Ich bin klein, mein Herz ist rein. Diese Masche zieht bei Kindern, Tieren – und bei Autos. Bestes Beispiel: der Mini. Ihm kann man eigentlich nicht böse sein. Dabei waren die ersten Modelle (ab 2001) technisch eine ziemliche Katastrophe. Die Motoren: durstig wie eine Horde englischer Fußballfans. Getriebe und Frontlampen: haltbar wie die Aussagen eines britischen Unterhausabgeordneten. Und die Verarbeitung: lausig wie das Essen von der Insel.
Überblick: Alle News und Tests zum Mini

Mit Generation zwei hat sich die Qualität insgesamt verbessert

Mini One ( 2008 )
Seit 2006 wird der Mini nicht mehr von brasilianischen Chrysler-Motoren angetrieben. Jetzt kommen Vierzylinder vom PSA-Konzern zum Einsatz.
Bild: Christoph Boerries / AUTO BILD
Vergessen, vorbei. Die zweite Generation des kleinen BMW-Ablegers ist richtig gereift. Seit 2006 werkeln nicht mehr brasilianische Chrysler-Motoren hinter der Glupschaugen-Front, sondern Vierzylinder vom französischen PSA-Konzern. Auch der Getriebezulieferer wurde gewechselt, die Qualität insgesamt spürbar verbessert. Das bestätigt alljährlich mittlerweile selbst der strenge TÜV-Report. Die Mini-Welt ist groß: Es gibt ihn als Schrägheck, Kombi (Clubman) und als Cabrio. Seit Ende 2011 ist auch ein Coupé erhältlich, ein Jahr später kam ein Roadster dazu.

Unser Testwagen macht Laune

Unser Testwagen steht beim Hamburger Händler PSmobile in Bergedorf. Der in Astro-Black-Metallic lackierte Dreitürer stammt aus zweiter Hand und könnte etwas Politur vertragen. "Ja, der steht schon etwas länger auf dem Hof", meint der Verkäufer. "Aber das machen wir noch." Eine Standuhr? Komisch, so schlecht ist der Mini One nun auch wieder nicht. Zumindest die Ausstattung stimmt: Klimaanlage, Sitzheizung, Parktronic hinten, Radio-CD-Anlage. Ein Blick auf den mittigen Kilometerzähler zeigt: 139.000. Das Scheckheft enthält neun Stempel und endet bei 115.000 Kilometern. Auf der Probefahrt poltert was am Unterboden. Nix Wildes, nur eine ausgeschlagene Koppelstange. Wir finden minimalen Ölverlust am Motor. Sonst: alles gut. Die 95 PS reichen für die Überlandfahrt, die Lenkung fühlt sich nach Gokart an, so ein Mini macht Laune. Geht noch was beim Preis? "Wir machen die Koppelstange und frischen TÜV." Okay! Diesen Kleinen würde ich reinen Herzens nehmen. Was bei unserem Testwagen aufgefallen ist, und auf welche Mängel Käufer beim Mini One achten sollten, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den vollständigen Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Bildergalerie

Gebrauchtwagen-Test Mini One
Gebrauchtwagen-Test Mini One
Gebrauchtwagen-Test Mini One
Galerie "Gebrauchtwagen-Test Mini One" mit 16 Bildern öffnen
Gebrauchtwagen-Test Mini One




Fazit

von

Stefan Diehl
Mit dem Zweiten fahren Sie besser. Mini ab 2006 sind zuverlässiger. Doch Vorsicht: Weil er so beliebt ist, war der BMW-Ableger noch nie billig. Auch Versicherung und Service gehen ins Geld. Cleverste Wahl: 109-PS-Diesel oder 95-PS-Benziner.