Die spinnen doch, die Engländer – und das im buchstäblich besten Sinne. Nicht nur, weil sie im stolzen Trotz an der Monarchie festhalten, auf der falschen Seite der Straße fahren, Entfernungen in Meilen messen und ihr labberiges Brot in Pfund bezahlen, sondern vor allem, weil auch ihre Autobauer anders ticken. Zumindest die kleinen – und allen voran Morgan.
Denn während alle Welt mehr oder minder begeistert auf die Elektromobilität umschwenkt und selbst Leichtbau-Prediger Lotus jetzt schwere Batterien in seine Boliden packt, schwören die Tüftler in Malvern weiter auf Verbrennungsmotoren. Und zwar einzig und allein. Während Audi den TT, Mercedes den SLK und Jaguar den F-Type beerdigt hat, gibt es ein festes Dach bei Morgan nur in Ausnahmefällen und gegen Aufpreis – und selbst das ist natürlich abnehmbar.
AUTO BILD Gebrauchtwagenmarkt
Morgan Plus 4 Plus Four - SHZ - Klima - Airbag - ESP -
88.900
Morgan Plus 4 Plus Four - SHZ - Klima - Airbag - ESP -
11.900 km
190 KW (258 PS)
05/2023
Zum Angebot
Benzin (WLTP), 7,3 l/100km (komb.), CO2 Ausstoß 142 g/km*
Morgan Plus 4
85.000
Morgan Plus 4
15.079 km
190 KW (258 PS)
03/2022
Zum Angebot
CO2 Ausstoß 159 g/km*
Morgan Plus Six Plus Six Aut.
90.000
Morgan Plus Six Plus Six Aut.
3.100 km
250 KW (340 PS)
12/2021
Zum Angebot
Benzin, 8,2 l/100km (komb.)*
Morgan Roadster Roadster 3.7l
79.850
Morgan Roadster Roadster 3.7l
10.800 km
209 KW (284 PS)
08/2018
Zum Angebot
Benzin, 9,8 l/100km (komb.)*
Morgan Aero 8
215.000
Morgan Aero 8
18.472 km
270 KW (367 PS)
05/2018
Zum Angebot
Morgan Aero 8 *Batmobil* + sehr guter Zustand + 2. Hand
159.000
Morgan Aero 8 *Batmobil* + sehr guter Zustand + 2. Hand
22.500 km
270 KW (367 PS)
04/2017
Zum Angebot
Morgan Plus 4 GDI mit außerordentlicher Ausstattung
56.700
Morgan Plus 4 GDI mit außerordentlicher Ausstattung
24.465 km
108 KW (147 PS)
10/2015
Zum Angebot
Benzin (WLTP), 7,1 l/100km (komb.), CO2 Ausstoß 164 g/km*
Morgan Plus 4 Morgan Plus 4 *BabyDoll VI*1 of only cars 13 world
74.890
Morgan Plus 4 Morgan Plus 4 *BabyDoll VI*1 of only cars 13 world
6.003 km
228 KW (310 PS)
11/2014
Zum Angebot
Morgan Plus 8 Plus 8 Speedster 1 of 60/Sammlerzustand 2+
179.900
Morgan Plus 8 Plus 8 Speedster 1 of 60/Sammlerzustand 2+
13.690 km
270 KW (367 PS)
10/2014
Zum Angebot
Benzin, 11,5 l/100km (komb.)*
Morgan Plus 8 Plus 8 Speedster 100 Jahre Morgan 1/60
112.500
Morgan Plus 8 Plus 8 Speedster 100 Jahre Morgan 1/60
11.300 km
270 KW (367 PS)
09/2014
Zum Angebot
Benzin, 12,1 l/100km (komb.)*
Alle Morgan gebraucht

Ein Service von

Ein Service von AutoScout24
Rechtliche Anmerkungen
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
Autobewertung
ANZEIGE

Wie viel ist mein Auto wert? Kostenlose Autobewertung

Ein Service von

Ein Service von Carwow
Wo sogar Sportwagen von Aston Martin oder McLaren mittlerweile gefährlich nah an der PlayStation sind – mit all ihren Bildschirmen und Assistenzsystemen –, verspricht uns die 200-Mann-Manufaktur weiterhin ein absolut analoges Fahrerlebnis – und wer all das für eine Geschichte von gestern hält, dem drücken sie die Schlüssel zum Supersport in die Hand, der jetzt als einer der ganz wenigen neuen Roadster der Saison in seinen ersten Sommer fährt.
Morgan Supersport: BMW-Herz mit britischer Seele
Der Morgan Supersport sieht aus wie aus einer anderen Zeit – und fährt sich auch so. Analog, leicht und herrlich kompromisslos.
Bild: Craig Pusey
Ein neuer Roadster? Das will man allerdings kaum glauben, als der Wagen aus den frisch gestrichenen Backsteinhallen in der Pickersleigh Road rollt. Denn auch wenn aus den Froschaugen frech LED-Linsen funkeln, sieht der Supersport aus wie ein Sportwagen aus jener Zeit, als das Empire noch stolz und groß war und selbst Queen Elizabeth – we miss you, Lilibet – noch in den Windeln lag.
Eine lange, schlanke Haube mit zwei Flügeln wie ein Schmetterling, Kotflügel, die sich so lang die Flanke entlang schwingen, als könne man damit tatsächlich fliegen, und ein Heck, auf das selbst Ernesto Riva neidisch wäre. Und genau wie damals reichen zwei Handgriffe am Scheibenrahmen, dann fliegt das Dach mit Schwung nach hinten – so leicht, wie es außer dem Mazda MX-5 sonst keiner kann. Jetzt noch die Steckscheiben raus, was neuerdings auch ohne Werkzeug gelingt, und in den – ebenfalls eine Neuerung – Kofferraum gelegt, dann ist die Zeitmaschine endlich bereit für eine Rolle rückwärts.

Leichtbau mit Leistung – der Supersport legt los

Und zwar mit mächtig Tempo. Schließlich steckt unter der Haube ein drei Liter großer Sechszylinder, dessen 340 PS und 500 Nm buchstäblich leichtes Spiel haben mit den kaum 1,2 Tonnen des Flachmanns.
Morgan Supersport: BMW-Herz mit britischer Seele
Echtes Leder, echtes Holz, echte Leidenschaft. Im Cockpit des Supersport zählt noch, was man fühlt, nicht was blinkt.
Bild: Craig Pusey
Und weil er zwar aussieht wie ein Oldtimer, aber technisch auf dem neuesten Stand ist, muss man auch keine Rücksicht nehmen – nicht umsonst gibt es ein Dynamik-Paket mit einstellbarem Gewindefahrwerk und einem Sperrdifferenzial an der Hinterachse. Schwer knallt der rechte Fuß deshalb auf den Boden, und mit einem lasziven Schwung im langen Heck schießt der Supersport durch die Malvern Hills, die Morgan seit über 100 Jahren als Teststrecke dienen. Geführt von einer strammen Lenkung schneidet der lange Bug präzise durch die Serpentinen, der Sechszylinder hängt gierig am Gas und grölt dabei so laut wie die Fußballfans unten im Stadion.

3,9 Sekunden bis zum Grinsen

Nur 3,9 Sekunden braucht er für den Sprint auf Tempo 100. Und weil die Polizeidichte hier gering ist und man in einem Morgan in Malvern quasi Narrenfreiheit hat, darf er sich auch mal kurz an den 267 km/h versuchen, die sie ihm als Höchstgeschwindigkeit ins Datenblatt geschrieben haben. Aber lange hält das die Frisur ohnehin nicht aus, so wild weht der Wind durchs Cockpit, und irgendwann steckt auch in der letzten Zahnlücke eine Fliege, weil man sich das breite Grinsen beim Fahren partout nicht verkneifen kann.
Denn ein direkteres Fahrerlebnis, authentischer und analoger bietet auch in England bei den Neuwagen allenfalls noch ein Caterham – und da ist man froh, wenn man nach einer halben Stunde wieder aussteigen darf. Im Morgan dagegen möchte man bis morgen fahren, am liebsten bis in alle Ewigkeit. Schon möglich, dass sie die "Freude am Fahren" in München gepachtet haben – aber "Sheer Driving Pleasure" kommt aus Malvern.
Morgan Supersport: BMW-Herz mit britischer Seele
BMW-Power im britischen Maßanzug: Der Reihensechser mit 340 PS bringt den Supersport in 3,9 Sekunden auf Tempo 100.
Bild: Craig Pusey
Hä, warum jetzt gerade München und warum ausgerechnet BMW? Weil es aus Malvern eine enge Verbindung nach Bayern gibt. Denn obwohl der Supersport aussieht wie von gestern und sich analoger anfühlt als jedes andere Auto Baujahr 2025, ist sein Antrieb auf der Höhe der Zeit und stammt von BMW. Sobald der aber in einer museumsreifen Manufaktur mit teilweise über 100 Jahre alten Werkzeugen von Hand binnen fünf Monaten in einen Eschenholz-Rahmen montiert und mit gedengelten Aluminiumblechen verkleidet wird, wird aus einem BMW Z4 eine Zeitmaschine, die den Fahrer bald 100 Jahre zurückwirft.

Moderne? Nur wo sie sein muss

Während einem der Wind an den Haaren reißt, die Sonne auf der Stirn steht und das Herz lauter lacht als der Sechszylinder unter der langen Haube, ignoriert man geflissentlich die wenigen Boten der Neuzeit, die sich doch in den Supersport geschlichen haben. Klar, Airbags, ABS und ESP sind Gesetz, aber schon die Schalter für die Sitzheizung haben sie gut unter dem Armaturenbrett versteckt. Und statt eines Radios gibt's nur Bluetooth-Streaming vom Handy – ohne das heute ja selbst Oldtimer-Fahrer nicht mehr aus dem Haus gehen.
Morgan Supersport: BMW-Herz mit britischer Seele
Wer einmal im Supersport durch die Malvern Hills geflogen ist, versteht, warum Morgan sich der Moderne verweigert.
Bild: Craig Pusey
Doch von veganem Leder wollen sie genauso wenig wissen wie von Plastik oder Kunstfasern. Deshalb sitzt man auf Häuten von Hochland-Rindern und pumpt die Lordosenstütze mit einem Gummiball von Hand auf, die Füße ruhen auf Wirkwaren aus Wolle und das Auge fällt auf ein Cockpit aus Holz und Aluminium. Dass sich darin wegen all der regulatorischen Warnhinweise doch ein Bildschirm versteckt, ignorieren wir geflissentlich. Denn erstens ist der ja ganz dezent, zweitens kaum größer als eine Schachtel Zigaretten und drittens so geschickt hinter dem Lenkrad platziert, dass man ihn ohnehin fast nie sieht.

Exklusiv, teuer – und trotzdem ein Schnäppchen

Nicht minder bemerkenswert und ähnlich altmodisch ist die Preispolitik der Briten. Klar, einen BMW Z4 gibt es bereits ab 50.700 Euro, und mit dem vergleichbaren Motor kostet der Roadster aus Bayern 70.200 Euro, während die Preise für den Supersport bei 126.500 Euro beginnen und mit ein paar Extras auch auf 160.000 Euro klettern. Doch für einen Exoten aus Handarbeit, der seltener ist als jeder Aston Martin, mehr Leidenschaft hat als ein McLaren und mehr Blicke fängt als ein Bentley, in dem man echte Bewunderung erfährt und der einem nie peinlich sein wird, ist das fast schon ein Spottpreis.
Vor allem, weil der Supersport Oldtimer und Neuwagen zugleich und deshalb zwei Autos in einem ist. Und weil für ihn selbst die Zeit eine Ausnahme macht und sich ein bisschen durcheinanderbringen lässt. Gestern oder heute? Darauf gibt es hier nur eine Antwort: Morgan!
Wer hat an der Uhr gedreht? Morgan beweist uns mit dem Supersport, wie leicht sich unser Zeitgefühl täuschen lasst – und wie zeitlos das Vergnügen mit einem Roadster sein kann. Schade nur, dass sie das bei vielen anderen Herstellern offenbar verlernt haben – und sich die Briten deshalb einen derart stolzen Preis erlauben können.