Mercedes gibt Apple den Laufpass
Eingeschränkte CarPlay-Nutzung bei Mercedes

Die nächste Generation von Apple CarPlay wird umfangreicher. Mercedes-Chef Ola Källenius erklärt, warum die Stuttgarter auf das Update verzichten.
Bild: Mercedes
Die nächste Generation von Apple CarPlay steht in den Startlöchern und soll einiges auf dem Kasten haben. Denn Apple verspricht eine tiefere Integration ins Fahrzeug, wodurch CarPlay unter anderem Zugriff auf Fahrzeugdaten wie Drehzahl und Tempo, die Klimasteuerung und die Cockpit-Einheit erhält. Als erster Hersteller will Aston Martin das neue Apple-System in seine Autos bringen, Porsche könnte wenig später folgen. Auch Mercedes sollte das System unterstützen, wie Apple zumindest noch bei der Vorstellung des neuen CarPlay auf der Entwicklerkonferenz WWDC 2022 behauptete. Doch der Autobauer aus Sindelfingen hat offenbar andere Pläne.
MB.OS statt Apple CarPlay
Denn im Interview mit "The Verge" erklärte Mercedes-Chef Ola Källenius nun, dass Mercedes das mächtigere CarPlay nicht in seine Fahrzeuge integrieren werde. Als Grund führt Källenius an, dass man die Kontrolle über das Infotainment nicht an einen Dritten abgeben wolle. Stattdessen werde Mercedes auf das eigene neue Betriebssystem MB.OS setzen, um seiner Kundschaft ein überlegenes Nutzererlebnis zu bieten.
MB.OS debütiert voraussichtlich 2025 im neuen Mercedes CLA und soll als ganzheitliche Software-Architektur Zugriff auf praktisch alle Steuergeräte im Fahrzeug bieten. So werde MB.OS das "Infotainment, das automatisierte Fahren, jede einzelne Funktion der Karosserie, des Exterieurs und des Interieurs des Autos, das gesamte Antriebssystem, das Batteriemanagement und das Telekommunikationsmodul, das mit der Cloud spricht" miteinander verbinden. Nur dadurch sei es möglich, ein nahtloses und intuitives digitales Erlebnis zu bieten, erklärt Källenius.
Mercedes unterstützt CarPlay weiterhin
Die Absage an die nächste Generation von Apple CarPlay bedeutet aber nicht, dass Mercedes-Fahrer künftig gänzlich auf die Apple-Plattform verzichten müssen. Denn gleichzeitig betont der Mercedes-Chef, dass die bislang unterstützten Versionen von Apple CarPlay und Android Auto weiterhin zur Verfügung stehen werden. "Wir sind keine Fundamentalisten, die sagen, dass wir einem Kunden aus irgendeinem Grund nicht erlauben, Apple CarPlay zu nutzen, wenn er das möchte. Wir unterstützen Apple CarPlay und Android Auto. Wenn Sie sich bei einigen Funktionen damit wohler fühlen, diese Systeme zu nutzen, und hin- und herwechseln wollen, ist das kein Problem", so Källenius. Einzig die gesamte Cockpit-Einheit an einen Dritten abzugeben, wie es beim neuen Apple CarPlay der Fall wäre, komme für Mercedes nicht infrage.
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