Mercedes EQS 450+: Gebrauchtwagen-Angebot
Dieser Mercedes hat in nur vier Jahren 85.000 Euro an Wert verloren

Der Mercedes EQS bietet hohen Komfort, viel Ausstattung und eine ordentliche Reichweite. Trotzdem ist die elektrische S-Klasse ein Flop. Gut für Gebrauchtwagenkäufer!
Bild: Autohaus Unterberger GmbH
Als elektrische S-Klasse angekündigt, wurde der Mercedes EQS ein riesiger Flop. Seit Marktstart im September 2021 wurden in Deutschland nur rund 10.000 EQS verkauft – auch in wichtigen Märkten China und USA sehen die Zahlen nicht wirklich besser aus. Dabei klingen die Leistungsdaten des EQS durchaus vielversprechend!
Im AUTO BILD-Einzeltest sackte ein Mercedes EQS 450+ kürzlich sogar die Traumnote 1,2 ein und kam mit einer Akkuladung beeindruckende 816 Kilometer weit. Das Fazit fiel entsprechend positiv aus: "Die Reichweite ist ein neuer Maßstab. Dazu fährt der EQS einfach unverschämt gut, sammelt auch sonst jede Menge Punkte. Macht dann insgesamt Note 1,2 – auch das ist ein echter Spitzenwert", lobten die Tester.

Langer Radstand, kurze Überhänge: Der Mercedes EQS misst stattliche 5,22 Meter.
Bild: Autohaus Unterberger GmbH
Gewöhnungsbedürftiges Design
Doch kann der EQS auch noch so gut fahren – die Kunden verschmähen das mehrfach aufgewertete Pendant zur S-Klasse. Neben dem hohen Preis (ab 106.284 Euro) dürfte der Hauptgrund für den Misserfolg die Optik sein. Mercedes spricht von einer avantgardistischen "One Bow"-Form, Spötter sprechen von einer umgedrehten Banane. Fakt ist, die typische Mercedes-Klientel mag es eher klassisch. Das hat auch der langjährige Designchef Gorden Wagener (verlässt Mercedes zum 31. Januar 2026) eingesehen und sprach in einem Interview davon, dass der EQS schlichtweg zehn Jahre zu früh auf den Markt gekommen sei.

Den einst 8568 Euro teuren Hyperscreen orderte der Erstbesitzer nicht. Der Listenpreis lag dennoch bei rund 135.000 Euro.
Bild: Autohaus Unterberger GmbH
Trotzdem: Wer auf der Suche nach einer elektrischen Edel-Limousine mit hohem Komfort, viel Ausstattung und einer guten Reichweite ist und sich mit der Optik des EQS anfreunden kann, der bekommt die elektrische S-Klasse auf dem Gebrauchtwagenmarkt fast schon zu Spottpreisen. Glauben Sie nicht? Dann schauen Sie sich mal diesen EQS 450+ an, der kurioserweise vom BMW-Vertragshändler Unterberger GmbH angeboten wird!
Über 700 Kilometer Reichweite
Der EQS 450+ wurde erstmals im Februar 2022 zugelassen. Wir sprechen hier also von einem frühen Modell mit 333 PS (ab Mitte 2023 mit 360 PS) und Hinterradantrieb. Die Reichweite der 107,8 kWh großen Batterie gab Mercedes seinerzeit mit optimistischen 780 Kilometern an. Erhältlich war das Basismodell des EQS damals ab 106.374 Euro.
Der Erstbesitzer dieses Exemplars in der Außenfarbe "Polarweiß" entschied sich zwar für eine aufpreisfreie Lackierung, machte dafür aber das eine oder andere Kreuz bei Sonderausstattungen. Das "Advanced Plus"-Paket inklusive Digital-Light-Scheinwerfern mit Projektionsfunktion schlug mit 7021 Euro zu Buche, das AMG Optik-Paket kostete seinerzeit 4760 Euro plus 1368,50 Euro für die 21-Zoll-Felgen. AMG Line Interieur gab es für 1785 Euro und Extras wie Anhängerkupplung, Multikontursitze, Panoramadach, Night Paket, Sitzklimatisierung, Burmester Surround-Soundsystem und mehr trieben den Neupreis auf rund 135.000 Euro.
85.000 Euro Wertverlust tun weh
Und vier Jahre später? Mit 103.952 Kilometern und zwei Vorbesitzern soll der EQS noch 48.950 Euro kosten. Macht einen brutalen Wertverlust von etwa 85.000 Euro in nicht mal vier Jahren (vorausgesetzt, der Erstbesitzer hat den EQS zum vollen Preis gekauft). Damit ist dieses Exemplar noch nicht mal ein Ausreißer, im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt sind gleich mehrere Mercedes EQS für unter 50.000 Euro inseriert.
Zum selben Preis gibt es alternativ einen neuen CLA 200 EQ als schlichte Fichte ohne Extras. Und ohne uns zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen: Preislich geht beim EQS noch was, denn auch bei gebrauchten EQS stehen die Kunden nicht unbedingt Schlange.
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