Mitsubishi Colt: Fahrbericht
Der neue Mitsubishi Colt ist eine günstige Alternative
Der Mitsubishi Colt ist nach mehr als zehn Jahren zurück. Eine Eigenentwicklung der Japaner ist er nicht mehr, sondern ein umgelabelter Renault Clio. Aber muss das etwas Schlechtes sein?
Bild: AUTO BILD
Es ist 48 Jahre her, dass der Mitsubishi Colt in Deutschland seine Aufwartung machte. Schnell wurde der japanische Kleinwagen wegen seiner Zuverlässigkeit zu einem Verkaufsschlager. In Europa verkaufte sich der Colt über sechs Generationen mehr als 1,2 Millionen Mal. Davon wurden 420.000 Fahrzeuge in Deutschland zugelassen. Im Jahr 2012 zog sich Mitsubishi mit dem Colt aus Europa zurück.
Für die Freunde des Colt dürfte es also eine große Freude gewesen sein, als Mitsubishi vor Kurzem verkündete, die Baureihe nach Europa zurückzubringen. Aber Vorsicht: Es handelt sich hierbei um ein Derivat, das aus dem Renault Clio entstanden ist.
Also, um es ganz ehrlich zu sagen: Es ist der Clio. Der Colt unterscheidet sich von seiner französischen Grundlage lediglich durch das Logo an Front, Heck und Lenkrad. Minimale Modifikationen wird das wache Auge dann auch noch am Kühlergrill und am vorderen Stoßfänger erkennen.
Der Mitsubishi Colt ist ein getarnter Renault Clio
Ansonsten fährt der Colt in allen technischen Details als getarnter Clio. Angeboten wird er mit drei Antrieben. Den Einstieg macht ein 1,0-Liter-Benziner mit 67 PS und manuellem Fünfganggetriebe, der für Frühblüher bis zum 31. Oktober 2023 zum Preis von 15.590 Euro angeboten wird. Danach kostet er 17.590 Euro.

Am Heck des Mitsubishi Colt wurde im Vergleich zum Renault Clio noch weniger verändert als an der Front.
Bild: Mitsubishi
Wer etwas mehr Druck auf die Räder möchte, dem sei der 1.0-Turbobenziner mit 91 PS und sechs Gängen, die ebenfalls per Hand eingelegt werden, ans Herz gelegt. Ab 20.990 Euro gibt es hier einen flotten Vortrieb. Die 12,2 Sekunden auf Tempo 100 fühlen sich deutlich schneller an, die Gänge lassen sich fluffig durch die Gassen schieben, und am Ende zeigt der digitale Tacho auf freier Strecke 180 km/h an.

Das Cockpit stammt genau so aus dem Renault Clio.
Bild: Mitsubishi
Das reicht für den 4,05 Meter langen und recht soft abgestimmten Colt auch aus, damit sich die Fahrgäste nicht unwohl fühlen. Die sind in der ersten Reihe auf angenehm weiche Polster gebettet. Der Fahrer hält ein griffiges Lenkrad in der Hand, das nicht nur die Befehle beim Kurvenlauf ordentlich weiterreicht – es beherbergt auch alle Bedientasten, die man aus dem Clio kennt.

Auch fahrtechnisch unterscheidet sich der Colt nicht vom Renault Clio.
Bild: Stephan Anker / Mitsubishi
Über die werden Abstandstempomat und Spurhalteassistent ebenso bedient wie der Sprachassistent, das Telefon und die Fahrerdisplayeinstellung. Nicht aber das Navi, das seine Wegführung im 9,3-Zoll-Hochformatdisplay anbietet. Leider ist das System extrem langsam, sodass die Empfehlung auf das 7-Zoll-Display entfällt, das bereits das Smartphone kabellos verbindet und mit Apple CarPlay sowie Android Auto bessere Navigationsmöglichkeiten anbietet.
Lohnt der Mitsubishi Colt als Hybrid 1.6?
Der ganz große Colt fährt in Form des Hybrid 1.6 für mindestens 25.990 Euro zu den Kunden. Für den Vortrieb sorgen ein 94 PS starker Benziner und ein 49-PS-Elektromotor. Die Systemleistung liegt bei 145 PS und bringt den Colt in 9,3 Sekunden auf Landstraßentempo. Wie in Clio, Nissan Juke oder Dacia Jogger Hybrid 140 sorgt das kupplungslose Multi-Mode-Getriebe für die Arbeitsverteilung von E-Motor und Verbrenner.
Der Vorteil: Der Verbrauch sinkt signifikant, Mitsubishi spricht von 4,1 Liter nach WLTP. Aber die Wechsel sind deutlich spürbar. Hinzu kommen ein stetes Pfeifen des E-Motors und ein recht vernehmlicher Verbrenner, dessen Aufgabe es ist, permanent im optimalen Drehzahlbereich zu arbeiten, um keine Energie zu verschwenden.

Vor allem in der Silhouette ist der Colt kaum vom Clio zu unterscheiden.
Bild: Mitsubishi
In Summe liegt der Unterschied dann bei einem Liter weniger Verbrauch auf 100 Kilometer, einem Automatikgetriebe und stattlichen 5000 Euro, die man getrost in den Tank des 1.0-Turbobenziners investieren kann.

Der Kofferraum des Hybrid fast lediglich 301 Liter. Die Verbrenner bieten 390 Liter Stauraum.
Bild: Mitsubishi
Und noch was: Beim Hybrid fasst der Kofferraum nur 301 Liter, beim Verbrenner sind es 391 Liter. Wenn es um die Garantie geht, ist es aber egal, für welchen Antrieb man sich entscheidet. Die liegt immer bei fünf Jahren.
Fazit
Der Mitsubishi Colt ist ein Renault Clio. Was ihn von seinem französischen Genspender unterscheidet, ist der Preis. Insofern lohnt es sich hier, über die zwei angebotenen Benziner nachzudenken. Vor allem der Turbo ist eine Empfehlung wert. Hier stimmen Antrieb, Verbrauch, Schaltung, Platzangebot und Komfort. Das zu einem immer noch üppigen Preis, aber für deutlich weniger Geld als für das Original fällig wird – und mit fünf Jahren Garantie.
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