MG auf dem deutschen Automarkt
Top Preis, schwacher Restwert: Lohnt sich MG wirklich?

Bild: MG Motor Deutschland GmbH
Zu den Gründungsmythen der Volksrepublik China gehört der "Lange Marsch" aus den Jahren 1934/35. Von den zeitweise mehr als 80.000 Mann, unter ihnen der spätere Diktator Mao Tse-tung, kamen nur 8000 an.
Für die chinesischen Autohersteller heißt das Ziel Europa, und der Weg ist ebenfalls mit Entbehrungen gepflastert. In Deutschland krebst der globale E-Auto-Gigant BYD bei 0,1 Prozent Marktanteil herum – mit 2891 Neuzulassungen 2024. Am besten schneidet unter den Chinesen mit 0,7 Prozent Marktanteil und 20.977 Neuzulassungen noch MG ab.
Die einst britische Automarke wurde 1923 als "Morris Garages" in Oxford (England) gegründet. Nach Jahrzehnten als Sportwagen-Ikone und mehreren Besitzerwechseln ging MG vor 20 Jahren von Rover an den chinesischen Konzern SAIC Motor. Mit der Übernahme begann eine technologische Erneuerung sowie die internationale Expansion.
150 MG-Standorte in Deutschland
Hierzulande erreichte die Marke 2024 im Segment der reinen E-Autos einen beachtlichen Marktanteil von 3,8 Prozent. Allerdings war MG auch das Fabrikat mit den meisten Händlerzulassungen: 52 Prozent der Neuzulassungen entfielen auf die eigene Organisation. Für den Erfolg ist auch das schnell gewachsene Vertriebs- und Servicenetz verantwortlich; mittlerweile gibt es deutschlandweit rund 150 MG-Standorte. Das Netz soll gar auf bis zu 260 Partner wachsen, so das Unternehmen.

Der MG ZS kommt als Benziner auf 58,1 Prozent Restwert, elektrisch auf 44,3 Prozent.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Im Gegensatz zu anderen chinesischen Herstellern in Deutschland setzt MG auf eine breite Produktpalette, die gleichermaßen Elektroautos, Hybride und Verbrenner umfasst. Gemeinsam ist allen Modellen, dass sie sich mit einem besonders attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis von der Konkurrenz absetzen wollen. So steht der MG4 – Reichweite laut WLTP bis zu 450 km – ab 34.990 Euro in der Preisliste. Der neue Elektro-Roadster Cyberster (ab 64.990 Euro) soll vor allem das MG-Image von einst aufleben lassen und die Marke emotional aufladen.
MG ZS kann als Benziner mithalten
Kehrseite der Medaille: In Sachen Restwerte ist deutlich Luft nach oben. Einzig der ZS-Benziner kann mit 58,1 Prozent Prognosewert nach drei Jahren mit der etablierten Konkurrenz mithalten. Die Elektromodelle hingegen leiden unter einem verhältnismäßig hohen Wertverlust, vor allem MG4 und MG5.
Gründe hierfür dürften neben dem allgemein schwierigen Umfeld für E-Autos und den allfälligen Neuwagenrabatten die noch geringe Markenbekanntheit und das damit verbundene niedrige Verbrauchervertrauen sein – was typisch ist für neue Marktteilnehmer und sich erst mit der Zeit verbessern dürfte. Der Weg nach Europa, er wird ein langer Marsch.
Restwertprognose nach 36 Monaten (20.000 km/Jahr)
- MG ZS (Hybrid) 51,8
- MG5 (Elektro) 38,0
- MG HS (Benzin) 49,3
- MG Cyberster 40,8
- MG3 (Benzin & Hybrid) 52,4
- MG Marvel R (Elektro) 45,5
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