2000 war es eine Sensation, ein Straßenfahrzeug mit Keramikbremse zu entwickeln. Mit dem CL 55 AMG F1 Limited Edition machte Mercedes vor 20 Jahren den Anfang. Zwischen 2000 und 2001 wurden die 55 durchnummerierten Exemplare des Sondermodells zum Stückpreis von unglaublichen 330.000 DM ausgeliefert. Vorbild für das Sondermodell war das in den Saisons 1999 und 2000 eingesetzte Formel 1 Safety Car.
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Bremsleistung von bis zu 2000 PS

4,99 Meter Eleganz: Einen CL 55 AMG in unverbasteltem Zustand zu finden, ist eine echte Seltenheit.

©Jan Götze / AUTO BILD

Auf Basis des 360 PS starken CL 55 AMG wurde die ausschließlich in der Farbe Brillantsilber Metallic erhältliche F1 Limited Edition aufgelegt. Abgesehen von dezenten Schriftzügen an Heck und Kotflügeln ist das Sondermodell äußerlich nicht vom normalen CL 55 AMG C 215 zu unterscheiden. Doch das eigentliche Highlight ist natürlich die Keramikbremse. Die bei 1000 Grad gebackenen Bremsscheiben, die nach dem Abkühlen mit flüssigem Silizium beschichtet wurden, waren schon damals rund 60 Prozent leichter als Stahlbremsscheiben. Speziell in Extremsituationen soll die Keramikbremse eine bessere Bremsleistung erzielen. In der Pressemitteilung aus dem Mai 2000 schreibt Mercedes: "Bei einer Vollbremsung aus Höchstgeschwindigkeit erbringt sie eine Bremsleistung von bis zu 1471 kW (2000 PS)."
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Das wollen wir testen! Zwar ersparen wir dem 20 Jahre alten CL heute eine Vollbremsung aus 250 km/h  aber immerhin können wir eines der extrem seltenen Sondermodelle in der Nähe von Stuttgart fahren. Bei der Nummer 42/55 handelt es sich um einen Reimport aus Tokio, den Mercedes vor nicht allzu langer Zeit für die eigene Sammlung zurückgekauft hat. Mit jungfräulichen 16.000 Kilometern auf dem Tacho präsentiert sich der elegante C 215 im Jahreswagenzustand. Auf den ersten Blick ist die F1 Limited Edition nur an den unauffälligen Schriftzügen zu erkennen. Verräterisch sind allerdings die blitzblanken AMG-Fünfspeichenfelgen in 19-Zoll – ein positiver Nebeneffekt der Keramikbremse, die keinen Bremsstaub produziert. Wer sich die an der Vorderachse mit Achtkolben-Brembo-Bremssätteln ausgestattete Bremsanlage genauer anschaut, erkennt zudem die spezielle Beschaffenheit der Carbon-Keramikbremsscheiben.

CL 55 AMG mit 360 PS

Der 5,5-Liter-V8-Sauger blieb für das Sondermodell unangetastet. Heißt: 360 PS und 530 Nm.

©Jan Götze / AUTO BILD

Doch genug Theorie, wie fährt sich das erste Serienauto der Welt mit Keramikbremse? In einem Wort: Unaufgeregt. Zwar quietscht die Bremse des 20 Jahre alten CL 55 AMG teilweise etwas, doch das kennen wir auch von deutlich moderneren Fahrzeug mit Keramikbremsen. Das Pedalgefühl ist angenehm und die Bremsen packen weniger bissig zu als bei den meisten Supersportwagen. Der 5,5-Liter-V8-Sauger (M 113) blieb beim Sondermodell unangetastet. Heißt: 360 PS und 530 Nm. Den V8-Kompressor mit 500 PS und 700 Nm gab es im C 215 erst ab Ende 2002.

Gab es den CL mit Schalensitzen?

Leider keine Schalensitze in unserem Testwagen. Laut Mercedes gab es sie jedoch serienmäßig in der F1 Limited Edition.

©Jan Götze / AUTO BILD

Durch das Leergewicht von 1865 Kilo fühlt sich der CL 55 AMG zwar kräftig, aber nicht unbedingt nach Formel 1 an. Glatte sechs Sekunden auf 100 km/h bestätigen den subjektiven Eindruck auf dem Papier. Auch als AMG ist das 4,99 Meter lange Luxuscoupé eher Cruiser als Sportwagen. Das liegt vor allem an der Fünfgang-Automatik, die förmlich vom Fahrer zum Kickdown gezwungen werden muss, damit es auch nur einigermaßen vorangeht. Der Innenraum der F1 Limited Edition entspricht, mit Ausnahme der Nummerierung vor dem Gangwahlhebel, dem Serienmodell und das ist besonders schade! Ab Werk wurde die F1 Limited Edition angeblich mit Schalensitzen ausgeliefert. Zwar sind Schalensitze in einem Luxuscoupé wie dem C 215 ein Widerspruch in sich, doch tragen diese, neben der Keramikbremse, erheblich zum Charme der F1 Limited Edition bei. Blöd nur, dass Nummer 42/55 diese Vollschalen nicht verbaut hat. Auf Nachfrage wird mir erklärt, dass der japanische Erstbesitzer diese abbestellt und durch normale Ledersitze mit AMG-Schriftzügen ersetzt hat. Doch auch die drei CL 55 AMG F1 Limited Edition, die momentan europaweit zum Verkauf stehen, sind allesamt mit den normalen Ledersitzen ausgestattet. Komisch.
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Neupreis von 330.000 DM

Auf den ersten Blick ist das Sondermodell nur an den dezenten Schriftzügen zu erkennen.

©Jan Götze / AUTO BILD

Der Neupreis des Mercedes CL 55 AMG F1 Limited Edition lag 2000 bei unglaublichen 330.000 DM. Die Preisspanne der drei angebotenen F1 Limited Edition ist enorm und liegt zwischen 55.555 Euro für ein Modell mit gut 50.000 Kilometern und 145.000 Euro für einen faktischen Neuwagen. Ob die aufgerufenen Preise tatsächlich bezahlt werden, bleibt allerdings offen. Klar ist: Das nur 55 Mal gebaute Sondermodell ist ein Fall für Sammler. Denn auch wenn die Keramikbremse 2000 eine echte Innovation war, ist sie heute vor allem teuer in der Wartung/im Tausch. Ansonsten unterscheidet sich das Sondermodell, mit Ausnahmen der nur schwer zu findenden Schalensitze, nur unwesentlich vom normalen CL 55 AMG der ersten Baujahre und die gibt es gebraucht schon ab 10.000 Euro. Vorausgesetzt man findet überhaupt noch einen CL AMG ohne MAE-Felgen, fragwürdige Folierung und Straight Pipes!
Fazit von Jan Götze: Auch mit sündhaft teurer Keramikbremse wird der CL 55 AMG also nicht zum Sportwagen. Der Reiz des inzwischen leider in Verruf geratenen C 215 liegt viel mehr in der mühelosen Eleganz. Dank der fehlenden B-Säule entfaltet sich bei runtergelassenen Fenster fast schon Cabrio-Feeling. Untermalt wird dies vom bassigen, aber keineswegs aufdringlichen V8-Sound.

Autor:

Fotos: Jan Götze / AUTO BILD

Stichworte:

Coupé Sondermodell AMG V8

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