Das wäre ja mal eine Idee: das Parkhaus als Stellplatz, mitten in der City. Man steht trocken und warm. Es ist jedoch unklar, ob das erlaubt ist, aber reinpassen täte der Marco Polo mit seinen 1,99 Meter Höhe in die meisten Autosilos. Damit sind wir beim Kern aller sogenannten Urban Camper vom Schlage VW California, Ford Nugget und so weiter, also allen, die mit Aufstelldach auf Minivans wie dem VW Multivan/T 6.1, Ford Transit/Tourneo Custom, der Peugeot Traveller/Fiat Ulysse/Opel Zafira-Familie und Mercedes Vito/V-Klasse basieren.
Mercedes Marco Polo
Chill-out: Loungegefühl auf dem Campingplatz mit Jachtfußboden und Echtleder.
Bild: Bernhard Schmidt / AUTO BILD
Urban Camper sind als stadt- und gleichzeitig fernreisetaugliche Mobile gerade schwer angesagt, also Autos, die nicht nur großzügig Alltag können, sondern auch notdürftig Camping, damit man – mit ein paar Kompromissen – auf große Tour gehen kann, ohne Hotels oder Ferienhäuser zu konsultieren, die alle schwer ins Geld gehen. Vor allem: Man spart sich neben dem Pkw ein zweites Fullsize-Wohnmobil, das die meiste Zeit rumsteht, dabei überdacht geparkt werden sollte, um das man sich zu kümmern hat, das also ordentlich Kosten verursacht – alles nur für den von zu Hause gewohnten Wohnkomfort für die sogenannten schönsten Wochen des Jahres.
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Rechtliche Anmerkungen
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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Daher, so denken sich viele, Urlaub lieber ein bisschen spartanisch, lieber mit Komfortverzicht, lieber mal die Ansprüche reduzieren, dafür flexibel bleiben, locker im Kopf und noch Knete im Beutel.
Das ist er: Von der oben genannten Armada an Urban Vans dürfte der Mercedes Marco Polo das Oberhaupt sein, so edel, gediegen und digital-elektrisch unterstützt er daherkommt. Wir sollten es Boutique-Reisemobil nennen. Dabei täuscht der einigermaßen verlockende Einstandspreis des Basismodells von 69.050 Euro darüber hinweg, was nach Addition von ein paar Nützlich- und Annehmlichkeiten am Ende unter dem Strich steht. Unserer hat den stärksten Motor und Allradantrieb, damit sind wir schon mal bei 77.551 Euro, denn die Unternehmen vergeben mit Vorliebe ihre besten Stücke, nicht die kargen, an denen es etwas zu mäkeln gäbe. Der Testwagen kostet mit allem Drum und Dran schließlich 102.469 Euro. Uff!

Marco Polo: teuer, aber wendig

Urban Camper sind zwar klein, dafür hochverdichtet und nicht billig. Im Gegenzug ist das Fahren in ihm eine Wucht. So viele PS in einem so kleinen Womo! Der Marco Polo ist damit der Racer der Camper. Spitze bis 215 km/h! 0 bis 100 in 8,8 Sekunden! Auch das Handling ist eher Sportwagen als Wohnmobil. Und auf schmalen, kurvigen Straßen, wie wir sie in England vorfinden, fühlt er sich pudelwohl.
Das Layout bietet keine Überraschungen: Links steht ein massiver Möbelblock, der die Küche mit Zweiflammenherd, Kühlbox, Spüle, Schränken und Schubladen trägt, außerdem ist an ihm der leichte und leichtgängige Klapptisch aufgehängt. Arbeitsfläche ist naturgemäß knapp, aber so ist das in einem Mini-Womo, ebenso der Bewegungsraum.
Um unten zu schlafen, muss die Sitzbank manuell vorgeschoben, dann aber elektrisch flachgelegt werden. Dabei verschwinden per Pneumatik auch elegant die Gurtschlösser und Wangen für besseren Seitenhalt während der Fahrt. Das Bett ist dann 2,03 Meter lang und 1,13 Meter breit. Prima, um allein zu schlafen – oder für zwei Verliebte.
Bett Nummer zwei ist genauso schmal, jedoch mit Tellerfedern unterfüttert. Es thront im Aufstelldach, das in unserem Fall ebenfalls elektrisch bedienbar ist – im Cockpit auf dem MBUX/MBAC-Bildschirm oder mittels einer App auf dem Handy. Das MBAC-System ist eine ans digitale Bedien- und Überwachungssystem MBUX angehängte Sondersoftware für alle Campingfunktionen.

Der Marco Polo ist nur für zwei Personen ideal

Die Sitze vorn lassen sich selbstverständlich drehen, sodass vier Leute ziemlich bequem am Tisch sitzen können. Doch im Grunde ist der Marco Polo nur für zwei Personen ideal. Im sehr kleinen Kofferraum hängt eine Kiste, in der verstaut man die Campingstühle, den Außentisch, Kabel und sonstige Utensilien, links davon befindet sich die Kaltwasser-Außendusche. Für eine Toilette reicht der Platz nicht aus. Für viele Stellplätze ist das ein Problem.
Das hat er: Das genannte MBAC-System ist State of the Art und endlich mal ohne Softwareschulung zu verstehen, der dafür zuständige rechte der beiden großen Bildschirme ist brillant und scharf. Bedienen kann man damit das elektrische Aufstelldach, es dauert aber. Die 1964 Euro billigere manuelle Version ist daher vielleicht die bessere Wahl und vermutlich zuverlässiger.
Das MBAC besorgt auch die automatische Nivellierung des Wagens, sofern man die Luftfederung geordert hat. Auffahrkeile, ade! Auf Knopfdruck geht das von ganz allein, aber auch das dauert, und es müssen nach einer Checkliste alle Bedingungen erfüllt sein: Motor läuft, Getriebe auf P, Handbremse gelöst, Fußbremse dito, alle Türen zu und so weiter.
Mercedes Marco Polo
Schirmherr: Digitalcockpit mit zwei Bildschirmen, Touchpad in der Mitte und einem überfrachteten Lenkrad mit Sensortasten.
Bild: Bernhard Schmidt / AUTO BILD
Mit dem System lässt sich außerdem die Innenbeleuchtung steuern, das Hauptlicht und das Ambientelicht, Letzteres auch mit Farbauswahl von Kalt- bis Warm-weiß. Dennoch kann das Lichtkonzept nicht ganz überzeugen. Es fehlen LED-Leisten oben über der Küche und rechts, wie es in zahlreichen Wohnmobilen heute Standard ist. Man kann per MBUX/MBAC auch mit dem Fahrzeug sprechen und ihm Befehle erteilen, das funktioniert erstaunlich gut.
Die Küche ist zwar klein, aber ausreichend. Als Kühlschrank gibt’s eine 40-Liter-Box, man muss immer ein bisschen wühlen, bis man etwas findet, aber man gewöhnt sich dran. Sie schafft bis zu minus 18 Grad, genug für Tiefgefrorenes.

Mehr Frischluft, bitte

Nicht genügend sind jedoch die Belüftungsmöglichkeiten der Kabine, denn neben den vorderen versenkbaren Seitenscheiben gibt es hinten nur ein kleines Schiebefenster hinter dem Herd, in das man ein Moskitogitter (104 Euro extra) einsetzen muss. Optional lässt sich auch die Heckscheibe separat öffnen, aber da gibt es keine Durchflugsperre für Stechmücken. Die Verdunklung im Cockpit geht mit Magnetblenden links und rechts und einer geschickt gemachten, aber doch etwas fummeligen Stoffblende vorn. Die anderen Fenster haben dankenswerterweise Rollos.
Mercedes Marco Polo
Liegewagen: Der Wandel vom Sofa zum Bett geht elektrisch.
Bild: Bernhard Schmidt / AUTO BILD
Unser Testwagen hatte das grüne Aufstelldach, das sorgt innen für ein bisschen ungesunde Gesichtsfarbe. Dass man die grünen Zeltbahnen zwar zur Lüftung per Reißverschluss öffnen kann, die dahinter liegenden Moskitonetze jedoch nicht, ist schade. Beim elektrischen Einfahren des Aufstelldachs zieht es sich mit Federzügen automatisch nach innen, sodass draußen nichts herauslappt. Allerdings passierte es uns, dass ein nicht plan liegender Schiebergriff eines Reißverschlusses den Stoff perforierte. Ärgerlich!
Wasser ist limitiert, 38 Liter Frisch- und 40 Liter Grauwasser passen in die Tanks, normalerweise sollte das reichen. Und sogar im Winter kann man campen gehen: Es gibt eine Gasheizung, allerdings ist der Gasvorrat mit 2,75 Kilogramm nicht gerade üppig. Zu bemängeln sind auch die nur wenigen Ablagen im Cockpit, und im Wohnraum mangelt es an Stauraum, sodass man sich fragt: Wohin mit dem persönlichen Reisebedarf wie Kleidung für zwei Personen für sagen wir drei Wochen?

Extrem leichtfüßig unterwegs

So fährt er: genial. Wir hatten noch nie ein leichtfüßigeres Wohnmobil im Test. 237 PS bei so einem kleinen Camper sind krass, aber nicht notwendig. Die anderen Motorisierungen mit 163 oder 190 PS, alle aus dem gleichen Zweiliter-Vierzylinder-OM-654-Diesel geschöpft, dürften völlig ausreichen. Denn wir waren schnell zu schnell. Ohne Tempomat läuft man stets Gefahr, in illegale Geschwindigkeiten vorzudringen.
Klar, man könnte ja auch bummeln. Das hilft dem Verbrauch: Auf der Rückfahrt aus England, das ganze Land ist auf 70 mph (112 km/h) begrenzt, brauchten wir sieben Liter. Auf den winzigen Bergstraßen des Lake Districts mit oft Anhalten oder gar Zurücksetzen bei Gegenverkehr waren es zwölf, im Mittel verbrauchten wir neun Liter.
Die Neunstufenautomatik schaltet total geschmeidig, die Lenkung ist straff und gibt viel Rückmeldung, auch das Fahrwerk ist trotz Luftfederung eher Sportler als Sänfte, und die Bremsen sind über jeden Zweifel erhaben. Vom Allradantrieb haben wir unterwegs nichts gespürt, so sollte es sein, es ist aber stets gut zu wissen, falls man mal auf eine feuchte Wiese oder den Winter trifft, dass er dann da wäre.
Mercedes Marco Polo
Kann nicht nur Boulevard: Mercedes-Mini-Camper mit Allrad auf rauem Parkett in Schottland.
Bild: Bernhard Schmidt / AUTO BILD
Unser Testwagen ist mit Spurhalteassistent und Abstandsradar-Tempomat versehen, zusammen ist das eine Vorstufe zum autonomen Fahren. Wir können dabei immer mal kurz die Hände vom Lenkrad nehmen, und der Marco Polo fährt wie von Geisterhand allein weiter, auch um Kurven. Aber ungefähr alle 30 Sekunden fängt das System an, ängstlich zu werden, und fordert piepend die starke Hand am Volant. Und auch wenn der Lenkautomat grünes Licht gibt, aber die Kurve zu scharf ist, treibt es den Marco Polo in den Gegenverkehr oder Graben, je nachdem.
Verblüffend ist auch der intelligente Tempomat, der selbsttätig vor einer Kurve oder vor einer Geschwindigkeitsbeschränkung abbremst. Das macht er aber ein bisschen zu abrupt, ohne zu bedenken, dass hinter einem ja jemand fährt, der nicht damit rechnet, dass man so ungeschmeidig in die Speedlimitzone eintaucht.
Für das zugehörige Schalten und Walten an den Assistenten ist das Lenkrad übersät mit Knöpfen, fast wie in einem Formel-1-Renner. Einige sind gar Sensortasten, doch die scheinen nicht für alle Finger ausgelegt zu sein. Da kommt oft etwas anderes dabei raus, als man will. Überhaupt ist das Lenkrad klar überfrachtet mit Schaltern, Schiebern, Menüvarianten, das lenkt sehr vom Eigentlichen ab, dem Fahren, weil man sich konzentrieren muss, den richtigen Taster zu finden. Auch die zwei Bildschirme bieten eine irre Auswahl an Informationen und Möglichkeiten, für die man besser anhält oder den Beifahrer machen lässt.
Der Marco Polo lässt uns etwas zwiespältig zurück: Erstens ist er eine tolle Fahrmaschine, zweitens verwöhnt er die Reisenden mit tausend Helferlein, drittens ist er ästhetisch Spitze, da brauchen wir auf nichts zu verzichten. Doch beim Platz muss man sich kolossal einschränken. Das betrifft die Bewegungsfreiheit an Bord und auch den Stauraum. Raum ist schließlich auch Luxus, und die Mercedes-Philosophie predigt ja genau den. Da wundert es, dass der Marco Polo auf der mittleren Karosserielänge der V-Klasse basiert (5,14 Meter) und nicht auf der ganz langen mit 5,37 Metern. Er wäre dann immer noch ein Urban Camper, aber einer mit noch mehr Luxus.