Je feiner das Restaurant, desto kleiner die Speisekarte. Schließlich soll ja alles frisch zubereitet werden. Auf dieses Rezept setzt jetzt auch Mercedes. Wenn Ende März 2011 der neue SLK zu den Händlern rollt, dürfen Fans des Klappdach-Roadsters erst mal nur zwischen drei Benzinern wählen: SLK 200 mit 184 PS, SLK 250 mit 204 PS und SLK 350 mit 306 PS. Wir schnappten uns für die erste Ausfahrt die goldene Mitte. Und sind schon beim Einsteigen überrascht: hochwertige Materialien, viel Alu, Holz, Leder, vier runde Luftausströmer mit Metalloberflächen – so stelle ich mir Premium vor. Und ich sitze obendrein auch noch kommod. Zwar wieder mit stark ausgestreckten Beinen flach über dem Boden, aber deutlich luftiger als im Vorgänger. Und schließlich bin ich mit 1,93 Metern auch nicht gerade klein. Gegen Aufpreis gibt es wieder den Nackenföhn Airscarf (488 Euro) und ein Windschott (167 Euro) zwischen den beiden eloxierten Überrollbügeln hinter den Kopfstützen.

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Echte Kerle freuen sich besonders über den Sound. Der Turbo-Vierzylinder brabbelt heiser vor sich hin, als ob er mindestens zwei Pötte mehr hätte. Fahrspaß liefern die 204 Pferde allerdings nur, wenn ich sie auch lasse. Also Siebenstufenautomatik (serienmäßig) von "E" wie Eco auf "S" wie Sport. Nur dann dreht der Vierzylinder willig, hängt spielerisch am Gas. Wir hetzen mit dem SLK über die spanische Ferieninsel Teneriffa. Enge Kurven, mieser Asphalt – macht alles nichts. Der Luftikus dreht sauber ein, schiebt nicht wie ein Golf über die Vorderachse, sondern tanzt sogar ganz leicht mit dem Heck, bevor ihn die Elektronik sanft einbremst. Und an der nächsten Ampel sorgt Start-Stopp dann für Entspannung.

Fazit

von

Carsten Paulun
Klasse, Mercedes hat dem SLK die genau richtige Portion Chili verpasst. Sowohl optisch als auch technisch kommt der SLK so scharf rüber wie nie zuvor. Allerdings raubt einem auch der Blick in die Preisliste den Atem.

Von

Carsten Paulun