Mercedes Sprinter/Opel Movano: Kastenwagen für Camper, Test
Sprinter vs. Movano: Kastenwagen mit Camping-Modulen im Vergleich

Mit einem Kastenwagen wie dem Mercedes Sprinter oder Opel Movano und den passenden Campingmodulen können sich Handwerker ihren Camper einfach selbst ausbauen. Ein Vergleich.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
- Helene Schmidt
Der Wunsch nach Individualisierung hält in der Campingbranche immer stärker Einzug. Was früher Sache von handwerklich Begabten war, ist längst zum Trend geworden. Auf Social-Media-Kanälen wie Instagram geben Profis Tipps und Anleitungen, wie man seinen Transporter zum individuellen Wohnmobil ausbaut, der genau zu den eigenen Bedürfnissen passt. Daneben wächst der Markt an fix und fertigen Campingmodulen – und solchen, die sich mit wenigen Schritten zusammenschrauben lassen.
So oder so, aller Anfang ist ein leerer Transporter. Und die treten hier zum Vergleich an. Der Mercedes Sprinter fährt mit dem neuen 170-PS-Motor vor. Er trifft auf den Opel Movano aus dem PSA-Konzern. Ein Vergleich der Ungleichen? Weit gefehlt! Im Grundpreis ist der Mercedes sogar 102 Euro günstiger als der Opel.
Mercedes Sprinter: digital und komfortabel
Er trägt den Stern zu Recht: Ein Highlight beim Sprinter ist die hohe Verarbeitungsqualität. Nicht nur das Cockpit wirkt wertig und edel. Auch die Holzverkleidung des Laderaums (602 Euro) ist mit dünnem Filz zum Außenblech hinterlegt. Das verhindert beim Fahren störende Geräusche aus dem Laderaum. Zudem punktet der Sprinter mit seiner optionalen Neunstufenautomatik (2243 Euro). Sanft und kaum spürbar wechselt das Getriebe zwischen den verschiedenen Gängen. Ein weiteres technisches Schmankerl offenbart sich im Cockpit. Es hört auf den Namen MBUX.

Das Ladevolumen unseres Test-Sprinters beträgt 10,5 m3. Extras: Auftritt (173 Euro) und Holzfußboden (620 Euro).
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Und Hören ist das richtige Stichwort, denn das Infotainment-Navisystem lässt sich ohne Probleme per Sprache steuern. Das ist vor allem ein wichtiger Sicherheitsaspekt, da der Fahrer sich ganz auf den Verkehr konzentrieren kann. Neben einer schnellen Rechnerkapazität punktet der digitale Assistent mit künstlicher Intelligenz und lernt im Hintergrund die Gewohnheiten seines Fahrers.
Technische Daten
Motorisierung | OM 654 |
|---|---|
Motor/Zylinder/Einbaulage | Diesel/vier/vorn längs |
Hubraum | 1950 cm3 |
kW (PS) bei U/min | 125 (170) bei 3800 |
Nm bei U/min | 400 bei 1700 |
Höchstgeschwindigkeit | 160 km/h |
Getriebe | Neunstufenautomatik |
Antrieb | Hinterrad |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 235/65 R 16 C |
Reifentyp | Continental ContiVanContact |
Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 93 l/Diesel |
Anhängelast gebremst/ungebremst | 2000/750 kg |
Länge/Breite/Höhe | 5932/2345/2620 mm |
Radstand | 3665 mm |
Die Liste der Sonderausstattung beim Sprinter ist lang und teuer. Wer es komfortabel haben möchte, muss tief in die Tasche greifen. Ein bekanntes Problem früherer Sprinter-Generationen war der Rost. Bei der jetzigen Baureihe gibt Mercedes 30 Jahre Garantie gegen Durchrostung.
Movano: sicher und kultiviert
Beim Grundpreis gibt es kaum einen Unterschied zum Sprinter. Auf der Teststrecke trennt beide Transporter dann aber doch das ein oder andere Detail. Der Movano beschleunigt mit seinem 150-PS-Motor schneller auf 100 km/h und bremst mit einer Tonne Zuladung besser. Beim Wendekreis punktet wiederum der Sprinter, der dank Hinterradantrieb nur 13 Meter braucht. Der Opel mit Vorderradantrieb liegt in dieser Disziplin bei knapp 15 Metern.

Ganz schön viel Platz für den Ausbau. Der Laderaum des Movano ist 10,5 m3 groß. Der Holzfußboden ist Teil des Pakets "Cargo Pack Pro" (1547 Euro).
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Bei der Innenausstattung bleibt der Movano ein Nutzfahrzeug im klassischen Sinn mit zahlreichen Kunststoffbauteilen, vielen Ablagen, wenig Schnickschnack, dafür mit einem kraftvollen Diesel als Antrieb. Mit der weitreichenden Vernetzung des Mercedes kann Opel nicht mithalten. Dafür hat er nützliche Alltagsdetails, etwa eine induktive Handyladeschale, die sowohl für den Fahrer als auch den Beifahrer gut erreichbar in der Mitte angeordnet ist. Oder das große, herausziehbare Handschuhfach inklusive Tisch.
Größtes Manko ist die Geräuschkulisse. Neben den Windgeräuschen beim Fahren, die ab 110 km/h zu nerven beginnen, stören die vielen Klappergeräusche aus dem Aufbau. Beim Gesamteindruck wirkt der Movano filigraner und nicht so hochwertig wie der Sprinter.
Technische Daten
Motorisierung | 2.3-Diesel |
|---|---|
Motor/Zylinder/Einbaulage | Diesel/vier/vorn quer |
Hubraum | 2299 cm3 |
kW (PS) bei U/min | 110 (150) bei 3500 |
Nm bei U/min | 385 bei 1500 |
Höchstgeschwindigkeit | 155 km/h |
Getriebe | Sechsgang manuell |
Antrieb | Vorderrad |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 225/65 R 16 C |
Reifentyp | Michelin Agilis 3 |
Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 80 l/Diesel |
Anhängelast gebremst/ungebremst | 2500/750 kg |
Länge/Breite/Höhe | 5548/2470/2500 mm |
Radstand | 3682 mm |
Die passenden Campingmodule gibt es für jedes Budget und nahezu jedes handwerkliche Können. Mehr dazu und zu den beiden Kastenwagen sehen Sie in der Bildergalerie!
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