Mercedes S 600: Gebrauchtwagenangebot
Neuwertiger Mercedes S 600 über 100.000 Euro unter Neupreis

In knapp 20 Jahren wurde dieser Mercedes S 600 keine 35.000 Kilometer gefahren. Trotzdem gibt es die Luxuslimousine in edler Farbkombi über 100.000 Euro unter dem Neupreis!
Bild: Autoscout24
Wir schreiben das Jahr 2006. Stellen Sie sich vor, Sie sind erfolgreicher Unternehmer, finanziell unabhängig, leben in den USA. Ihr BMW 750iL ist inzwischen sechs Jahre alt – es muss etwas Neues her. Natürlich ein deutsches Fabrikat, schließlich steht "made in Germany" für Qualität. Der neue 7er der Generation E65? Zu wenig elegant. Ein Audi A8? Keine Option. Die Lösung: eine Mercedes S-Klasse.
Sie betreten die lokale Mercedes-Niederlassung – und da steht sie: die S-Klasse der Generation W 221. Ende 2005 kam die fünfte Iteration auf den Markt und galt bis zur Ablösung 2013 als Inbegriff von Repräsentation und technischer Opulenz. Über fünf Meter lang, mit kräftigen Radläufen und souveräner Präsenz – ein rollendes Statement. Großzügige Platzverhältnisse sind selbstverständlich, ob als Standardversion (W 221) oder als Langversion (V 221) mit nochmals üppigerer Beinfreiheit im Fond. Genau das richtige Auto für Sie.

Den Mercedes S 600 der Baureihe 221 gab es ausschließlich als Langversion (V 221).
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Und bei den Extras wird ebenfalls nicht gespart. Einige Monate später erhalten Sie einen Anruf: Ihr neuer Mercedes S 600 in der gewählten Sonderlackierung "Everest Green Metallic" ist abholbereit. Das Leben ist schön.
Nicht mal 34.000 Kilometer auf dem Tacho
So oder so ähnlich dürfte es sich vor knapp 20 Jahren abgespielt haben. Inzwischen hat diese S-Klasse ihren Weg zurück nach Deutschland gefunden und wird von einem Privatverkäufer im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt angeboten.
Bemerkenswert: Der im Januar 2007 erstmals zugelassene S 600 stammt aus erster Hand und ist umgerechnet lediglich rund 33.800 Kilometer (etwa 21.000 Meilen) gelaufen. Es handelt sich um einen US-Import – erkennbar unter anderem an den orangefarbenen Begrenzungsleuchten in der Frontschürze.
Edle Farbkombination
Laut Verkäufer ist das Fahrzeug unfall- und nachlackierungsfrei, scheckheftgepflegt und als Sammlerfahrzeug einzustufen. Auf den Fotos wirkt die S-Klasse makellos. Der Lack – in Deutschland als "Andraditgrün Mica" bekannt – glänzt wie am ersten Tag. Auch die Innenausstattung in "Savannah/Kaschmirbeige Exklusiv" präsentiert sich in nahezu neuwertigem Zustand.
Bereits ab Werk war der S 600 üppig ausgestattet. Zusätzlich wurden zahlreiche Extras geordert, sodass der Listenpreis in den USA bei rund 145.000 US-Dollar lag. In Deutschland lag der Basispreis eines S 600 Ende 2006 bei 143.724 Euro, sodass ein vergleichbar ausgestattetes Exemplar hierzulande wohl eher 160.000 Euro gekostet haben dürfte.

Außen grün, innen beige – eine Farbkombination, die nahezu jeder Luxuslimousine ausgezeichnet steht.
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Unter der Haube arbeitet standesgemäß der 5,5-Liter-V12-Biturbo (M275) mit 517 PS und 830 Nm Drehmoment. Angesichts des massiven Drehmoments übernimmt die bewährte 5G-Tronic die Kraftübertragung an die Hinterräder. Wer möchte, sprintet in 4,6 Sekunden auf 100 km/h – doch meist genügt im S 600 das beruhigende Wissen, es zu können. Vermutlich sitzt man sowieso eher hinten rechts, denn als 600er wird die S-Klasse ausschließlich als Langversion angeboten.
Doch bevor wir weiter ins Schwärmen geraten, lohnt der Blick auf die Realität: Denn eine knapp 20 Jahre alte Luxuslimousine birgt natürlich stets ein finanzielles Risiko – auch oder gerade mit sehr wenig Kilometern auf dem Buckel. Im ausführlichen AUTO BILD-Gebrauchtwagentest warnt Kollege Jakumeit: "Heute gibt es häufiger Elektronikprobleme. Defekte Steuergeräte, Sensoren oder schwere Störungen am ABC-Fahrwerk können irre teuer werden, ein Blick auf den Gebrauchtteilemarkt und freie Mercedes-Profis zahlt sich oft aus."
44.900 Euro soll der S 600 kosten
Das Fazit lautet: "Eine Ode an das feine Leben ist die S-Klasse der Baureihe 221. Hauptsächlich frustrieren Elektronik- und Fahrwerksfehler. Im Zweifel lohnt das bessere Auto, auch wenn es ein paar Tausender teurer ist." Eine perfekte Überleitung, denn mit einem aufgerufenen Preis von 44.900 Euro gehört dieser S 600 zu den teureren Exemplaren auf dem Markt. Runtergerockte Modelle gibt es mittlerweile für deutlich unter 20.000 Euro – unkalkulierbare Folgekosten inklusive. Selbst bei einem offensichtlich gepflegten Exemplar wie diesem können die Unterhaltskosten schnell hohe Summen erreichen.

Zwölf Zylinder, zwei Turbolader und über 500 PS: Diese S-Klasse ist standesgemäß motorisiert.
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Für dieses Exemplar sprechen der scheinbar hervorragende Zustand, die seltene und edle Farbkombination und die niedrige Laufleistung. Den einen oder anderen Interessenten mag die US-Herkunft abschrecken.
Interessant: Mit etwas Recherche lässt sich das originale Inserat aus den USA noch finden – allerdings ohne Preisangabe. Der damalige Kilometerstand von 20.960 Meilen legt nahe, dass der aktuelle Anbieter den S 600 gezielt zum Weiterverkauf importiert hat.
Fazit
Eine 20 Jahre alte Mercedes S-Klasse mit nicht mal 34.000 Kilometern aus den USA? Klingt im ersten Moment dubios, doch wenn dieser S 600 wirklich so gut ist, wie beschrieben, dann ist das Angebot sehr verlockend. Ein zweites Exemplar mit einer solch niedrigen Laufleistung und in dieser seltenen Farbkombination dürfte es so schnell nicht wieder geben.
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