Für die meisten Autofahrer endet der Spaß spätestens beim zweiten Blitzerfoto. Ein paar km/h zu viel, und es wird teuer. Doch dieser Halter eines Mercedes GLS zeigt in den USA, wie weit man es offenbar treiben kann: Innerhalb von nur zwölf Monaten summierten sich die Tempoverstöße seines Fahrzeugs auf umgerechnet rund 80.000 Euro (94.000 Dollar) – eine Summe auf dem Preisniveau eines Premium-Neuwagens. Bezahlt wurde die Strafe nach aktuellen Daten offenbar nicht. Trotzdem ist der Mercedes weiterhin regulär unterwegs!
Der GLS-Besitzer ist kein Einzelfall. Der Halter eines BMW X5 brachte es im gleichen Zeitraum auf umgerechnet 59.000 Euro an Geschwindigkeitsstrafen, diese Summe wurde immerhin beglichen. Andere Fahrzeugbesitzer hingegen ignorieren die Forderungen offenbar komplett. Die Fälle stammen aus New York City, wo Fahrzeuge mit mindestens 16 Blitzer-Tickets pro Jahr offiziell als "Super-Speeder" gelten – manche bringen es auf ein Vielfaches.

Luxusautos besonders häufig vertreten

Die Zahlen stammen aus einem Bericht der Verkehrsinitiative "Transportation Alternatives and Families for Safe Streets", über den unter anderem die "New York Post" berichtete. Demnach summierten sich die Bußgelder gegen sogenannte "Super-Speeder" innerhalb von zwölf Monaten auf mehr als zehn Millionen Dollar.
Interessant ist ein Blick auf die Fahrzeugart: Rund 40 Prozent der extremen Wiederholungstäter fahren Luxusmodelle. Zum Vergleich: Der Anteil von Premium-Fahrzeugen am gesamten Fahrzeugbestand der Stadt liegt Schätzungen zufolge bei nur etwa 25 Prozent. In der Raser-Statistik sind sie also deutlich überrepräsentiert. Unter den 1000 Fahrern mit den meisten Verstößen saßen 52 Prozent am Steuer eines Luxusautos. Besonders häufig vertreten waren BMW, Mercedes und Audi.

Warum hat das kaum direkte Folgen?

Blitzer erfassen in New York das Kennzeichen, nicht den Fahrer. Die Bußgeldforderung geht an den Halter. Wird nicht gezahlt, folgen Mahnungen, doch eine automatische Stilllegung des Fahrzeugs ist nicht unmittelbar vorgesehen. Selbst hohe offene Forderungen führen deshalb nicht direkt dazu, dass ein Auto aus dem Verkehr gezogen wird.
Politiker im Bundesstaat New York wollen deshalb nachschärfen. Ein Gesetzentwurf sieht vor, Wiederholungstäter künftig zum Einbau von Geschwindigkeitsbegrenzern zu verpflichten. Ein erster Anlauf scheiterte 2025 im Parlament, für 2026 wird ein neuer Vorstoß erwartet. Der Fall des Mercedes GLS zeigt, warum die Debatte weiter an Fahrt gewinnt.